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Handball-EM: Deutschland startet mit Niederlage gegen Spanien

Kapitän Weinhold (M.): Niederlage gegen SPanien Zur Großansicht
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Kapitän Weinhold (M.): Niederlage gegen SPanien

Gut gespielt, trotzdem verloren: Die deutschen Handballer haben bei der EM gegen Spanien ihr großes Talent unter Beweis gestellt. Letztlich entschied der zweifache Weltmeister das Spiel aber mit all seiner Routine.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist mit einer Niederlage in die Europameisterschaft 2016 in Polen gestartet. Gegen Titelfavorit Spanien zeigte das ersatzgeschwächte Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson zeitweise eine gute Leistung, verlor letztlich aber 29:32 (15:18).

Ohne die verletzten Stammspieler Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki, Patrick Wiencek und Michael Allendorf übernahmen der neue Kapitän Steffen Weinhold, aber auch die nachgerückten Talente wie Christian Dissinger oder Torhüter Andreas Wolff Verantwortung. Beste Werfer auf deutscher Seite waren Dissinger mit sechs und Siebenmeterschütze Tobias Reichmann mit fünf Toren, auf spanischer Seite überzeugten Valero Rivero (7) und Victor Tomas (6).

Die junge deutsche Mannschaft begann stark und bewies zumindest in der Anfangsphase, dass in der schwierigen Gruppe C ein Weiterkommen möglich ist. In der spanischen Abwehr fehlte dagegen die Abstimmung und so ging die DHB-Auswahl in der vierten Minute durch ein Tor von Hendrik Pekeler erstmals mit zwei Toren in Führung (4:2).

Rechtsaußen Tomas hielt den Favoriten in dieser Phase mit vier Treffern alleine im Spiel, trotzdem bestätigte erneut Pekeler beim 9:7 - diesmal sogar in Unterzahl - die Zwei-Tore-Führung. Spaniens Trainer Manolo Cadenas hatte zuvor schon eine Auszeit genommen und sein Team machte tatsächlich defensiv weniger Fehler.

Auf der anderen Seite schlichen sich auf deutscher Seite Ungenauigkeiten im Passspiel ein, zudem wuchs der spanische Torhüter Arpad Sterbik mit starken Paraden über sich hinaus. Spanien zog auf 18:11 davon, das Spiel schien früh entschieden. Bundestrainer Sigurdsson nahm seinerseits eine Auszeit und seine Spieler hörten gut zu. Vier deutsche Tore in Folge waren die Belohnung, vor allem Kapitän Weinhold ging voran.

Rote Karte für Volltreffer ins Gesicht

Kurz vor der Pause wurde es dann hektisch: Beim Stand von 18:15 für Spanien war die Zeit abgelaufen, der Favorit bekam aber noch einen Freiwurf. Jorge Maqueda nahm den Ball - und warf dem wegen erhobener Hände wehrlosen Weinhold ins Gesicht. Für diese Unsportlichkeit zeigten die französischen Schiedsrichter Laurent Reveret und Stevann Pichon die Rote Karte.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatte die DHB-Auswahl dreifache Überzahl, konnte diese aber nicht zu einer weiteren Aufholjagd nutzen. Spanien hielt den Drei-Tore-Vorsprung, der für Stammkeeper Carsten Lichtlein bereits vor der Pause eingewechselte Wolff zeigte in dieser Phase einige gute Paraden.

Die routinierten Spanier ließen Deutschland auch im weiteren Verlauf nicht näher als auf zwei Tore herankommen. Wurde es, wie beim 25:27 oder beim 26:28 enger, war Sterbik wieder zur Stelle. Als Pekeler und Niclas Pieczkowski gemeinsam auf der Strafbank saßen, erzielte Spanien zwei Treffer und entschied das erste Gruppenspiel.

In der Gruppe C geht es für die deutsche Mannschaft am kommenden Montag weiter. Dann wartet die schwedische Auswahl (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), am 20. Januar kommt es dann zum womöglich entscheidenden Spiel gegen Slowenien (17.15 Uhr). Um in die Zwischenrunde einzuziehen, muss die DHB-Auswahl mindestens Gruppendritter werden.

Deutschlands EM-Kader
Tor: Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach), Andreas Wolff (HSG Wetzlar)
Feld: Rune Dahmke (THW Kiel), Steffen Fäth (HSG Wetzlar), Christian Dissinger (THW Kiel)*, Finn Lemke (SC Magdeburg), Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten), Niclas Pieczkowski (TuS N-Lübbecke), Simon Ernst (VfL Gummersbach), Steffen Weinhold (THW Kiel)*, Fabian Wiede (Füchse Berlin), Johannes Sellin (MT Melsungen), Tobias Reichmann (KS Vive Kielce/Polen), Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar), Erik Schmidt (TSV Hannover-Burgdorf)
Nachnominiert: Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf), Julius Kühn (VfL Gummersbach)
* verletzungsbedingt während der EM ausgefallen

krä

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1. Zu erwarten
hibee 16.01.2016
Eigentlich eine ganz annehmbare Leistung wäre da nicht der 2:11 Zusammenbruch Mitte der ersten Halbzeit gewesen. Gut danach die Moral aber wirklich ernst würde es für Spanien nicht mehr weil dann doch zu viele leicht Fehler dabei waren. Schade vor allem weil die Spanier so überlegen nicht waren.
2.
Attila2009 16.01.2016
Eine gute Leistung trotz der Niederlage.Darauf kann man aufbauen. Die Spanier hatten es aber manchmal etwas zu einfach Tore zu erzielen, da muss besser verteidigt werden.
3. Sie machen da weiter wo sie in Katar aufgehört haben
stranzjoseffrauss 17.01.2016
Man hat es wieder gesehen und so wird es auch gegen Slowenien und Schweden laufen, der Deutsche Handball ist seit Jahren international zweitklassig. Das einzige was helfen würde, wäre eine Wildcard für das Finale.
4.
torsten_raab 17.01.2016
Zitat von stranzjoseffraussMan hat es wieder gesehen und so wird es auch gegen Slowenien und Schweden laufen, der Deutsche Handball ist seit Jahren international zweitklassig. Das einzige was helfen würde, wäre eine Wildcard für das Finale.
Zweitklassig? So so. Mit drei Toren gegen Spanien zu verlieren, passiert auch anderen Mannschaften. Die Gruppe ist (gemessen an der letztjährigen WM) halt extrem eng, Spanien war 4., Deutschland 7., Slowenien auf 8, Schweden auf 10. Übrigens haben die Deutschen 2015 im Spiel um Platz 7 wen geschlagen? Ach ja, Slowenien...
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Handball-Europameister der Männer
Jahr Team (Endspiel-Ergebnis)
2016 Deutschland (24:17 vs. Spanien)
2014 Frankreich (41:32 vs. Dänemark)
2012 Dänemark (21:19 vs. Serbien)
2010 Frankreich (25:21 vs. Kroatien)
2008 Dänemark (24:20 vs. Kroatien)
2006 Frankreich (31:23 vs. Spanien)
2004 Deutschland (30:25 vs. Slowenien)
2002 Schweden (33:31 vs. Deutschland n.V.)
2000 Schweden (32:31 vs. Russland n.2V.)
1998 Schweden (25:23 vs. Spanien)
1996 Russland (23:22 vs. Spanien)
1994 Schweden (34:21 vs. Russland)


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