IAAF protestiert gegen Nestlé "Es sind die Kinder, die darunter leiden"

Der Verband wehrt sich: Nach der Rückzugsankündigung von Sponsor Nestlé hat sich IAAF-Präsident Sebastian Coe verärgert gezeigt. Er werde den Ausstieg des Unternehmens nicht akzeptieren.

IAAF-Präsident Coe: "Wir sind verärgert"
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IAAF-Präsident Coe: "Wir sind verärgert"


Der Leichtathletik-Weltverband IAAF will die sofortige Beendigung des Sponsorenvertrags für das Programm "Kids Athletics" durch den Nahrungsmittelkonzern Nestlé nicht hinnehmen. "Wir sind verärgert und bestürzt über die Ankündigung. Wir werden es nicht akzeptieren", sagte IAAF-Präsident Sebastian Coe laut einer Mitteilung des Verbands. "Es sind die Kinder, die darunter leiden." Das Schweizer Unternehmen ist seit Januar 2012 Sponsor des Programms.

Nestlé hatte in einer Stellungnahme erklärt, die Zusammenarbeit mit der IAAF "angesichts der negativen öffentlichen Wahrnehmung bezüglich Korruptionsvorwürfen und Dopings" mit sofortiger Wirkung zu beenden. "Wir glauben, dass dies eine negative Auswirkung auf unsere Reputation und das Image haben könnte", hieß es in der Stellungnahme.

Nach Angaben der IAAF haben rund 15 Millionen Kinder im Alter zwischen 7 und 12 Jahren in 76 Ländern an dem "Kids Athletics"-Programm teilgenommen und wurden so an die Leichtathletik herangeführt. In diesem Jahr soll es auf weitere 15 Länder ausgedehnt werden. Rund drei Millionen Kinder sollen damit erreicht werden.

Bereits Ende Januar war bekanntgeworden, dass der Sportartikelhersteller Adidas erwäge, seine Zusammenarbeit mit der IAAF zu beenden und vorzeitig aus dem noch vier Jahre laufenden Sponsoringvertrag aussteigen zu wollen. Das Unternehmen aus Franken ist neben Canon, Seiko, TDK, Toyota, TBS und Mondo einer der sieben großen Partner des Weltverbands.

bka/dpa/sid

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