Sieg über Serbien Deutschlands Handballer werfen sich für die Hauptrunde warm

Das Weiterkommen bei der Handball-WM hatte schon vorher festgestanden - so wurde das Duell mit Serbien fürs DHB-Team zum Testlauf. Und der war gelungen.

Fabian Wiede
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Fabian Wiede


Deutschland geht mit einem Sieg in die Hauptrunde der Handball-WM. Die DHB-Auswahl gewann gegen Serbien 31:23 (16:12). Das Weiterkommen hatte bereits vor dem Duell festgestanden, genauso war klar gewesen, dass Serbien diese verpassen würde.

Bester Werfer im deutschen Team war Matthias Musche mit fünf Treffern. Bei Serbien stach Nemanja Ilic (sechs Tore) heraus.

Deutschland war in der Vorrundengruppe A vorübergehend Erster mit acht Punkten. Aber durch den Sieg der Franzosen gegen Russland (23:22) im späteren Spiel, zog der Titelverteidiger noch vorbei. Für den weiteren Turnierverlauf ist die Endplatzierung allerdings unerheblich. Nach Brasiliens Sieg über Korea am Nachmittag stand bereits fest, dass Deutschland, genau wie Frankreich, mit 3:1 Punkten in die Hauptrunde geht.

"Fantastische Tage"

"Es waren fünf fantastische Spiele oder zehn fantastische Tage", zog Bundestrainer Christian Prokop in der ARD eine positive Zwischenbilanz. "Es war eine schwere Vorrundengruppe, dass wir da so durchgehen mit der 3:1-Punkausbeute und dem guten Torverhältnis - das ist eine ganz tolle Sache", sagte er.

Dass das Duell gegen Serbien in Berlin so deutlich enden würde, war zumindest zu Beginn nicht abzusehen gewesen. Serbiens Defensive ließ die deutschen Spieler selten bis an den Kreis gelangen, die Folge waren Zeitdruck und Würfe aus dem Rückraum. Je länger die Partie andauerte, desto besser wurden aber die Abschlusspositionen. Am Ende lag die Erfolgsquote der deutschen Mannschaft bei 67 Prozent, Serbien erreichte 49 Prozent.

Heinevetter hält spektakulär

Das lag auch an einer starken DHB-Defensive - und guten Paraden von Silvio Heinevetter. Der Torwart erhielt den Vorzug vor Andreas Wolff und rückte mit diesem 39. WM-Einsatz auf Platz drei der deutschen Handball-Rangliste vor. Häufiger wurden bei Weltmeisterschaften nur Christian Schwarzer (51) Oliver Roggisch (44) eingesetzt.

Gerade in der zweiten Hälfte parierte Heinevetter teils spektakulär. Dass er intensiver gefordert war als zuvor, hatte wohl auch damit zu tun, dass Prokop nun einige Stars draußen ließ, vermutlich, um sie für die anstehende Hauptrunde zu schonen. Auch taktisch nutzte er die Gelegenheit, Varianten zu testen.

Ernst wird es wieder am Samstag, dann beginnt die Hauptrunde, in der die vier Halbfinalisten ermittelt werden. Der erste deutsche Gegner wird Island sein, am Montag wartet Kroatien und im letzten Hauptrundenspiel am Mittwoch bekommt es die DHB-Auswahl mit Europameister Spanien zu tun.

Wir haben den Spielort von Köln in Berlin geändert. Wir hatten bereits mit Schlusspfiff der deutschen Partie geschrieben, dass der Auftaktgegner in der Hauptrunde Island sein wird - das stand allerdings erst offiziell nach Frankreichs Spiel fest.

