Hamburg - Mit Titeln, Rekorden und Feiern kennen sie sich beim THW Kiel aus. Doch was dem Rekordmeister am Samstag gelang, ist im deutschen Handball bislang einmalig - und wird es wohl für immer bleiben. Gegen den VfL Gummersbach gewann der THW 39:29 (18:16) und feierte im 34. Saisonspiel den 34. Sieg. 68:0 Punkte bedeuten die Krönung einer perfekten Saison. Zuvor hatte Kiel schon das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Triumph in der Champions League geholt.
"Es ist grandios, wie die Mannschaft über die Saison gearbeitet hat. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl", sagte Kiels Coach Alfred Gislason, der zum Trainer der Saison gekürt wurde. Der Isländer, ein selbstbekennender Party-Muffel, musste zum wiederholten Mal eine Bierdusche über sich ergehen lassen.
Dabei präsentierte sich Gislasons Ex-Club Gummersbach am letzten Bundesliga-Spieltag zunächst als Party-Schreck. Bis zur Halbzeitpause hielt der VfL die Partie offen (18:16). Die Kieler konnten sich insbesondere bei Torwart Andreas Palicka bedanken, dass sie beim Seitenwechsel nicht zurücklagen. Nach der Pause zog der THW vor 10.285 Zuschauern in der ausverkauften Arena davon und feierte am Ende einen klaren Erfolg. Beste Torschützen bei den Kielern waren Kim Andersson und Marcus Ahlm mit je acht Treffern. Für Gummersbach traf Ex-THW-Spieler Igor Anic am häufigsten (7).
Andersson wechselt nach sieben THW-Jahren nach Kopenhagen
Der Schlusspfiff dürfte der Startschuss für eine lange schwarz-weiße Partynacht in Kiel gewesen sein. Die Mannschaft feiert mit ihren Fans traditionell auf dem Rathausmarkt. Für den schwedischen Rückraumspieler Andersson wird es die letzte Party dieser Art sein. Der 29-Jährige, der als bester Spieler der Saison ausgezeichnet wurde, wechselt nach sieben Jahren beim THW zu AG Kopenhagen. Mit Kiel gewann er unter anderem sechs Meistertitel, fünf Pokalsiege und dreimal die Champions League.
Abgesehen von Kiels Erreichen der historischen Punkte-Marke waren alle Entscheidungen in der Liga bereits vor dem letzten Spieltag gefallen. Die SG Flensburg-Handewitt nimmt als Zweiter ebenso wie die Füchse Berlin (3.) in der kommenden Saison an der Champions League teil. Vorjahresmeister HSV Hamburg ist als Vierter zunächst ebenso wie die Rhein-Neckar Löwen (5.) sicher für den neuen EHF Europa Pokal qualifiziert. Die Hamburger hoffen allerdings noch auf die Möglichkeit, über ein Wildcard-Turnier in die Champions League zu gelangen. Der SC Magdeburg ist als Sechster ebenfalls für den Europacup qualifiziert. Für die drei Aufsteiger Bergischer HC, Hüttenberg und Hildesheim geht es direkt wieder in die zweite Liga.
ham/sid/dpa
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