Aus bei Handball-EM Polens Nationaltrainer Biegler tritt zurück

Handball-Nationaltrainer Michael Biegler hat Konsequenzen aus dem Ausscheiden der polnischen Auswahl gezogen. Der deutsche Coach tritt zurück - und geht offenbar nach Afrika.

Handballtrainer Biegler: "Übernehme die volle Verantwortung"
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Handballtrainer Biegler: "Übernehme die volle Verantwortung"


Michael Biegler ist als polnischer Handball-Nationaltrainer zurückgetreten. Das gab der Verband am Donnerstag bekannt - einen Tag nach dem 23:37-Debakel bei der Europameisterschaft gegen Kroatien in Krakau, das die Titelträume beendete. Der deutsche Coach wird die EM-Gastgeber am Freitag zum letzten Mal bei der Begegnung gegen Schweden um den siebten Platz betreuen.

Biegler hatte diesen Schritt schon nach der Niederlage gegen Kroatien anklingen lassen. "Ich übernehme die volle Verantwortung dafür", hatte der 54-Jährige gesagt. Er hatte den Trainerposten in Polen am 1. Oktober 2012 übernommen und das Team bei der WM im vergangenen Jahr in Katar auf den dritten Platz geführt.

Neben seiner Arbeit als Nationalcoach trainierte der Rheinländer dazu 2013 noch den SC DHfK Leipzig und von Sommer 2015 an den inzwischen insolventen HSV Hamburg. Biegler übernimmt einem Bericht des "World Handball Magazine" zufolge nun ein Entwicklungshilfeprojekt in Uganda. Dort soll er demnach Trainer und Handballlehrer betreuen. Das Projekt läuft bis zum 31. August.

"Keine Erklärung"

Das überraschende Ausscheiden der Polen bei der Heim-WM hatte Biegler auch mit etwas Abstand noch nicht richtig verarbeitet. "Ich habe nur wenig geschlafen. Für das Ergebnis habe ich keine Erklärung. Ich habe im Vorfeld versucht, der Mannschaft den Druck zu nehmen", sagte Biegler: "Von uns hat kein Spiel stattgefunden. Was wir gezeigt haben, war nicht das, was wir trainiert haben."

Polen hätte sich gegen Kroatien sogar eine Niederlage mit drei Toren Unterschied leisten können, um das Minimalziel Halbfinale zu erreichen. Doch was zu einem Triumph werden sollte, wurde zu einem Desaster. Nach den äußerst schmerzhaften 60 Minuten standen die Spieler mit Tränen in den Augen kopfschüttelnd auf dem Feld und sahen, wie die 15.000 Zuschauer fluchtartig die Halle verließen.

"Ich möchte mich bei allen Fans entschuldigen. Unser Spiel war dramatisch, auf jede Art und Weise. Es ist sehr hart, was passiert ist", sagte Rückraumspieler Piotr Chrapkowski, während sich Mitspieler Rafal Glinski bei den Anhängern des WM-Dritten entschuldigte: "Es tut mir für unsere Fans leid."

bka/dpa/sid

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