Handball THW Kiel verpasst Champions-League-Sieg

Zur Pause noch vorn, am Ende mit sechs Treffern zurück: Die Handballer des THW Kiel haben das Rückspiel der Champions League bei Ciudad Real verloren. Nach dem Fünf-Tore-Sieg im Hinspiel verpasste der THW den Triumph in der Königsklasse damit denkbar knapp.


Hamburg - Kein Triple für den THW Kiel: Die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason unterlag am Sonntag beim alten und neuen Champions-League-Sieger Ciudad Real in einem dramatischen Rückspiel 27:33 (14:13). Das Hinspiel in Kiel hatte der THW 39:34 gewonnen. Somit verpasste der THW nach Meisterschaft und nationalem Pokal den dritten möglichen Titel. Für die Spanier ist es bereits der dritte Triumph in der Königsklasse nach 2006 und 2008. Schon im vergangenen Jahr hatte sich der THW im Finale Ciudad Real geschlagen geben müssen.

Kieler Karabatic (r.) gegen Abalo: Triple verpasst
AFP

Kieler Karabatic (r.) gegen Abalo: Triple verpasst

Im der Quijote-Arena erwischten die trotz ihres Fünf-Tore-Vorsprungs offensiv eingestellten Kieler einen guten Start. Vor allem der erneut überragende Torhüter Thierry Omeyer bot den Gästen bei ihrem dritten Champions-League-Finale in Folge mit allein vier Paraden innerhalb der ersten drei Minuten einen starken Rückhalt.

Beim Stand von 8:8 nach einer Viertelstunde wurde das Spiel hitziger und zunehmend wegen teilweise ruppiger Fouls von den Schiedsrichtern unterbrochen. Die Kieler zeigten sich in dieser zerfahrenen Phase in ihrem Offensivspiel etwas verunsichert, konnten jedoch einen 14:13-Vorsprung in die Halbzeitpause retten und blieben damit die gesamte erste Hälfte über in Führung.

Nach dem Seitenwechsel mussten die Kieler die Gastgeber nach einer zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung (20:16) aber wieder herankommen lassen. 15 Minuten vor Schluss nutzte Ciudad die sich häufenden Fehler des THW und erkämpfte sich beim 22:21 zum ersten Mal die Führung, zog anschließend sogar auf drei Tore davon.

In der hochdramatischen Schlussphase ging dem THW zusehends die Luft aus und die Defensive verlor die Stabilität, während Ciudad vom begeisterten Publikum förmlich getragen wurde.

Zur Überraschung aller Beteiligten waren als Schiedsrichter die Serben Slobodan Visekruna und Zoran Stanojevic eingesetzt worden. Das Duo hatte nicht nur das Halbfinale des THW gegen die Rhein-Neckar Löwen in Mannheim gepfiffen, sondern bereits im vergangenen Jahr das Final-Hinspiel der Kieler in Ciudad Real (29:27). Im Zusammenhang mit den Manipulationsvorwürfen gegen den THW war auch dieses Duo in die Kritik geraten.

Niederlage für Nordhorn, Chance für Gummersbach

Nach der Niederlage für die Kieler hat der VfL Gummersbach am Montag noch die Chance auf eine europäische Trophäe. In der Kölner Arena kann der VfL im Finale des EHF-Pokals gegen den slowenischen Club RK Gorenje Velenje den ersten internationalen Titel seit 26 Jahren perfekt machen. Das Hinspiel hatte Gummersbach 29:28 für sich entschieden.

Im Europacup der Pokalsieger verlor die HSG Nordhorn nach dem 31:30 im Hinspiel in der Vorwoche das Final-Rückspiel am Samstag bei BM Valladolid 23:24 und verpasste den Triumph aufgrund der weniger erzielten Auswärtstore.

fsc/sid/dpa

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