Handball-EM Deutschland schlägt Norwegen und steht im Endspiel

Finale! Durch den sechsten Sieg in Folge hat Deutschland das Endspiel der Handball-EM erreicht. Im Halbfinale setzte sich das DHB-Team knapp gegen Norwegen durch - in einer extrem spannenden Verlängerung.

AFP

Die deutschen Handballer stehen im Endspiel der Europameisterschaft in Polen. Im Halbfinale der Überraschungsteams besiegte das Team von Trainer Dagur Sigurdsson Norwegen 34:33 (14:13; 27:27) nach Verlängerung. Tobias Reichmann war mit zehn Treffern bester deutscher Werfer, sieben davon erzielte er per Siebenmeter. Sein Team trifft im Finale auf Spanien, gegen das Deutschland die bisher einzige Niederlage des Turniers hinnehmen musste. Norwegen spielt um Platz drei. Das bedeutet trotz des Ausscheidens das beste Abschneiden der Nation bei einem großen Turnier.

Deutschland zeigte dabei nicht seine beste Turnierleistung. Von der ersten Minute an entwickelte sich ein eng umkämpftes, aber teils auch zerfahrenes Halbfinale. Tobias Reichmann sorgte per Siebenmeter zum 1:0 für die erste Führung des DHB-Teams, Norwegen drehte das Spiel schnell. In den ersten 13 Minuten konnte sich jedoch kein Team mit mehr als einem Tor absetzen. Das änderte eine doppelte Unterzahl Norwegens: Reichmann und Rune Dahmke sorgten für ein 7:5 für Deutschland (14. Minute).

Dahmke per Dreher und Reichmann von außen erhöhten anschließend auf 9:5, Deutschland zog erstmals davon. Nach einer Auszeit durch Trainer Christian Berge kam Norwegen aber schnell wieder auf zwei Tore Rückstand heran. In der Folge überragten auf beiden Seiten die Torhüter: Ole Erevik vereitelte zahlreiche hochkarätige Chancen der Deutschen, für das DHB-Team stellte Andreas Wolff wie gewohnt einen sicheren Rückhalt dar, Carsten Lichtlein parierte zudem einen Siebenmeter - seinen fünften im laufenden Turnier.

Deutschland erzwingt die Verlängerung

Aber gerade die schlechte Chancenauswertung der Deutschen wurde bestraft: Durch eine 4:1-Serie innerhalb von gut fünf Minuten egalisierte Norwegen den deutschen Vorsprung (26.). Das 13:12 durch Kristian Bjørnsen, mit sieben Treffern bester norwegischer Werfer, bedeutete die erste Führung der Skandinavier seit dem 4:3 aus der achten Minute. Aber auch diese hielt nur kurz: Eine Minute vor der Pause erzielte Erik Schmidt den 14:13-Halbzeitstand.

Norwegen erwischte nach dem Seitenwechsel den besseren Start, das lag aber auch an zu vielen einfachen Ballverlusten der Deutschen. Nach gut 38 Minuten traf Bjarte Myrhol zur ersten Zwei-Tore-Führung der Norweger (19:17), aber die Tore durch Steffen Fäth und Julius Kühn bedeuteten den erneuten Ausgleich. Beiden Teams fehlte insgesamt weiter die Konstanz. Sie ließen viele Chancen ungenutzt, machten teilweise einfache Fehler. Dadurch wechselte die Führung in dieser Phase des Spiels häufig. Norwegen war wieder das erste Team, das sich absetzen konnte: Die Skandinavier nutzten eine Überzahl und lagen wieder mit zwei Toren vorn.

Aber wieder kam Deutschland zurück: Norwegen traf nur die Latte, im Gegenzug glich Kühn zum 26:26 aus. Nach der erneuten Führung der Skandinavier verwarf Hendrik Pekeler freistehend, 19 Sekunden vor dem Ende traf Dahmke zum 27:27 und erzwang damit die Verlängerung. Dort war das DHB-Team erneut im Glück. Wieder ging Norwegen zunächst in Führung, traf anschließend aber das nächste Mal die Latte. Kai Häfner nutzte das für die erste Führung seines Teams in der Verlängerung (30:29). Deutschland lag erstmals seit der 46. Minute vorn und ging schließlich mit 31:30 in die Pause.

Diese Führung ließ sich das Sigurdsson-Team nicht mehr nehmen. In der zweiten Hälfte der Verlängerung trafen beide Teams immer im Wechsel. Nach 69:55 Minuten - fünf Sekunden vor dem Ende - warf Häfner das 34:33 und brachte Deutschland damit ins Finale.

aev



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insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
AndreHa 29.01.2016
1.
Glückwunsch zur Vize-Europameisterschaft! ?
mr.room 29.01.2016
2. Das war ja was...
...ich war kurz vorm Herzkasper. Tolles Spiel, großartige Leistung!
wago 29.01.2016
3. Mein Hrrz hat durchgehalten.
Echt geiles Spiel.
seit1958 29.01.2016
4. Als alter Handballer
freut mich der Erfolg des jungen Teams. Ob es zur Krönung gegen ein Team ausgefuchster Haudegen aus Kroatien oder Spanien langt? Verdient hätten sie es allemal. Glückwunsch schon jetzt!
jeremy_osborne 29.01.2016
5. Die glücklichere Mannschaft hat gewonnen...
... aber was soll's - Schlaaand! Auf jeden Fall Note 1* für Coolness und Nervenstärke, der Angriff wird im Finale dann hoffentlich auch wieder besser (vielleicht entdecken sie dann, dass man diese beiden Herren, die sich immer ganz an den Rand stellen, auch mit ins Spiel einbeziehen kann ;) ).
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