THW-Profi Zeitz "Das ist eine Riesensauerei"

Ohne Punktverlust wurde der THW Kiel vergangene Spielzeit Meister. Nun kämpfen Christian Zeitz und Co. mit hohen Erwartungen. Mit dem "Handball-Magazin" sprach der Linkshänder über die neue Saison, die Pleite von AG Kopenhagen und seine Rolle als dienstältester Kieler.

Kieler Zeitz: "Es fällt immer schwer, wieder aktiv in den Schmerz zu gehen"
DPA

Kieler Zeitz: "Es fällt immer schwer, wieder aktiv in den Schmerz zu gehen"


Er ist anders, unberechenbar und umstritten. Mit dem THW Kiel geht er in seine zehnte Saison als Bundesligaspieler: Der Linkshänder Christian Zeitz ist einer der erfolgreichsten deutschen Handballer. Der 31-Jährige war Welt- und Europameister, dreimal Champions-League-Sieger und zuletzt 68:0-Punkte-Meister mit dem THW Kiel.

Vor neun Jahren kam Zeitz von der SG Kronau/Östringen in den Norden. Für die Fans des THW ist Zeitz längst ein Kult-Zebra. Er spielt spektakulär, trat aber 2008 in der Nationalmannschaft zurück und gilt im Umgang mit den Medien als speziell. Zu Beginn der neuen Spielzeit spricht Zeitz über…

…den Reiz, sich nach dem Triple inklusive einer 68:0-Punkte-Meisterschaft für eine neue Saison zu schinden:

Es fällt immer schwer, wieder aktiv in den Schmerz zu gehen - ganz egal, wie die vorherige Saison lief. Die vier Wochen Urlaub haben gut getan, mal ein bisschen Abstand zu gewinnen. Ich habe die Ruhe sehr genossen. Jetzt beginnt die neue Saison. Und dazu gehört immer eine knallharte Vorbereitung. Wer sagt, dass er sich darauf freut, kennt das Training mit Alfred (Gislason, Anm. der Red.) nicht.

…den Mangel an nationalen Konkurrenten:

Das ist Quatsch. Nur weil man einen Lauf hat und die Früchte seiner harten Arbeit erntet, fangen viele an zu übertreiben. Drei Verletzungen und noch ein bisschen Pech, schon sieht alles wieder ganz anders aus. Das wissen alle.

…die Pleite des großen Herausforderers AG Kopenhagen:

Das ist eine Riesensauerei. Ich wünsche mir schon seit Jahren mehr Verantwortungsbewusstsein und Professionalität - auch im Umfeld unseres Sports.

…die veränderte Aufgabe nach dem Abgang von Kim Andersson:

Kim ist ein herausragender Spieler. Einer, der an guten Tagen sogar aus der Umkleidekabine jeden Wurf verwandeln würde. Man kann einen Kim nicht ersetzen. Genauso wenig, wie man einen Stefan Lövgren ersetzt hat. Wir sind keine Fließbandarbeiter, die man einfach austauscht. Jeder Spieler hat seinen eigenen Stil, seine Art, das Spiel zu spielen und ihm seine Note zu geben. Es ist die Kunst des Trainers, immer wieder das Beste aus den Spielern rauszuholen, die ihm zur Verfügung stehen.

…die Rolle als gemeinsam mit Kapitän Marcus Ahlm dienstältester Spieler des THW:

Okay, wir sind am längsten da. Das ist gewiss eine Ehre. Aber mich interessiert das nicht sonderlich. Soll ich den Jungen erzählen, wie es früher war? "Opa erzählt vom Krieg" - Nee, das können gern andere machen. Ich konzentriere mich auf das nächste Spiel. So als wäre es mein erstes.



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.