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Insolvenzverfahren eröffnet: HSV Handball steht kurz vor dem Aus

HSV-Profi Hens: Spielbetrieb bald eingestellt? Zur Großansicht
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HSV-Profi Hens: Spielbetrieb bald eingestellt?

Beim HSV Handball gehen wohl die Lichter aus: Der insolvente Bundesligist muss offenbar bald den Spielbetrieb einstellen. Das teilte der Insolvenzverwalter des Klubs mit.

Beim zahlungsunfähigen Handball-Bundesligisten HSV Hamburg ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das teilte Insolvenzverwalter Gideon Böhm mit. Die Fortsetzung der Saison ist aber unwahrscheinlicher denn je. "Der Spielbetrieb ist nicht eingestellt, aber ich gehe davon aus, dass wir das in Kürze mitteilen müssen", sagte Böhm. Der laufende Spielbetrieb kann finanziell nicht abgesichert werden. Grundsätzlich kann bei einem Insolvenzverfahren der Spielbetrieb weitergeführt werden. Wäre das Verfahren abgelehnt worden, hätte das den sofortigen Zwangsabstieg zur Folge gehabt.

Die Mannschaft wollte am Freitag das Training nach der Winterpause aufnehmen, sagte es aber ab. Böhm stellte jedem Profi frei, den Verein zu verlassen. Die Spieler haben seit zwei Monaten kein Gehalt bekommen, drei Profis haben bereits den Verein gewechselt. Das erste Bundesliga-Spiel des Jahres gegen die SG Flensburg-Handewitt war für den 10. Februar in Flensburg vorgesehen.

Im neuen SPIEGEL spricht der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, Frank Bohmann, über die finanzielle Not beim HSV. "Das System ist gescheitert", sagt Bohmann. Ein Aus für den Klub - und damit ein Fehlen in der kommenden Saison - würde Bohmann bedauern. "Fakt ist aber: Die Basis der Bundesliga sind wirtschaftlich gesunde Klubs."

Im Saisonetat des Deutschen Meisters von 2011 und Champions-League-Siegers von 2013 klafft eine Lücke von zwei Millionen Euro. Gläubiger wie Finanzamt, Barclaycard-Arena, Krankenkassen und Berufsgenossenschaft warten seit Monaten auf ihr Geld.

mon/rab/sid/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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1. War leider abzusehen :'-(
bjoern_grewe 15.01.2016
Es konnte nicht klappen, wenn die Finanzen mit Herrn Rudolf stehen und fallen. Es ist sportlich schade um den Verein: Die HBL kann einen weiteren Club in der erweiterten Spitzengruppe gut brauchen, aber der HSV hätte schon beim letzten mal nicht die Lizenz bekommen dürfen! Man kann jetzt diskutieren, warum es in einer Millionenstadt wie Hamburg weder möglich ist, die Halle vollzukriegen (zumal ja sportlich einiges geboten wurde und wird) noch ein paar verläßliche Sponsoren aufzutreiben?!? Vielleicht wäre es möglich, in eine kleinere Halle umzuziehen und erst mal kleinere Brötchen zu backen - wenn sich der Club eine eigene Geschichte erarbeitet und nicht als Retorten-Projekt daherkommt, schauen ja vielleicht auch ein paar mehr Fans rein... In dieser Form war und ist das Projekt jedenfalls nicht tragbar! Der einzig positive Punkt an der Geschichte ist, daß eine Einstellung des Spielbetriebs zum jetzigen Zeitpunkt nicht meisterschaftsentscheidend wäre, da alle Spitzenclubs ihre Spiele gegen den HSV gewonnen haben...
2.
erst nachdenken 15.01.2016
Man wollte ja keinen soliden Neustart in der dritten Liga, jetzt hat man den Salat. Andreas Rudolph ist nicht die Lösung für den HandballSportVerein, er ist das Problem, das andere Sponsoren abschreckt.
3.
Peter Eckes 15.01.2016
Finanzamt, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften. Endlich wird mal benannt wer bei den Insolvenzen von solchen Hirngespinsten die Zeche zahlt. Leider traut man sich das nur im Handball. Im Fußball gibt es ständig solche Insolvenzen. Dort sieht es nicht anders aus. Auf Kosten der Allgemeinheit wird sich dort bereichert. Denken sie daran bei der nächsten Steuererklärung oder Krankenkassenbeitragserhöhung wie jüngst geschehen!
4.
msondern 15.01.2016
Mal ehrlich, es hat doch wohl niemand mehr damit gerechnet, dass diese Situation NICHT eintreten würde. Wie im ersten Post schon vollkommen richtig gesagt wurde, der HSV hätte nie und nimmer die Lizenz für diese Saison bekommen dürfen. Diesen Schuh müssen sich deshalb meiner Meinung nach auch Bohmann und die HBL anziehen. Das "Konzept" stand offensichtlich auf tönernen Füßen und jetzt wo sich endgültig abzeichnet, das Rudolph nicht noch einmal den Retter spielen wird, ist es zappenduster in Hamburg. SC DHfK Leipzig hat als bisher einzige Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel gegen den HSV punkten können, man kann nur inständig hoffen diese 2 Punkte, die Leipzig aller Voraussicht nach verlieren wird, keine Rolle mehr im Abstiegskampf spielen werden.
5. Wirklich
hibee 15.01.2016
Im Fußball gibt es ständig solche Insolvenzen. Wäre mir neu dass es eine Insolvenz in der Bundesliga gegeben hätte, noch dazu von einem Spitzenverein der BL. Aber vielleicht haben Sie dazu ja Beispiele parat. Wenn es im Fußball Vereine erwischt dann meist in der 3. Liga oder Regionalliga, auch in der 2. Liga gab es früher solche Fälle - aber ein vergleichbarer Verein zum HSV im Handball?
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