Handball-WM Deutschland gewinnt gegen Spanien - und wird Gruppensieger

Durch den Sieg gegen Spanien ist Deutschland als Gruppensieger für das Halbfinale qualifiziert. In Hamburg geht die Mannschaft dem schwersten Konkurrenten noch aus dem Weg.

Tim Suton
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Tim Suton


Deutschland hat sich den Sieg in der Hauptrundengruppe I gesichert und trifft im Halbfinale auf Norwegen. Gegen Spanien gewann die DHB-Auswahl 31:30 (17:16). Gegen den amtierenden Europameister wechselte Bundestrainer Christian Prokop seine Mannschaft durch - und die Spieler aus der vermeintlich zweiten Reihe nutzten ihre Chance. Bester deutscher Werfer war Fabian Böhm mit fünf Treffern.

Deutschland war bereits vor dem Spiel gegen Spanien sicher für das Halbfinale qualifiziert. Durch die Niederlage Frankreichs gegen Kroatien (20:23) hätte das DHB-Team sogar mit sieben Toren verlieren können - und wäre dennoch Gruppensieger gewesen. Dementsprechend viel rotierte Prokop im Spiel.

Suton und Böhm überzeugen

In einer torreichen ersten Hälfte erzielten die Spanier das erste Tor. Danach war aber zunächst die deutsche Mannschaft an der Reihe. Es brauchte fast 20 Minuten, ehe Spanien das zweite Mal in Führung gehen konnte (10:11). Neben dem bulligen Kreisläufer Julen Aguinagalde stellte vor allem der spanische Linksaußen Ángel Fernández die deutsche Verteidigung vor Probleme.

Im deutschen Team überzeugte vor allem der für den schwer am Knie verletzten Martin Strobel nachnominierte Tim Suton. Mit mutigen Vorstoßen an den Kreis erzielte er starke vier Treffer. Neben Suton konnte auch Böhm überzeugen.

Deutschland siegt - und trifft auf Norwegen

In der zweiten Hälfte schaffte es Deutschland schnell, sich auf 21:18 abzusetzen (38.). Die prägenden Rollen übernahmen wieder die Spieler, die gegen Kroatien auf nur sehr wenig Einsatzzeit gekommen waren. So hielt vor allem Torhüter Silvio Heinevetter stark - und auch Uwe Gensheimers Linksaußen-Backup Matthias Musche fügte sich nahtlos in die starke deutsche Teamleistung ein.

In der Schlussphase kam Deutschland zu einfachen Toren in der zweiten Welle. Spanien schaffte es nicht mehr, das Spiel zu drehen. Allein Spaniens Ferran Sole Sala ließ Spanien noch einmal herankommen. Seine acht Tore reichten aber nicht für eine Aufholjagd.

Weil Topfavorit Dänemark im Parallelspiel 30:26 (13:13) gegen Schweden gewann und in der Hauptrundengruppe II den Gruppensieg holte, trifft Deutschland im Halbfinale am Freitag in Hamburg auf Norwegen. Im anderen Halbfinale stehen sich Frankreich und Dänemark gegenüber.

hba



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
aurichter 23.01.2019
1. Und jetzt
die Norweger nicht unterschätzen, egal welche Ergebnisse die Wikinger eingefahren haben und den unbedingten Willen zum Finalspiel aufbringen. Wäre den Jungs zu wünschen, drücke ganz fest die Daumen (und die großen Zehen auch)! °{?¿?}°
citizen01 23.01.2019
2. Begeisterndes Spiel. Dynamik pur.
Wer sagte noch, Handball sei der neue Fußball ....?
janke-rastede 24.01.2019
3. Wieder Überzeugend...
...der Auftritt der Nationalmannschaft. Handball vom Feinsten und nach der WM bitte nicht wieder mit der Handballbundesliga und allen interessanten Spielen bei einem Bezahlsender verstecken.
spon1899 24.01.2019
4.
Erneut ein gutes Spiel. Keine Niederlage und in der Hauptrunde alles gewonnen. Super!
bcpt8 24.01.2019
5.
Zitat von janke-rastede...der Auftritt der Nationalmannschaft. Handball vom Feinsten und nach der WM bitte nicht wieder mit der Handballbundesliga und allen interessanten Spielen bei einem Bezahlsender verstecken.
Das mahnte während der HZ-Pause auch Stefan Kretzschmar an, damit das Interesse nicht nur zu WM-/EM-Großevents auf diese Sportart gelenkt werde (die im Parallelartikel genannten ÖR-Zahlen: 10 Mio. Zuschauer beim Spiel gegen Kroatien zu 7 Mio. beim jüngsten Fußballerstliga-Rückrundenauftakt). Bemerkenswert auch Kretschmars Rückblende zum medial alleinigen Prügelknaben Prokop noch vor einem Jahr (nach dem EM-Desaster), "hinter dem sich einige weitere Mitverantwortliche weggeduckt" hätten. Der nachberufene Strobel-Ersatz Suton erwies sich gestern mit seiner Effektivität in wichtigen Momenten als echte Bereicherung. Besonders freut mich auch, dass Heinevetter nach etwas unglücklichen Kurzeinsätzen nun seine Chance als Wolff-Vertreter besser zu nutzten wusste. Teammanager Roggisch gelingt zudem offenbar die richtige Mischung aus "Emotional Leader" und Seelenmasseur an der Seitenlinie sowie nüchternem Analytiker den Medien gegenüber ("...hatten bislang in fast jedem Spiel Schwächephasen, die es noch abzustellen gilt.").
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