Deutsche Handball-Nationalmannschaft Extrem unerfahren, extrem gut

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft sorgt bei der Europameisterschaft in Polen für Begeisterung. Und das, obwohl kaum jemand aus dem Kader zuvor ein großes Turnier gespielt hat. Wer sind diese Stars von morgen?

Deutschlands Handball-Nationalspieler: Große Zukunft steht bevor
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Deutschlands Handball-Nationalspieler: Große Zukunft steht bevor


Die Handball-EM ist aus deutscher Sicht schon jetzt ein voller Erfolg. Die DHB-Auswahl begeistert mit ihrem unbekümmerten Spielstil seit knapp zwei Wochen ein ganzes Land. Trotz einer beispiellosen Verletzungsmisere im Vorfeld der Europameisterschaft konnte das Team von Bundestrainer Dagur Sigurðsson vier der fünf Partien für sich entscheiden. Lediglich die Auftaktbegegnung gegen die favorisierten Spanier ging knapp verloren.

Aus der eigentlichen Startformation fehlen Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Wiencek (THW Kiel) und Paul Drux (Füchse Berlin) allesamt verletzungsbedingt. Einzig Steffen Weinhold konnte als echte Stammkraft den Weg nach Polen antreten. Doch ausgerechnet jener Rückraumspieler vom THW Kiel fällt vor dem entscheidenden Spiel gegen Dänemark aus. In der Begegnung gegen Russland hatte sich der 29-Jährige, der bislang 19 Tore erzielte, kurz vor dem Ende schwer verletzt (Muskelbündelriss im Adduktorenbereich). Christian Dissinger erging es kaum besser. Der Shootingstar wird Deutschland ebenfalls wegen einer Adduktorenverletzung nicht mehr zur Verfügung stehen. Für die beiden Rückraumspieler wurden Julius Kühn ( VfL Gummersbach) und Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) nachnominiert.

Doch die Mannschaft, die sich überwiegend aus extrem unerfahrenen Turnierspielern zusammensetzt, will auch die erneuten Rückschläge nicht als Ausrede gelten lassen. Schon vor der EM hatte dem Team kaum jemand eine derartige Konstellation vor dem letzten Hauptrundenspiel zugetraut. Bei einem möglichen Sieg gegen Dänemark (18.15 Uhr ARD, Liveticker SPIEGEL ONLINE) stünde die Mannschaft erstmals seit 2008 in einem Halbfinale bei einer Europameisterschaft.

Stefan Kretzschmar prognostiziert der Mannschaft schon jetzt eine große Zukunft. Das Team wird schon bald um Medaillen mitspielen, so der ehemalige Weltklasse-Linksaußen. Doch wer sind die Spieler, denen der 42-Jährige große Titel zutraut?

Hier geht es zum Überblick über den Kader des Überraschungsteams bei der Europameisterschaft in Polen.



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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
geradsteller 27.01.2016
1. So soll er sein,..
der Sport. Immer für (auch positive) Überraschungen gut. Wobei die gleiche Begründung ("unerfahren") auch für negative Ergebnisse würde herhalten müssen. Also, Alles im Lot.
christian.herbrik 27.01.2016
2.
Michael Allendorf wurde für den verletzten Uwe Gensheimer nachnominiert. Rune Dahmke war schon immer Teil des Teams und die nominelle Nummer 2, Allendorf die Nummer 3...sollte man vielleicht nochmal recherchieren!
sakara 27.01.2016
3. Naja
Wie deutsche Medien es schaffen die deutsche Handballnationallmannschaft eigentlich seit der WM 2007 als "unerfahren" "im Umbruch" "noch nicht auf Top Niveau" zu bezeichnen ist ein Witz. Von den hier aufgeführten Spielern sind 10 in einem der Top 7 Clubs der Bundesliga aktiv und einer in Kielce im polnischen Topclub... Darunter 3 Spieler beim THW Kiel und einer der nächste Saison dorthin wechselt. Die meisten anderen europäischen "Topnationen" wären froh aus lauter Bundesligaspielern aussuchen zu können. Wer sein ganzer Personal aus der "stärksten Liga der Welt" aussuchen kann, muss immer um den Titel mitspielen wollen! Dass Deutschland nach dem WM Gewinn 2007 in de Versenkung verschwand liegt nicht daran, dass keine guten Spieler vorhanden waren, sondern das Heiner Brand nach dem WM Gewinn an alten Rezepten festhielt und seine Zeit vorüberwar. Dies zeigt sich auch an der relevanten Anzahl von Rücktritten aus dem Nationalteam von ansonsten noch aktiven Spielern. Während bei den Franzosen die Spieler auch mit 39 noch auf dem Feld stehen (notabene unter einem Coach, dem von deutschen Kommentatoren und Experten während der WM 2007 vorgeworfen wurde, er sei kein besonders guter Trainer) scheint einigen deutschen Topleuten die Zusammenarbeit mit dem Nationalteam kein Spass zu machen (Glandorf, Hens, Zeitz...) Mit den aktuellen Verletzungen von Weinhold und Dissinger ist wohl wirklich ein Höchststand erreicht. Aber zuvor - die Verletztenliste der Franzosen ist im Rückraum auch lang - es sind bei den Franzosen auch Debütanten dabei , darunter ein 18jähriger am Flügel... Keinem würde in den Sinn kommen den Franzosen nur für die Zukunft grosses zuzutrauen. Deutschland ist eine grosse Handballnation mit lauter Topspielern, die Leistungen der aktuellen Mannschaft sind daher alles andere als eine Überraschung.
Mähtnix 27.01.2016
4.
Von der individuellen Klasse her traue ich insbesondere Kühn und Wiede zu, die Ausfälle zu kompensieren. Wiede ist auch schon die ganze Zeit in die Abläufe und Spielzüge eingebunden: Diese Abläufe zu verinnerlichen wird für Kühn (und Häfner) mutmaßlich das Hauptproblem. Glück im Unglück: Sigurdsson und sein Team haben 2 1/2 Tage Zeit gehabt, dieses Zusammenspiel zu trainieren. Dänemark dagegen musste mutmaßlich eher versuchen, sich vom gestrigen Spiel zu erholen. Auch die Jugend der deutschen Mannschaft kann wegen der schnelleren Regeneration zum Vorteil werden. Für mich ist es ein offenes Spiel heute.
realplayer 27.01.2016
5. Danke
Schade, dass heute gegen Dänemark schon wieder Schluss sein wird. Und die spätere WM kann ich ohne Pay TV gar nicht live sehen. Danke dafür.
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