Nach Konflikten und Anschuldigungen Geipel gibt Vorsitz von Doping-Opfer-Hilfe-Verein ab

Die Streitereien der vergangenen Wochen haben sie zu dem Schritt bewogen: Ines Geipel will den Doping-Opfer-Hilfe-Verein nicht mehr länger führen. Ein potenzieller Nachfolger steht schon bereit.

Ines Geipel
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Die Vorsitzende des Vereins Doping-Opfer-Hilfe, Ines Geipel, hat überraschend ihren Rücktritt angekündigt. "Ich gebe das Amt ab", sagte die 58-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die ARD-Dopingredaktion über diesen Schritt berichtet. "Ich habe es fünfeinhalb Jahre gemacht und einiges erreicht", sagte Geipel.

Nachfolger soll der Heidelberger Sportrechtler Michael Lehner werden, der zu den Gründungsmitglieder der DOH zählt. Er könnte am Donnerstag auf der DOH-Mitgliederversammlung in Berlin zum neuen Vorsitzenden gewählt werden.

Bei der Doping-Opfer-Hilfe hatte es zuletzt interne Streitereien und Anschuldigungen gegeben. Anträge von Geschädigten sollen nicht gründlich geprüft worden sein. Deshalb hätte die Gefahr bestanden, dass auch bekennende Doper Zugang zu Mitteln gehabt hätten, die für die Entschädidung von Opfern des DDR-Dopingsystem gedacht waren.

Prominente Anti-Doping-Kämpfer, wie der frühere Ski-Langlauftrainer Henner Misersky, der Molekularbiologen Werner Franke und die ehemalige Leichtathletin Claudia Lepping, hatten in einem Brief an die Mitglieder des Sportausschusses des Deutschen Bundestags harte Kritik geäußert. Neben dem Vorwurf des potenziellen Missbrauchs zweifelten sie auch die Annahme des Vereins an, dass Schädigungen von DDR-Dopingopfern vererbt werden können.

"Es gab Auseinandersetzungen und ich glaube, dass sie in der Sache unwürdig sind", sagte Geipel nun. Deshalb wolle sie sich aus diesem "Streitfeld" herausziehen, allerdings: "Ich werde beiseite treten, bin aber nicht weg."

bka/dpa/sid



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