HSV-Investor Kühne fordert Entlassung von Trainer Slomka

Ob man beim HSV eigentlich auch miteinander redet? Investor Kühne äußert seine Kritik bevorzugt über die Medien - auch jetzt wieder: Der Unternehmer fordert die Entlassung von Trainer Slomka. Jungstar Hakan Calhanoglu sorgt ebenfalls weiter für Schlagzeilen.

HSV-Trainer Slomka: Kein Rückhalt vom Investor
DPA

HSV-Trainer Slomka: Kein Rückhalt vom Investor

Von


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Nach dem glücklichen Klassenerhalt sollte beim Hamburger SV eine neue Ära beginnen. Die Mitglieder stimmten für die Reformbewegung HSV Plus, mit Dietmar Beiersdorfer heuert Anfang Juli der Wunschkandidat als neuer Vorstandsvorsitzender an. Trotzdem kommt der Verein nicht zur Ruhe, Investor Klaus-Michael Kühne und der wechselwillige Hakan Calhanoglu stören den neuen Frieden.

Kühne mischt sich in einem Interview mit seinem bevorzugten Sprachrohr "Hamburger Abendblatt" zum wiederholten Male in das Tagesgeschäft ein. Obwohl der HSV nach einem Treffen zwischen Beiersdorfer und Mirko Slomka den Verbleib des Trainers bekannt gab, fordert Kühne die Entlassung Slomkas. "Als Privatmann und HSV-Fan kann ich nur sagen, dass ich an diesen Trainer nicht glaube", sagte Kühne.

Slomka habe zu wenig Punkte geholt und nur mit Glück den Abstieg verhindern können, deshalb "sollte jetzt noch einmal ein neuer Anlauf gemacht werden". Kühne spricht als HSV-Fan, vergisst allerdings seine Rolle als Investor. Der Milliardär kokettiert mit einer Beteiligung an der neuen HSV-AG und will dafür 25 Millionen Euro bereitstellen. Einen Vorschlag, was mit dem Geld gemacht werden sollte, liefert Kühne in dem Interview gleich mit: "Ich fände es gut, wenn das Geld verwendet würde, um Lasogga zu halten."

"Viele Dinge aus dem Ruder gelaufen"

Stürmer Pierre-Michel Lasogga war in der vergangenen Saison von Hertha BSC an den HSV verliehen und avancierte mit 13 Toren in 20 Spielen zum besten Torschützen der Hamburger. Vor zwei Jahren hatte sich Kühne lautstark für eine Verpflichtung von Rafael van der Vaart engagiert, letztlich holte der HSV den Niederländer dank einer Beteiligung Kühnes an der Ablösesumme für 13 Millionen Euro von Tottenham zurück.

Eine Zukunft von Slomka in Hamburg wird auch aus anderen Gründen immer unwahrscheinlicher: Auch Aufsichtsratschef Karl Gernandt, im Hauptberuf Verwaltungsratschef von Kühnes Firma und Chef von dessen privater Holding, stellt Slomka in der "Hamburger Morgenpost" in Frage. Und schließlich soll der Trainer nach Informationen von SPIEGEL ONLINE auch beim neuen Vorstandschef Beiersdorfer nicht gut gelitten sein - wegen der schwachen Rückrunde der vergangenen Saison.

Kühne kritisierte weiterhin das Verhalten von Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow und Sportchef Oliver Kreuzer, den er schon mal als "Drittliga-Manager" brandmarkte, nach der positiven Abstimmung über HSV Plus am 25. Mai. "Leider sind nach der Mitgliederversammlung viele Dinge völlig aus dem Ruder gelaufen", meinte Kühne und sprach von "Brunnenvergiftung". Man habe einfach so weitergemacht, wie bisher. "Dadurch ist dem HSV großer Schaden entstanden."

Calhanoglu lässt sich krankschreiben

Am heutigen Mittwoch startet der Bundesligist um 15 Uhr unter Slomkas Führung in die neue Saison. Nach Informationen der "Bild-Zeitung" wird Hakan Calhanoglu dann fehlen. Der 20-Jährige hatte in den vergangenen Wochen den Wunsch geäußert, zu Bayer Leverkusen zu wechseln. Das verweigerten ihm die Hamburger, Calhanoglus Vertrag läuft noch bis 2018.

Nun wird berichtet, dass Calhanoglu von einer Spezialistin für Neurologie und Psychologie in Heidelberg bis zum 15. Juli krankgeschrieben worden sein soll. Angeblich sei der Mittelfeldspieler nach negativen Reaktionen einiger HSV-Fans mental nicht in der Lage, zum Training zu erscheinen. Zuvor hatte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade bekannt gegeben, dass Leverkusen mit Calhanoglu bereits Einigkeit über einen Vertrag erzielt habe.

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 53 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
nemensis_01 18.06.2014
1. Für
Hamburg wäre es wahrscheinlich wirklich besser gewesen, sie steigen ab und konsolidieren sich endlich einmal in Ruhe in der 2.ten Liga. Wenn das Trainertheater jetzt schon vor der Saison los geht, dann seh ich schwarz und das haben die treuen Fans nicht verdient, eine Deja vu der letzten Saison würde dann doch viele vertreiben.
spon-facebook-1151350357 18.06.2014
2. .
Was ein Traumarbeitgeber .. da möchte man doch alles geben. *hust*
ambulans 18.06.2014
3. darf
man sowas, ohne jetzt beleidigend zu werden, einfach ein irrenhaus nennen? jeder gegen jeden - armer HSV ...
lampropeltis 18.06.2014
4.
Ha Ha HSV, auch jetzt nichts dazugelernt. Ich freue mich schon auf die nächste Saison, wird eine nette Unterhaltung neben dem Platz. Auf dem Platz spielen die ja sicherlich wieder um den Einzug in die CL.
spon-1274700444768 18.06.2014
5. Das haben Sie nicht nötig Herr Slomka!
Mirko Slomka hat hier in Schalke, in Hannover gute Arbeit geleistet und wird seit Wochen auf eine primitive Art in Frage gestellt. ER hat den Klassenerhalt bewerkstelligt, nicht van der Vaart oder andere. Bei Herrn Kühne merkt man, dass entweder Geld den Charakter verdirbt, oder aber viel Geld nicht gleichzustellen ist mit viel Niveau. Anstatt daran zu glauben, dass man mit diesem Trainer und einer neu zusammengestellten Mannschaft ähnliches Erreichen kann wie Herr Slomka seinerzeit in Hannover, oder auch Lucien Favre mit Gladbach, und auch alles dafür zu tun, nutzt man die Saisonvorbereitung zum "Weiter so", wie die vergangene Saison bewältigt wurde.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.