Handball-EM Deutschland schlägt Russland nach dramatischem Spiel

Hohes Tempo, viele und spektakuläre Tore: Die deutschen Handballer haben sich in einer packenden Begegnung gegen Russland durchgesetzt. Ein Sieg fehlt noch zum Einzug ins Halbfinale.

Deutschlands Erik Schmidt: Starke Leistung gegen Russland
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Deutschlands Erik Schmidt: Starke Leistung gegen Russland


Was für eine Spannung: In einem dramatischen Spiel haben die deutschen Handballer 30:29 (17:16) gegen Russland gewonnen. Damit hat sich die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson ein Endspiel um das Erreichen des EM-Halbfinals erkämpft. Mit einem weiteren Erfolg gegen Dänemark am Mittwoch (18.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) kann Deutschland den Einzug ins Halbfinale perfekt machen.

In der ersten Halbzeit entwickelte sich ein Spiel mit unglaublich hohem Tempo und vielen Toren. Russland legte einen Blitzstart hin und führte schnell 3:0. Das Team zeigte sich in der Offensive sehr effektiv, hatte zudem mit Victor Kireev einen sehr sicheren Rückhalt. Deutschland kämpfte sich anschließend wieder heran, Steffen Fäth verkürzte zwischenzeitlich auf nur ein Tor Rückstand (4:3 für Russland), aber anschließend zogen die Russen erneut auf 7:4 davon. Doch das DHB-Team blieb ruhig und konzentriert. In der 19. Minute erzielte Erik Schmidt mit dem 10:10 den ersten Ausgleich der Partie.

Steffen Fäth leitete mit dem ersten Führungstreffer für Deutschland eine turbulente Schlussphase der ersten Hälfte ein: In den letzten zehn Minuten fielen insgesamt 13 Treffer. Russland zeigte phasenweise überragendes Kombinationsspiel, Deutschland wurde vor allem aus dem Rückraum gefährlich. Der starke Christian Dissinger, mit sieben Treffern bester deutscher Werfer, sorgte mit einem schönen Wurf in den Winkel für die 17:16-Halbzeit-Führung.

Deutschland mit Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte

Nach der Pause stellte Deutschland die Abwehr um, attackierte den Gegner diesmal deutlich früher und verteidigte variabler. Das hatte Erfolg: Diesmal benötigte Russland mehr als vier Minuten und eine Unterzahl der Deutschen für den ersten Torerfolg - auch weil Torwart Carsten Lichtlein, der diesmal mehr Spielzeit bekam, viele sehr gute Paraden zeigte. Dadurch war das DHB-Team kurzzeitig sogar auf 19:16 enteilt. Aber Russland ließ sich nicht abschütteln, erzielte teilweise spektakuläre Treffer. Mehrfach hätten diese jedoch nicht zählen dürfen, weil die russischen Torschützen beim Wurf immer wieder bereits im Kreis standen.

Die Partie blieb schnell, phasenweise hektisch. Aber Deutschland präsentierte sich in der zweiten Halbzeit deutlich souveräner und abgeklärter. Der Vorsprung betrug zwischenzeitlich fünf Treffer (24:19). Das DHB-Team hatte Pech, als das portugiesische Schiedsrichter-Team - wie zuvor bereits in der ersten Hälfte - ein Tor nicht gaben, obwohl der Ball knapp hinter der Linie war. Und wieder kämpfte sich Russland zurück ins Spiel, schaffte mit dem 26:26 den ersten Ausgleich in der zweiten Halbzeit.

Aber die junge deutsche Mannschaft bewies, dass sie im bisherigen Turnierverlauf bereits wichtige Erfahrung gesammelt hat: Schnell übernahm Deutschland wieder die Führung und Kapitän Steffen Weinhold erhöhte in Unterzahl auf 30:27. Russland konnte nur noch verkürzen.

Nach Abpfiff wurde die Freude im deutschen Team jedoch schnell getrübt: Wie Bundestrainer Dagur Sigurdsson bestätigte, haben sich die Leistungsträger Steffen Weinhold und Christian Dissinger während der Partie schwerwiegendere Muskelverletzungen zugezogen und werden für das Spiel gegen Dänemark nicht zur Verfügung stehen.

aev



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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
rothenq 24.01.2016
1. Schiedsrichterleistung
Von Leistung kann leider keine Rede gewesen sein.
aurichter 24.01.2016
2. Sehr schön
daß sich die jungen Spieler auch über die Bühne Nationalmannschaft in's Rampenlicht spielt. Die angeblich stärkste Liga der Handballwelt gehört somit auch in den Kreis der Titelanwärter, so wie es vor länger Zeit auch war. Glückwunsch an die Truppe mit dem vermutlich passenden Trainer, der die Truppe zu führen weiss.
uli-schmitt 24.01.2016
3. Super Leistung des Teams
Unterirdisch war das, was die Schriris gepfiffen haben. Das war einer EM unwürdig.
Jörg68 24.01.2016
4. Torlinientechnik
Warum wird nicht im internationalen Handball wie im Fußball die Torlinientechnik mit einem Chip im Ball eingeführt? Dann würden Fehlentscheidungen der Schiedsrichter wie im Spiel heute endlich der Vergangeneit angehören!
hansjoerg.gloede 24.01.2016
5.
Sieg! Gegen gute Russen und schlechte Schiedsrichter!!! Mindestens 5 Tore verpfiffen!!! Aber endlich mal ein spannender TATORT am Sonntag!!!
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