mon



insgesamt 9 Beiträge
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BettyB. 17.01.2019
1. Der Testlauf war gelungen?
Schon bevor er begann?
spon1899 17.01.2019
2.
Keine Niederlage in einer anspruchvollen Gruppe und jetzt 3-1 Punkte. Das ist gut. Die Zwischenrunde mit Kroatien und Spanien ist sehr schwer. Wird hart, aber für die anderen auch.
skeptikerjörg 17.01.2019
3. Muss ich das verstehen?
Der Ausgang des Spiels war für das weitere Turnier egal, soweit, so gut. Über lange Zeit hat die deutsche Mannschaft es aber trotzdem Ernst genommen und ansehnlich gespielt. Dann hatte der Trainer die Idee, eine Trainingseinheit im Spiel anzulegen - 7 Feldspieler, kein Torwart. Ergebnis: Völliger Verlust der Spielkultur, kein eigenes Tor, dafür aber einfache Tore für den Gegner. Auch nach Rückkehr in den Normalmodus große Schwierigkeiten, wieder ins Spiel zu finden. Mal abgesehen davon, dass man Experimente besser im Training machen sollte, hat das Ganze noch einen Beigeschmack: Wer bei 10-Tore-Führung so etwas tut, macht den Gegner zusätzlich zu dessen Unterlegenheit lächerlich. Er erhebt sich über den Gegner. Und das hatten die Serben nicht verdient, die ihre Unterlegenheit mit Anstand hingenommen habe. Was haben Sie sich bei soviel Überheblichkeit gedacht, Christian Prokop? Hochmut kommt vor dem Fall und bei den nächsten drei Gegnern wird man diese Überheblichkeit sehr wohl registriert haben.
Mähtnix 17.01.2019
4.
Zitat von skeptikerjörgDer Ausgang des Spiels war für das weitere Turnier egal, soweit, so gut. Über lange Zeit hat die deutsche Mannschaft es aber trotzdem Ernst genommen und ansehnlich gespielt. Dann hatte der Trainer die Idee, eine Trainingseinheit im Spiel anzulegen - 7 Feldspieler, kein Torwart. Ergebnis: Völliger Verlust der Spielkultur, kein eigenes Tor, dafür aber einfache Tore für den Gegner. Auch nach Rückkehr in den Normalmodus große Schwierigkeiten, wieder ins Spiel zu finden. Mal abgesehen davon, dass man Experimente besser im Training machen sollte, hat das Ganze noch einen Beigeschmack: Wer bei 10-Tore-Führung so etwas tut, macht den Gegner zusätzlich zu dessen Unterlegenheit lächerlich. Er erhebt sich über den Gegner. Und das hatten die Serben nicht verdient, die ihre Unterlegenheit mit Anstand hingenommen habe. Was haben Sie sich bei soviel Überheblichkeit gedacht, Christian Prokop? Hochmut kommt vor dem Fall und bei den nächsten drei Gegnern wird man diese Überheblichkeit sehr wohl registriert haben.
Sie haben keine Ahnung von diesem Sport: 1. Natürlich beginnt man mit neuen Spielvarianten im Training. Aber irgendwann muss man sie auch mal im "Ernstfall" einsetzen. Und das am besten ohne Risiko. Alles richtig gemacht. 2. Kein professioneller Gegner in einem so taktischen Sport wie Handball, wird es als Hochmut ansehen, wenn man bei Überlegenheit, neue Varianten ausprobiert. 3. Es ist eine große Herausforderung, bei großer Überlegenheit und nach taktischen Experimenten, wieder in den "Normalmodus" zu finden.
bcpt8 17.01.2019
5.
Zitat von skeptikerjörgDer Ausgang des Spiels war für das weitere Turnier egal, soweit, so gut. Über lange Zeit hat die deutsche Mannschaft es aber trotzdem Ernst genommen und ansehnlich gespielt. Dann hatte der Trainer die Idee, eine Trainingseinheit im Spiel anzulegen - 7 Feldspieler, kein Torwart. Ergebnis: Völliger Verlust der Spielkultur, kein eigenes Tor, dafür aber einfache Tore für den Gegner. Auch nach Rückkehr in den Normalmodus große Schwierigkeiten, wieder ins Spiel zu finden. Mal abgesehen davon, dass man Experimente besser im Training machen sollte, hat das Ganze noch einen Beigeschmack: Wer bei 10-Tore-Führung so etwas tut, macht den Gegner zusätzlich zu dessen Unterlegenheit lächerlich. Er erhebt sich über den Gegner. Und das hatten die Serben nicht verdient, die ihre Unterlegenheit mit Anstand hingenommen habe. Was haben Sie sich bei soviel Überheblichkeit gedacht, Christian Prokop? Hochmut kommt vor dem Fall und bei den nächsten drei Gegnern wird man diese Überheblichkeit sehr wohl registriert haben.
"Beigeschmack" unterliegt sicherlich auch dem persönlichem Geschmack. Trainer Prokops Sicht Im ARD-Interview nach Spielschluss lautete: Training sei das Eine, Testen unter Wettkampfbedingungen sowie "dem Gegner mal unterschiedliche Aufgaben stellen" mit Blick auf den "weiteren Turnierverlauf" das Andere ("Wann, wenn nicht jetzt?", also bei bereits gesicherter Hauptrundenqualifikation). Patrick Wiencek räumte im Interview ein, nach Dauereinsatz in einer anstrengenden Gruppenphase ganz froh über 20-30 Min. Schonung auf der Bank gewesen zu sein. Beide Aspekte, den "experimentellen" sowie die Belastungssteuerung, meine ich zudem auch bei anderen Teams gesehen zu haben (zumal angesichts komfortabler Führung/Ausgangslage fürs Weiterkommen).
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