Betrugsverdacht im Handball Karabatic darf wieder spielen

Juristische Wende in der Handball-Wettaffäre: Nikola Karabatic darf ab sofort wieder für seinen Verein Montpellier AHB spielen. Die verhängte Kontaktsperre gegen den 28-Jährigen und seine Mitspieler wurde aufgehoben. Dafür droht Karabatic möglicherweise die Kündigung.

Handballer Karabatic: Kontaktsperre aufgehoben
AFP

Handballer Karabatic: Kontaktsperre aufgehoben


Hamburg - Der unter Betrugsverdacht stehende Handballspieler Nikola Karabatic hat vor Gericht einen Erfolg erzielt. Der französische Olympiasieger darf wie seine ebenfalls beschuldigten Teamkollegen wieder Handball spielen. Die Kontaktsperre zu Mitarbeitern ihres Clubs Montpellier AHB ist aufgehoben worden, dem Protest von Karabatic gegen die richterlichen Auflagen wurde von einem französischen Berufungsgericht stattgegeben.

Damit können Karabatic und seine Teamkollegen ab sofort wieder am Training des französischen Meisters teilnehmen und dürfen auch wieder in der Liga eingesetzt werden. "Das ist ein Paukenschlag, eine Blamage für die Justiz", sagte Karabatic-Anwalt Luc Abratkiewicz: "Ich bin der Meinung, dass sich dieses Verfahren in Luft auflösen wird."

Die Lockerung der Auflagen könnte jedoch auch negative Konsequenzen nach sich ziehen. Montpellier darf seinen Spielern nach französischem Recht nur in einem persönlichen Gespräch fristlos kündigen, dafür wäre der Weg durch die aufgehobene Kontaktsperre nun frei. Vereinspräsident Rémy Levy hat mit dem ebenfalls des Betrugs beschuldigten Spielers Dragan Gajic bereits ein Kündigungsgespräch für den 7. November anberaumt. Gajic Auflagen waren am vergangenen Freitag aufgehoben worden.

Die Handballer um Karabatic stehen im Verdacht, in der vorigen Saison das Liga-Spiel bei Cesson-Rennes (28:31) am 12. Mai absichtlich verloren zu haben, um Verwandten und Bekannten Wettgewinne von insgesamt knapp 252.000 Euro zu ermöglichen. Gegen insgesamt sieben MAHB-Spieler - zwei sind inzwischen zu Paris SG gewechselt - und sechs weitere Personen sind Strafverfahren wegen Betrugs eingeleitet worden. Ihnen allen drohen bis zu fünf Jahre Haft und Geldstrafen von bis zu 75.000 Euro. Karabatic hatte in besagtem Spiel wie einige seiner Teamkollegen verletzungsbedingt gefehlt und beteuert seine Unschuld.

rei/dpa/sid



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