Hamburg - Im neu aufgerollten Prozess gegen den früheren Kieler Handball-Manager Uwe Schwenker ist ein Ende in Sicht. Am dritten Verhandlungstag wurden Staatsanwaltschaft und Verteidigung am Mittwoch dazu aufgefordert, ihre Plädoyers für den 10. April vorzubereiten. Damit könnte bei der Fortführung des Prozesses ein Urteil vor dem Kieler Landgericht fallen.
Zudem könnte Noka Serdarusic noch einmal als Zeuge vorgeladen werden. Einen entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft werde das Gericht sorgfältig prüfen, sagte Richter Andrej Gabler. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass der frühere Trainer des THW Kiel in diesem Fall von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen würde.
In der erneuten Verhandlung geht es um zwei Darlehen in Höhe von insgesamt 60.000 Euro, die Schwenker im Frühjahr 2008 an Serdarusic gezahlt hatte. Sie waren nicht in der Bilanz der Kieler aufgetaucht. Schwenker war an den ersten beiden Verhandluungstagen von zwei Zeugen entlastet worden.
Ein Freispruch Schwenkers im Anklagepunkt der Untreue aus dem Januar 2012 war vom Bundesgerichtshof im November des vergangenen Jahres nach einer Revision der Staatsanwaltschaft aufgehoben worden. Der Freispruch vom Vorwurf der Bestechung und des Betrugs hat indes Bestand. Schwenker hatte seine Unschuld stets beteuert und setzt auf eine vollständige Entlastung.
Ab September 2011 hatte Schwenker sich zusammen mit Serdarusic mehr als vier Monate lang vor dem Kieler Landgericht verantworten müssen. Im Zentrum der Ermittlungen stand dabei das Finale der Champions League 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt, das Schwenker laut Anklage verschoben haben soll. Nach 19 Prozesstagen sprach Richter Matthias Wardeck die beiden Angeklagten frei. Die Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft hatten im März 2009 begonnen.
aha/dpa
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