Reaktionen auf deutsches WM-Aus "Man muss aufpassen, was man sagt"

Torwart Silvio Heinevetter machte die Schiedsrichter für das Viertelfinal-Aus des deutschen Teams bei der WM indirekt mitverantwortlich. Andere DHB-Profis waren vor allem selbstkritisch. Die wichtigsten Stimmen zum Spiel gegen Katar.

DHB-Torwart Heinevetter: "Nicht unser bestes Spiel gemacht"
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DHB-Torwart Heinevetter: "Nicht unser bestes Spiel gemacht"


Hamburg - Das sagen Protagonisten und Beobachter zur Niederlage der deutschen Handball-Nationalmannschaft im WM-Viertelfinale gegen Katar (24:26):

Bundestrainer Dagur Sigurdsson: "Die Enttäuschung ist natürlich sehr groß. Es war ein schweres Spiel. Wir waren oft nah dran, aber haben es nie geschafft, es zu knacken. Wir haben zu viele Chancen liegen lassen, aber man muss auch sagen, dass die Jungs unglaublich gekämpft haben. Ich hätte viel früher auf die 6:0-Deckung wechseln müssen. Es war mehr drin, aber Saric hat auch sehr gut gehalten."

DHB-Kapitän Uwe Gensheimer: "Das kann man nicht in Worte fassen. Wir hatten die Riesenmöglichkeit, etwas ganz Großes zu erreichen. Leider haben wir heute das schlechteste Spiel bei der WM abgeliefert. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht und zu viele Chancen liegen lassen. Das hat sich am Ende gerächt. Es war alles in allem nicht auf dem Niveau, was wir bislang im Turnier gezeigt haben. Wir müssen uns jetzt als Mannschaft hochziehen und wollen eine gute Platzierung erreichen."

DHB-Torwart Silvio Heinevetter: "Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht, das muss man ehrlicherweise sagen. Aber heute konnten wir das Spiel nicht gewinnen. Wir sind immer noch Gäste hier in dem Land, und man muss aufpassen, was man sagt. Jeder, der das Spiel gesehen und ein bisschen Ahnung von Handball hat, der weiß, was ich denke."

Rückraumspieler Steffen Weinhold: "Natürlich ist die Enttäuschung groß. Wir waren irgendwie zu hektisch. Zwischendrin hatten wir immer wieder technische Fehler und haben uns auch von der Hektik in der Halle ein bisschen anstecken lassen. Wir müssen das jetzt aus dem Kopf bekommen, uns auf die nächste Aufgabe konzentrieren und zumindest eines der beiden Platzierungsspiele gewinnen."

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Viertelfinal-Aus der Handballer: Schwache Schiris, schwaches deutsches Team
Ex-DHB-Torwart und Sky-Experte Henning Fritz: "Deutschland hat ein gutes Turnier gespielt. Heute hat es leider nicht ganz gereicht, aber die Mannschaft hat absolut Perspektive."

Ex-DHB-Trainer und Sky-Experte Heiner Brand: "Das heutige Spiel tut weh, weil wir nicht damit gerechnet haben und es auch nicht notwendig war. Wir haben nicht ganz an die Leistungen der ersten Woche anschließen können. Es fehlte ein bisschen aus dem Rückraum. Die Mannschaft hat auf jeden Fall Perspektive, und es werden weitere gute junge Leute hinterherkommen. Ich glaube, dass wir da besser als andere Nationen aufgestellt sind. Es geht jetzt darum, dass sich die Mannschaft schnell erholt, das abschüttelt und unter die ersten sieben kommt, um eine Chance auf Rio zu haben. Die Teilnahme an Olympia ist das Größte für jeden Sportler."

tim/sid



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
AndreHa 28.01.2015
1.
Natürlich hat Deutschland nicht das stärkste Spiel des Turnieres gezeigt. Aber als sie sich anschickten, Katar in den Griff zu bekommen (19:20), bekamen sie die Konsequenz der Schiris zu spüren. In entscheidenden Momenten ein Stürmerfoul pfeifen, ein Zeitspiel der Mannschaft von Katar nicht abzupfeifen, Fouls nicht zu sehen - das hat gereicht. Polen wird das nächste Opfer. Katar muss Weltmeister werden. Koste es, was es wolle [sic!]
smokiebrandy 28.01.2015
2. Schade...
andererseits wäre jeder der behauptet hätte, dass es die deutsche Mannschaft ins Viertelfinale schafft, noch vor einpaar Wochen gnadenlos ausgelacht worden. Es ist etwas bewegt worden.So viel ist schon mal klar. Das die eine oder andere Schiedsrichterentscheidung ungerecht war...muss mn nicht drüber diskutieren. War halt so...was wirklich bitter ist...es gab zwei drei Chancen ,die man unbedingt verwandeln muss und auch zwei drei Tore ,die man nicht zulassen darf...damit wäre das Ergebnis anderslautend. Der Kampfgeist war zeitweise gut und für die Zukunft kann man wieder optimistischer sein.
ringotheone 28.01.2015
3. Gewusst wie...
Auf den ersten Blick sind es nur ein "paar" kleinere Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. Es ist aber bedeutend mehr. Um ein Spiel (wenig offensichtlich) zu beeinflussen, werden nicht krasse Fehlentscheidungen getroffen. Beim Handball reicht es die Zweifelsfälle zu nutzen. Es ist immer ein schmaler Grat zw. Zeistrafe oder eben nicht, Foul oder Stürmerfoul.... Im richtigen Moment kann das "Kippen" des Spiels verhindert oder der Rhythmus einer Mannschaft unterbrochen werden. So wird der Kreisligist nicht deutscher Pokalsieger, aber bei Handball auf Profiniveau reicht es aus um ein Spiel zu lenken. Erfahrene Schiedsrichter können ein Spiel, ähnlich wie ein Trainer, lesen und danach agieren. Dennoch wäre es schön, wenn es der deutschen Mannschaft gelungen wäre, die sich bietenden Chancen konsequenter zu nutzen. Und wenn es letztlich vielleicht zu krassen Fehlentscheidungen kurz vor Schluss geführt hätte. Das wäre dann immerhin sehr medienwirksam gewesen....
rauchkaffee 28.01.2015
4. na ja
Deutschland nicht so gut wie zu vor richtig, zuviel Tore nicht gemacht richtig. Aber die schieris? immer wenn zeitspiel angezeigt wurde ,dieKatarer konnten solange spielen bis sie ein Tor machen ,bei Deutschland 3mal nach Tor abgepfiffen .Nur ein beispiel ich gratuliere den Kataris zur Olympiateilnahme und Weiltmeisterschaft. PS Jungs ihr seid geil bitte kämpft weiter schöne grüsse aus Magdeburg steffen
Stäffelesrutscher 28.01.2015
5.
»Wir sind immer noch Gäste hier in dem Land, und man muss aufpassen, was man sagt.« Oh - dachte Silvio Heinevetter da an den Fall des Fußballprofis Zahir Belouni?
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