Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Handball-WM 2015: Wildcard-Entscheidung für Deutschland wohl schon vor den Playoffs

Handballer Wiencek (l.) im Spiel gegen Polen: Trotz Niederlage für die WM qualifiziert Zur Großansicht
DPA

Handballer Wiencek (l.) im Spiel gegen Polen: Trotz Niederlage für die WM qualifiziert

Stand die WM-Teilnahme der deutschen Handballer bereits vor dem Playoff-Duell mit Polen fest? Laut einem Bericht der ARD-Sportschau war dem DHB schon im Frühjahr die Wildcard zugesichert worden, das bestätigen mehrere Quellen unabhängig voneinander.

Hamburg - Der Weltverband IHF hat dem Deutschen Handballbund (DHB) offenbar schon vor den Playoff-Spielen gegen Polen eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2015 in Katar zugesichert. Das berichtet die ARD-Sportschau. "Ich fand es sehr ungeschickt, dass ich meiner Mannschaft diese Meldung weitergeben musste, um ihnen klarzumachen, dass wir gewinnen müssen. Man hörte immer deutlicher, dass Deutschland eben doch die Wildcard bekommt. Für die Polen hätte das nicht gegolten", sagte Polens Nationaltrainer Michael Biegler.

Die DHB-Auswahl verpasste gegen Polen die direkte Qualifikation, der Vertrag mit Bundestrainer Martin Heuberger wurde danach nicht verlängert. Im Anschluss wurde aber Australien trotz erfolgreicher Qualifikation gegen Neuseeland die Startberechtigung wieder entzogen. Ex-Weltmeister Deutschland erhielt eine Wildcard.

Australiens Mannschaftskapitän Bevan Calvert wusste anscheinend schon im Frühjahr Bescheid. "Wir hatten einen Anruf im April, dass unser Platz vielleicht nicht für die WM da ist. Das war ein großer Schock für uns", sagte Calvert. IHF-Präsident Hassan Moustafa unterstrich den Stellenwert des deutschen Handballs. "In Deutschland haben wir ungefähr eine Million Spieler. Sie sind Weltmeister und auch im Fernsehen immer dabei. Deutschland ist die wichtigste Federation in der IHF", sagte der Ägypter.

Die DHB-Verantwortlichen wollen erst Monate später davon erfahren haben, dass es ein WM-Ticket gibt. "Am 19. Juni habe ich von meinem Leistungssportreferenten gehört, dass über die tschechische Schiene durchgesickert sei, dass wir eine Wildcard erhalten sollen. Rein faktisch inhaltlich bin ich dann am 7. Juli informiert worden aus Doha, dass es das geben wird", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Deutschland trifft bei der WM im kommenden Jahr (15. Januar bis 1. Februar) auf Saudi-Arabien, Dänemark, Polen, Russland und Argentinien. Die ersten vier Teams erreichen das Achtelfinale.

tpr/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. IHF und FIFA
gandhiforever 23.11.2014
Anscheinend gibt es nicht nur bei der FIFA fragwuerdige Methoden.Wenn einer Mannschaft schon vor Ende der Qualifikationsspiele mitgeteilt wird, dass bei Nichtqualifikation eine Wildcard warte, dann hat das einen Beigeschmack.
2.
townsville 23.11.2014
Verständliche Entscheidung. In Australien interessiert sich kein Mensch für Handball, es gibt nicht mal eine echte Liga. Die "Qualifikation" der Australier bestand aus einem einzigen Spiel, weil es ansonsten überhaupt keine Gegner gab. Das hat mit sportlicher Leistung absolut nichts zu tun und "verdient" wäre die WM-Teilnahme damit auch nicht gewesen.Allerdings hätte durchaus auch Ausland die Wildcard kriegen können.
3. Armselig
Christian Guenter 23.11.2014
Als Deutscher schäme ich mich für dieses Funktionärspack!!Jeder anständige deutsche Handballer verzichtet auf die Teilnahme!!
4. Sport - einfach überbewertet
norman.schnalzger 23.11.2014
Tolle Sache für Körper und Geist, solange ich das selbst betreibe. Blöd zugucken ist doch total langweilig. Nicht einschalten, dann hat sich diese Korruptionposse der Verbände eh schnell erledigt.
5.
HamburgHafen 24.11.2014
Zitat von townsvilleVerständliche Entscheidung. In Australien interessiert sich kein Mensch für Handball, es gibt nicht mal eine echte Liga. Die "Qualifikation" der Australier bestand aus einem einzigen Spiel, weil es ansonsten überhaupt keine Gegner gab. Das hat mit sportlicher Leistung absolut nichts zu tun und "verdient" wäre die WM-Teilnahme damit auch nicht gewesen.Allerdings hätte durchaus auch Ausland die Wildcard kriegen können.
Dummes Zeug! Gehen Sie doch mal auf die Seite des Australischen Handballverbands, bevor Sie solchen Mist posten.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Hallenhandball-Weltmeister der Männer
Jahr Team
2015 Frankreich (25:22 gegen Katar)
2013 Spanien (31:19 gegen Dänemark)
2011 Frankreich (37:35 n.V. gegen Dänemark)
2009 Frankreich (24:19 gegen Kroatien)
2007 Deutschland (29:24 gegen Polen)
2005 Spanien (40:34 gegen Kroatien)
2003 Kroatien (34:31 gegen Deutschland)
2001 Frankreich (28:25 n.V. gegen Schweden)
1999 Schweden (25:24 gegen Russland)
1997 Russland (23:21 gegen Schweden)
1995 Frankreich (23:19 gegen Kroatien)
1993 Russland (28:19 gegen Frankreich)
1990 Schweden (27:23 gegen die UdSSR)
1986 Jugoslawien (24:22 gegen Ungarn)
1982 UdSSR (30:27 n.V. gegen Jugoslawien)
1978 Deutschland (20:19 gegen die UdSSR)
1974 Rumänien (14:12 gegen die DDR)
1970 Rumänien (13:12 n.V. gegen die DDR)
1967 CSSR (14:11 gegen Dänemark)
1964 Rumänien (25:22 gegen Schweden)
1961 Rumänien (9:8 n.V. gegen die CSSR)
1958 Schweden (22:12 gegen die CSSR)
1954 Schweden (17:14 gegen Ges.-Deutschland)

Handball-Deutschland

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: