Hockey-WM Deutschen Mannschaften droht historisches Aus

Enttäuschender Tag für die deutschen Hockey-Nationalmannschaften: Die DHB-Männer unterlagen den Niederlanden, auch die Frauen verloren. Erstmals nach 20 Jahren könnte Deutschland bei einer WM ohne Medaille bleiben.

DHB-Spieler Ruhr (l.): Frust über zweite Pleite bei der WM
AP/dpa

DHB-Spieler Ruhr (l.): Frust über zweite Pleite bei der WM


Hamburg - Die Hockey-Weltmeisterschaften in Den Haag drohen für die deutschen Mannschaften zur Enttäuschung zu werden. Die Männer unterlagen Gastgeber Niederlande 0:1 (0:1) und haben nur noch geringe Chancen auf das Halbfinale. Auch den Frauen droht das Aus. Sie verloren gegen Weltmeister Argentinien 0:3 und können die Vorschlussrunde kaum noch erreichen. Erstmals seit 20 Jahren könnte der Deutschen Hockey-Bund (DHB) bei einer Weltmeisterschaft ohne Medaille bleiben.

Das Männer-Team liegt in der Gruppe B mit drei Punkten auf Platz vier hinter den Niederlanden (neun Punkte), Neuseeland und Argentinien (je sechs). Um im Rennen zu bleiben, muss der Olympiasieger am Sonntag die Partie gegen Neuseeland gewinnen. "Wir sind wahnsinnig enttäuscht. Das ist frustrierend", sagte Abwehrspieler Linus Butt. "Wir haben uns in der zweiten Halbzeit gesteigert, aber uns hat das Glück gefehlt."

Deutschland war als Außenseiter in die Partie gegangen, denn im bisherigen WM-Verlauf hatte die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise nicht überzeugen können. Zunächst hatte das DHB-Team 4:0 gegen Südafrika gewonnen und viele Torchancen ausgelassen, dann leisteten es sich gegen Panamerika-Meister Argentinien eine unerwartete 0:1-Niederlage.

"Haben es nie geschafft, an die Grenzen zu gehen"

Gegen die Niederlande zeigten die Deutschen zwar ihre beste Turnierleistung, trotz Überlegenheit gelang jedoch kein Erfolg. Jeroen Hertzberger erzielte das Tor des Tages (19. Minute). "Man hat in der ersten Halbzeit die Unsicherheit vom Argentinien-Spiel gemerkt. In der zweiten Halbzeit haben wir dominiert, aber leider kein Tor gemacht", sagte Mittelfeldregisseur Tobias Hauke.

Die deutschen Frauen besitzen nur noch theoretische Chancen aufs Weiterkommen. Mit vier Punkten liegen sie in Gruppe B hinter Argentinien und den USA (jeweils sieben Zähler). Nächster Gegner sind am Sonntag die US-Amerikanerinnen. "Argentinien war ganz klar besser. Wir haben es nicht geschafft, an unsere Grenzen zu gehen", sagte Abwehrchefin Tina Bachmann. Silvina D'Elia (4.), Noel Barrionuevo (32.) und Carla Rebecchi (45.) erzielten die Tore.

Bundestrainer Jamilon Mülders suchte das Positive. "Wir haben sehr gut verteidigt", sagte er und ergänzte: "Wir haben keinen Grund, was zu ändern."

mon/dpa/sid



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