Heißes Eis Bengalische Feuer sollen Torwart verletzt haben

Um beim Pokalspiel für Stimmung zu sorgen, entzündeten die Veranstalter in Düsseldorf bengalische Feuer. Diese hätten ihren Keeper verletzt, behaupten nun die Gäste aus Duisburg. Die DEG weist die Vorwürfe zurück.


Hamburg - Unmittelbar vor Beginn des Pokalspiels zwischen den DEG Metro Stars und dem EV Duisburg hatte Gästetorwart Patrick Koslow nach Ansicht seines Teams durch das Entzünden eines bengalischen Feuers eine Augenverletzung erlitten und musste gestern Abend zur Behandlung in die Düsseldorfer Uniklinik. Die Gastgeber hatten die Lichter - wie bei Heimspielen üblich - auf dem Eis eingesetzt, um in der Halle an der Brehmstraße eine besondere Atmosphäre zu erzeugen. Für Koslow sprang Ersatztorhüter Christian Rohde ein, der zuletzt an einer Schleimbeutelentzündung im Knie laboriert hatte. Rohdes Beschwerden traten aber gleich bei der ersten Parade wieder auf, so dass er zum zweiten Drittel nicht mehr antreten konnte. Damit standen die Gäste plötzlich ohne Torwart da.

Nach telefonischer Rücksprache mit dem Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL), Gernot Tripcke, entschied Schiedsrichter Christian Oswalt, die Partie des Achtelfinales abzubrechen und zugunsten der Gastgeber zu werten, weil die Duisburger keinen spielfähigen Torwart mehr zur Verfügung hatten. "So sehen es die Satzungen vor", erklärte Pokalrundenleiter Jörg von Ameln. Die Duisburger legten heute Protest gegen diese Wertung an.

Torwart bis Montag krank geschrieben

Nach Ansicht des DEL-Aufsteigers habe Düsseldorf seine Sorgfaltspflicht verletzt. "Koslow hat Verbrennungen erlitten und war praktisch blind", beschwerte sich Duisburgs Trainer Dieter Hegen. DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp hält es für "ausgeschlossen, dass eine Augenverletzung des Torhüters durch bengalische Fackeln entstanden sein kann". Alle feuerwehrrechtlichen Vorschriften seien eingehalten worden. Düsseldorfs Manager Lance Nethery hatte von "einem Zufall" gesprochen, "der nie wieder passieren wird".

"Wir werden jetzt die Umstände prüfen und ein ärztliches Gutachten über die Verletzung Koslows einholen", sagte Tripcke. Der Keeper ist nach Angaben der Duisburger wegen einer Augen-Entzündung bis Montag krankgeschrieben. Zudem sollen, so Tripcke, Augenzeugenberichte gesammelt werden, um die Schuldfrage eindeutig klären zu können. Bis Ende der Woche wird der für den Pokalwettbewerb zuständige Schlichtungsausschuss, dem auch Tripcke angehört, eine Entscheidung fällen.



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