HSV-Handballer Schwalb kehrt auf die Trainerbank zurück

Comeback in der Krise: Martin Schwalb übernimmt wieder das Traineramt beim HSV Handball. Der Präsident soll die Saison für den deutschen Meister retten. In allen drei Wettbewerben drohen die Hamburger leer auszugehen.

HSV-Coach Schwalb: Vom Schreibtischstuhl auf die Trainerbank
dapd

HSV-Coach Schwalb: Vom Schreibtischstuhl auf die Trainerbank


Hamburg - Im vergangenen Sommer wechselte er von der Trainerbank auf den Schreibtischstuhl - jetzt geht es zurück an den Spielfeldrand. Martin Schwalb ist wieder Trainer des HSV Handball. Im Mai 2011 hatte der 48-Jährige die Hamburger als Coach zur deutschen Meisterschaft geführt, war anschließend Präsident und Geschäftsführer des Vereins geworden. Nun soll Schwalb eine bislang enttäuschende Saison retten.

"In der momentanen Lage ist es sekundär, wer auf der Bank sitzt", sagt Schwalb auf der Webseite des Clubs: "Es geht nicht um die Person Martin Schwalb, sondern es geht um den HSV Handball." Der Ex-Profi übernimmt das Amt von Jens Häusler, der seit der Entlassung von Coach Per Carlén Ende Dezember für die Mannschaft verantwortlich war. Doch der Interimstrainer war mit seiner neuen Aufgabe überfordert, was er auch selbst einräumte und offen um Schwalbs Unterstützung bat: "Es droht ein Riesen-Erdrutsch", sagte Jens Häusler der "Bild"-Zeitung: "Ich brauche Hilfe."

Offiziell werden Schwalb und Häusler als Trainer-Duo bis Saisonende arbeiten. Aber: "Martin hat den Hut auf, alles andere wäre ja Unsinn", sagte Häusler dem "Hamburger Abendblatt". "Von einem, mit dem man Meister geworden ist, lässt man sich doch mehr sagen als vom ehemaligen Co-Trainer."

Fünf Bundesligaspiele coachte Häusler den HSV, holte drei Siege. Doch die zuletzt blamablen Auftritte beim Vorletzten TV Hüttenberg (26:26) und bei der SG Flensburg-Handewitt (30:36) sorgten für ein Umdenken im Verein, der sogar die Qualifikation für die Champions League zu verspielen droht. Im Pokal sieht es auch nicht gut aus, dort trifft der HSV im Halbfinale auf Spitzenreiter THW Kiel, der in 24 Bundesligaspielen 24 Siege feierte - Rekord.

Schwalb hat nur wenige Tage Zeit, um das Team wieder auf Kurs zu bringen. Am Sonntag (16 Uhr) muss der HSV im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Liga-Konkurrent Füchse Berlin antreten.

ham



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insgesamt 2 Beiträge
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skepsistotheheart 13.03.2012
1. Was zu erwarten war...
Ein Trainer wie Martin Schwalb der Haare raufend am Spielfeldrand über 60 Minuten diesen HSV-Handball lebt, lässt sich es natürlich nicht nehmen das Ruder selbst rumzureissen. Allerdings zeigt sich in dieser Situation auch, dass die Mannschaft müde ist. Spielerisch müde, Mental müde und auf einigen Positionen meiner Meinung nach auch zu alt um neue Impulse zu setzen. Die Meisterschaft aus dem letzten Jahr tut dem HSV in dieser Saison nichts Gutes, das große Ziel ist weg, der ewige Antrieb einmal deutscher Meister zu werden; der einem in engen Spielsituationen die zweite Luft geben kann ist aufgebraucht. Satt vom Erfolg sehnen sich einige Akteure beim HSV nach mehr Ruhe oder neuen Aufgaben. (Gille-Brüder,Hens,Bitter,Jansen etc.) Man kann es Ihnen nicht verdenken, jetzt heißt es bloß das Schiff HSV in ruhigere Gewässer (Champions League Quali) zu manövrieren. Dafür gibt es keinen Besseren als Martin Schwalb.
Hans Blafoo 13.03.2012
2. Kein Titel
Zitat von skepsistotheheartEin Trainer wie Martin Schwalb der Haare raufend am Spielfeldrand über 60 Minuten diesen HSV-Handball lebt, lässt sich es natürlich nicht nehmen das Ruder selbst rumzureissen. Allerdings zeigt sich in dieser Situation auch, dass die Mannschaft müde ist. Spielerisch müde, Mental müde und auf einigen Positionen meiner Meinung nach auch zu alt um neue Impulse zu setzen. Die Meisterschaft aus dem letzten Jahr tut dem HSV in dieser Saison nichts Gutes, das große Ziel ist weg, der ewige Antrieb einmal deutscher Meister zu werden; der einem in engen Spielsituationen die zweite Luft geben kann ist aufgebraucht. Satt vom Erfolg sehnen sich einige Akteure beim HSV nach mehr Ruhe oder neuen Aufgaben. (Gille-Brüder,Hens,Bitter,Jansen etc.) Man kann es Ihnen nicht verdenken, jetzt heißt es bloß das Schiff HSV in ruhigere Gewässer (Champions League Quali) zu manövrieren. Dafür gibt es keinen Besseren als Martin Schwalb.
Das ist wohl wahr. Andererseits muss man sagen, dass der HSV einfach nicht das Zeug zu einer absoluten Topmannschaft zu haben scheint. Mit dem Kader, den sie da jede Saison aufbieten, hätten sie aus meiner Sicht noch mehr machen müssen. Aber trotzdem sind sie noch meilenweit vor den Rhein-Neckar-Löwen. ;)
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