Handball-WM Brasilien überrascht Kroatien - und das DHB-Team freut's

Kroatiens Handballer haben gegen Außenseiter Brasilien verloren. Dadurch könnte Deutschland am Montag den Halbfinaleinzug perfekt machen. Die französische Mannschaft gewann ihr Spiel dagegen souverän.

Brasiliens Haniel Langaro (m.), Kroatiens Ivan Sliskovic (r.)
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Brasiliens Haniel Langaro (m.), Kroatiens Ivan Sliskovic (r.)


Deutschlands Handballer haben bei der WM in Deutschland und Dänemark unerwartete Hilfe von Brasilien erhalten. Die Südamerikaner bezwangen in Köln den EM-Fünften Kroatien überraschend 29:26 (17:13). Damit kann die DHB-Auswahl mit einem Sieg im Duell gegen Kroatien an diesem Montag (20.30 Uhr; TV: ZDF; Liveticker SPIEGEL ONLINE) vorzeitig den Einzug ins Halbfinale perfekt machen.

In der Anfangsphase setzten sich die Brasilianer mit einem 4:0-Lauf innerhalb von knapp drei Minuten zum 8:3 (11. Minute) schnell ab. Diesem Rückstand rannten die Kroaten lange hinterher. Erst sieben Minuten vor dem Ende war der Favorit auf ein Tor herangekommen. Doch die Wende gelang nicht. Überragender Werfer bei den Südamerikanern war Haniel Langaro mit neun Treffern. Für Kroatien traf Topstar Domagoj Duvnjak vom THW Kiel (6 Tore) am häufigsten.

Bislang war der zweimalige Olympiasieger Kroatien bei dieser WM noch ungeschlagen gewesen. Gegen Brasilien erlaubte sich das Team zahlreiche technische Fehler. Die Brasilianer nutzten die Ballgewinne immer wieder zu Würfen ins leere kroatische Tor. Mit 4:2 Punkten steht Kroatien gegen die DHB-Auswahl (5:1) enorm unter Druck.

"Es ist ein wichtiges Spiel für uns und für Deutschland. Es wird brutal schwer", sagte Duvnjak nach der Begegnung: "Wir haben schlecht gespielt. Die Niederlage ist auch für uns eine Überraschung. Auch wenn wir wussten, dass Brasilien eine gefährliche Mannschaft ist."

Brasiliens bestes WM-Abschneiden war bislang ein 13. Platz 2013. Im Vorrundenspiel gegen die deutsche Mannschaft war das Team chancenlos gewesen (21:34).

Island - Frankreich 22:31 (11:15)

Frankreich hat auch das zweite Hauptrundenspiel gewonnen. Gegen Island, das die deutsche Mannschaft am Samstag 24:19 besiegt hatte, ließ der Mitfavorit auf den Weltmeistertitel bereits in der ersten Hälfte keine Zweifel an einem Sieg offen.

Vincent Gerard (links) und Nikola Karabatic
DPA

Vincent Gerard (links) und Nikola Karabatic

Die Franzosen Valentin Porte und Melvyn Richardson sowie Islands Elvar Órn Jónsson waren mit jeweils fünf Toren die besten Werfer. Daneben ragte Frankreichs Torhüter Vincent Gerard heraus. 44 Prozent der Bälle auf sein Tor konnte Gerard abwehren - und führte Frankreich damit zur Tabellenführung in der Hauptrundengruppe I.

Mit einem Sieg gegen Kroatien würde Deutschland aber wieder Platz eins in der Gruppe übernehmen. Hier finden Sie alle Ergebnisse und weitere Informationen zur Handball-WM.

Weitere Hauptrundenergebnisse:
Ungarn - Tunesien 26:21 (16:14)
Norwegen - Ägypten 32:28 (16:14)

mon/hba/dpa/sid



insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
kimmikwo 20.01.2019
1. Wow
1. Ich bin begeistert, man kann hier nur mitreden, wenn man "unverbindliche Angebote" akzeptiert, vorher kann man sich nicht registrieren. 2. Ob die Kritiker unseres Teams samt Trainer nun mal zugeben, dass der kleingeredete hohe Sieg über Brasiliens Jungs nicht selbstverständlich war?
kimmikwo 20.01.2019
2. perfekt
alles ist toll
skeptikerjörg 20.01.2019
3. Wirklich?
Freut sich das DHB-Team wirklich? Und wenn ja, warum? An der Ausgangslage hat sich nichts geändert, sie müssen gegen Kroatien gewinnen. Für die Kroaten ist es durch die Niederlage aber zu einem Alles-oder-Nichts-Spiel geworden und entsprechend werden sie zur Sache gehen.
K:F 21.01.2019
4. Gemach, gemach
Brasilien war der vermeintlich schwächere Gegender. Kroatien war gedanklich schon beim Deutschlandspiel. Gewonnen ist noch lange nichts.
spon1899 21.01.2019
5.
@1: Das war das wichtigste Ergebnis der bisherigen WM. Gewinnt Deutschland, sind sie durch. Verlieren sie, haben sie immer noch alle Chancen gegen Spanien, die schon fast weg sind und gleichzeitig spielen Frankreich und Kroatien gegeneinander. Die Brasilianer haben unserer Mannschaft also einen ganz großen Gefallen getan.
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