Handball Europäischer Verband führt Videobeweis ein

Tor oder nicht Tor? Im europäischen Handball soll diese Frage nun per Videobeweis geklärt werden. Beim Endrunden-Turnier um den EHF-Pokal wird das technische Hilfsmittel erstmals international zum Einsatz kommen. Beim Testlauf sind auch zwei deutsche Clubs dabei.

Löwen-Profi Roggisch: Videobeweis beim Endrunden-Turnier im EHF-Pokal
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Löwen-Profi Roggisch: Videobeweis beim Endrunden-Turnier im EHF-Pokal


Hamburg - Im europäischen Handball wird bei strittigen Torszenen der Videobeweis auf Probe eingeführt. Beim Endrunden-Turnier im EHF-Pokal der Männer wird am 18. und 19. Mai im französischen Nantes eine Torlinien-Technologie eingesetzt. Das teilte die Europäische Handball-Föderation (EHF) mit.

Eine Kamera mit Weitwinkelobjektiv überwacht dabei von der Latte aus die komplette Torlinie. "Auf Antrag der Schiedsrichter ist es dann möglich, Entscheidungen mit Wiederholungen per Video zu überprüfen. Es soll eindeutig geklärt werden, ob der Ball komplett die Linie überschritten hat", heißt es in der Erklärung des EHF. Das Überwachungssystem wurde von der Firma Handvision Association in Zusammenarbeit mit dem französischen Handballverband entwickelt und bereits bei verschiedenen Spielen in Frankreich getestet.

Sollten die Schiedsrichter Zweifel haben, ob ein Ball im Tor war, können sie den Videobeweis anfordern. Die strittige Szene wird ihnen dann am Kampfrichtertisch vorgespielt. Für die Zeit wird die Partie unterbrochen. Die letztendliche Entscheidung, ob Tor oder nicht, haben die Referees. Der Videobeweis soll im Handball ausschließlich in der Torfrage eingesetzt werden.

Beim Final-Four um den EHF-Pokal kämpfen Frisch Auf Göppingen und die Rhein-Neckar Löwen im deutschen Halbfinale um das Endspiel. Im zweiten Halbfinale stehen sich Gastgeber HBC Nantes und der dänische Vertreter Tvis Holstebro gegenüber.

ham/sid/dpa



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micwil 08.05.2013
1. Halbe Sache
Gibt es beim Handball tatsächlich so viele Zweifelsfälle, ob der Ball die Torlinie überschritten hat? Viel kritischer sind doch meines Erachtens Verletzungen des Torraums (sowohl durch Angreifer als auch durch Verteidiger). Und noch mehr Zweifel gibt es bei "Sprungfallwurf"-Toren, bei denen die Schiedsrichter nur nach Gefühl entscheiden können, ob der Werfer den Boden im Torraum erst berührt hat, nachdem der Ball seine Hand verlassen hat. So gesehen, ist die hier angedeutete Lösung noch nicht mal eine halbe Sache.
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