Verstorbener Schwimmstar: Polizei rätselt über Todesursache von Oen
Warum hat das Herz des Norwegers Alexander Dale Oen plötzlich aufgehört zu schlagen? Für die US-Polizei ist die Todesursache nach ersten Untersuchungen weiter ungeklärt. Der Schwimmer war am Montag im Trainingslager tot unter der Dusche aufgefunden worden.
Hamburg - Die genauen Hintergründe für den plötzlichen Tod des norwegischen Schwimmweltmeisters Alexander Dale Oen werden wahrscheinlich erst in mehreren Wochen aufgeklärt. Ein Polizeisprecher in Flagstaff im US-Bundesstaat Arizona sagte nach Angaben der Osloer Zeitung "VG" bei einer Pressekonferenz: "Die Klärung der genauen medizinischen Ursache kann einige Zeit dauern. Bis auf weiteres ist die Todesursache für uns ungeklärt." Es gebe keinerlei Verdacht auf Einfluss von Gewalt.
Der 26-Jährige war am Montagabend nach dem Höhentraining in Flagstaff zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in London plötzlich zusammengebrochen. Als Oen vom Duschen nicht zurückkam, fanden ihn Mannschaftskollegen leblos in der Kabine. Der norwegische Verband NSF nannte Herzschlag als Todesursache. Mannschaftsarzt Ola Rønsen beteuerte ebenso wie andere Schwimmer, dass Oen am Trainingstag vor seinem plötzlichen Tod einen völlig normalen und gesunden Eindruck gemacht habe.
Rønsen bestätigte der Nachrichtenagentur NTB, er sei bei der Obduktion von Oen als Vertreter der Familie anwesend gewesen. "Es wird jetzt eine Weile dauern, bis der komplette Bericht fertig ist", sagte er.
"Worte können die Trauer nicht beschreiben"
Oen hatte unmittelbar nach den Terroranschlägen von Oslo und auf der Insel Utøya im Juli 2011 in Shanghai den ersten norwegischen WM-Schwimmtitel überhaupt geholt. Nach dem Sieg über 100 Meter Brust bewegte er seine Landsleute mit tröstenden Worten.
Unterdessen ist die Anteilnahme weiter groß. "Wir stehen alle unter Schock. Worte können die Trauer nicht beschreiben", sagte Trainer Peter Lövberg. "Meine Tränen hören nicht auf zu fließen", schrieb Japans viermaliger Olympiasieger Kosuke Kitajima, der bei Dale Oens WM-Triumph 2011 Vierter geworden war. "Sein ansteckendes Lachen werden wir für immer in der Umkleide vermissen", twitterte US-Olympiasieger Brendan Hansen. "Ruhe in Frieden, mein Freund. Es ist so traurig", teilte Australiens Freistilstar Eamon Sullivan mit. "Sein Tod ist so unwirklich", sagte Norwegens Skistar Aksel Lund Svindal.
leh/dpa/sid
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