Handball Kiel sucht nach Gründen für Veszprém-Niederlage

Mehr als ein Jahr lang hatte der THW Kiel nicht verloren - beim MKB Veszprém war es nun mal wieder soweit. Die 30:31-Niederlage des Titelverteidigers in der Champions League war für Trainer und Spieler eine große Enttäuschung - jetzt beginnt die Fehlersuche.

Kiels Jicha (mit Ball): "Ich bin ein wenig ratlos"
AFP

Kiels Jicha (mit Ball): "Ich bin ein wenig ratlos"


Hamburg - In Kiel hatten sie schon fast vergessen, wie es sich anfühlt zu verlieren. Am Donnerstagabend war es dann mal wieder soweit, beim ungarischen Serienmeister MKB Veszprém kassierte der Champions-League-Titelverteidiger und Deutsche Meister eine 30:31 (15:14)-Niederlage.

Spieler und Trainer des THW reagierten verärgert auf die erste Pleite seit über einem Jahr. "Es war das erwartet schwere Spiel gegen eine fantastische Mannschaft in einer der besten Arenen der Welt", sagte Trainer Alfred Gislason. "natürlich bin ich nicht zufrieden, weil wir einen oder zwei Zähler mitnehmen wollten."

Die Kieler mussten nach zwei Siegen in Gruppe B die erste Niederlage hinnehmen und verspielten damit die Tabellenführung. Die ungeschlagenen Ungarn setzten sich dank des hart umkämpften Achtungserfolges vor Kiel, das in der Königsklasse die erste Pleite nach 14 Begegnungen ohne Niederlage kassierte, an die Spitze.

"Wir haben gut gespielt, und ich bin ein wenig ratlos", sagte Superstar Filip Jicha, "ich bin sehr gespannt darauf, mir das Video dieses Spiels anzusehen, um die Gründe zu finden." Beste Werfer auf Seiten der Kieler war der Isländer Gudjon Valur Sigurdsson mit acht Treffern, bei Veszprém überzeugte Laszlo Nagy (9).

"Ich muss zugeben, dass wir auch Glück hatten"

Anders als beim Kantersieg vor Wochenfrist gegen HCM Constanta (35:14) erwischte der deutsche Rekordmeister einen schwachen Auftakt. Zu leichte Gegentore und unkonzentrierte Angriffe führten zu einem Drei-Tore-Rückstand nach 15 Minuten. Die glänzenden Reflexe des französischen Torhüters Thierry Omeyer und ein Treffer von Sigurdsson kurz vor dem Seitenwechsel sorgten noch für ein gutes Halbzeit-Ergebnis.

Auch im zweiten Durchgang hielten Gastgeber nicht zuletzt wegen der äußerst selten zur Normalform findenden Kieler gut mit und drehten die Partie sogar. Mit Kampfgeist, etwas Glück und der Unterstützung der begeisterten Fans brachten die Ungarn den knappen Vorsprung über die Zeit. Carlos Ortega, der spanische Trainer der Ungarn, sagte: "Wir haben einen spektakulären Sieg geschafft, aber ich muss zugeben, dass wir auch Glück hatten."

Innerhalb eines guten Monats ist damit die zweite beeindruckende Serie des deutschen Rekordmeisters gerissen. Nach zuvor 40 Siegen hatte das Team am 16. September beim 26:26 gegen die Füchse Berlin erstmals wieder einen Bundesliga-Punkt abgegeben. Die letzte Schlappe in der Liga hatte es am 4. Mai 2011 beim SC Magdeburg (24:30) gegeben. In der Saison-Vorbereitung am 1. September verlor der THW bei der inoffiziellen Club-WM in Katar zudem einen Vergleich gegen Atlético Madrid.

luk/dpa/sid



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