Handball-Prozess Fax bringt Schwenker in Bedrängnis

Es wird enger für Uwe Schwenker: Im Kieler Handball-Prozess legte die Staatsanwaltschaft ein Fax vor, das Kontakte des früheren THW-Managers zu einer kroatischen Schlüsselperson der Bestechungsaffäre nahelegt. Schwenker selbst hatte stets betont, dass er den Kroaten nur als Spielervermittler kenne.

Ex-Manager Schwenker: Fax belastet den Angeklagten
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Ex-Manager Schwenker: Fax belastet den Angeklagten


Hamburg - Am 14. Verhandlungstag des Kieler Handballprozesses ist der Angeklagte Uwe Schwenker schwer belastet worden. Die Staatsanwaltschaft präsentierte am Freitag ein Fax-Schreiben des THW Kiel vom 28. Februar 2003, das an den mutmaßlichen Mittelsmann Nenad Volarevic gerichtet war. Darin übermittelte der THW dem Kroaten die Kontaktdaten der Schiedsrichter für die damals bevorstehenden Champions-League-Viertelfinalspiele der Kieler gegen den slowenischen Vertreter Prule 67 Ljubljana.

Gezeichnet wurde das Schreiben von Schwenker, dem ehemaligen Manager des THW. Erstellt hatte das Fax die heutige Geschäftsführerin des Vereins, Sabine Holdorf-Schust, wie sie der 5. Großen Strafkammer des Kieler Landgerichts bestätigte. An den Hintergrund des Schreibens konnte sich Holdorf-Schust nicht mehr erinnern. "Darauf kann ich Ihnen keine Antwort geben", sagte sie. Unklar ist, ob das Fax tatsächlich an Volarevic abgeschickt worden ist.

Laut Anklage soll Volarevic die Schiedsrichter des Champions-League-Finales 2007, das der THW gegen die SG Flensburg-Handewitt gewann, im Auftrag der Angeklagten Schwenker und Ex-THW-Trainer Zvonimir Serdarusic mit 92.000 Euro bestochen haben. Beide Angeklagten bestreiten die Manipulationsvorwürfe.

Sollte das Fax von 2003 tatsächlich ein Bestechungsauftrag gewesen sein, dann wäre er allerdings fehlgeschlagen: Nach dem 33:33 in Ljubljana verlor der THW das Rückspiel in Kiel 26:28 und schied aus. Referees in Kiel waren zwei Ungarn. Bislang hatte die Verteidigung stets erklärt, Volarevic habe ausschließlich als Scout für den THW auf dem Balkan agiert. Zeugin Holdorf-Schust erklärte, eine Scout-Tätigkeit Volarevics sei ihr als Geschäftsstellenleiterin bis 2009 nicht bekanntgewesen.

aha/dpa



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