Kurioser Rechtsstreit Stehpaddler beschäftigen den Cas

Der Internationale Sportgerichtshof muss klären, ob Stehpaddeln dem Surfen oder dem Kanufahren näher ist. Beide Weltverbände bestehen auf ihrer Sicht - und hoffen auf viel Geld, falls die Sportart olympisch wird.

Stehpaddler im Hafen von Dana Point, Kalifornien (USA)
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Stehpaddler im Hafen von Dana Point, Kalifornien (USA)


Sie bevölkern in den vergangenen Jahren immer mehr Seen und Flüsse. Selbst vor Stadttouren durch Hafenbecken schrecken sie nicht zurück. Die Rede ist von Stehpaddlern. Die Trendsportart, die sich seit 2015 auch in Deutschland stetig wachsender Verbreitung erfreut, vereint das Surfen mit dem Paddeln. Auf einem Surfbrett stehend bewegt man sich dabei mithilfe eines Paddels fort.

Mit welcher Sportart hat die "Zwittersportart" Stehpaddeln aber mehr gemein - dem Surfen oder dem Kanufahren? Mit dieser Frage setzt sich nun mit dem Internationalen Sportgerichtshof Cas die oberste Sportgerichtsbarkeit auseinander. Der Surf-Weltverband Isa stellt sich auf den Standpunkt, dass er bereits seit einigen Jahren offizielle Stehpaddel-Wettbewerbe organisiert. Zudem sorge der Einsatz eines Surfbretts dafür, dass die Sportart in seinen Verantwortungsbereich falle.

Die Internationale Kanu-Föderation (ICF) argumentiert hingegen, dass der Gebrauch des Paddels automatisch eine Zugehörigkeit zum ICF mit sich bringe. Isa-Präsident Fernando Aguerre sagte: "Bis zum letzten Jahr hat das ICF keinerlei Interesse gezeigt. Erst seit wir versucht haben, das Stehpaddeln in das Programm für die Jugendolympiade in Buenos Aires (2018) aufzunehmen", habe der Konkurrenzverband Ansprüche angemeldet. Der ICF versuche nun von der Popularität der Sportart zu profitieren. "Wir sind daher froh, dass der Fall nun vor dem Cas ist", sagte Aguerre.

Bei der Sommerolympiade in Tokio 2020 werden erstmals auch Medaillen im Surfen vergeben. Sollte zukünftig das Stehpaddeln ebenfalls zu einer olympischen Sportart ernannt werden, dürfte die Sportart weiteren Zulauf erfahren - und der zuständige Dachverband mit erheblichen Mehreinnahmen rechnen.

lst

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insgesamt 9 Beiträge
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tommirf 16.06.2017
1. in der Tradition
so vieler denkwürdiger Entscheidungen des CAS würde ich erwarten, daß SUP künftig dem Olympischen Bob - und Schlittenverbad zugeordent wird. Die fahren schließlich auch auf Wasser ( bißchen kälter halt ), und die haben zur Zeit im Sommer noch keine geldbringende Beschäftigung...
oidahund 16.06.2017
2.
Jahrelang ist es irgendwelchen Sportverbänden reichlich egal, dass es SUP gibt - jetzt wo Geld winkt werden sie aktiv. Typisch für den gewinn-orintierten Sport - sei es Olympia oder Fußball-WM.
stefanmargraf 16.06.2017
3. Bescheuert
Sport ja, aber wieso "schnellster"? Und wozu? Stehpaddeln ist vom Charakter eine entschleunigte Sportart, völlig widersinnig damit schnell zu fahren. Man könnte höchstens "Schönheitspunkte" für den Einsatz beim Surfen geben. Nachher gibt's noch Medaillen für Yoga.....
ironbutt 16.06.2017
4. Unbedingt eigener Verband!
SUP findet auch auf Flüssen und im Wildwasser statt, also Kanu .... aber es wird eben auch am Strand und in kleinen Brandungswellen (Beach-Break) betrieben, also Surfer. Am Ende wäre ein eigener Verband viel sinnvoller, als irgendwo als fünftes Rad am Wagen einem bestehenden Verband angeschlossen zu werden. Wenn man deswegen nochmal vier Jahre länger bis Olympia braucht, sollte das klar gehen.
w.weiter 16.06.2017
5. Sport,
nun denn, wohl eher Freizeitsport. (kann man auch überhöhen, war mal Sport des Königs von Hawaii). Gehören Leute die einen Rollator benutzen eher zur Radsportvereinigung (2 Räder werden bewegt), oder zur Leichtathletik (2 Beine werden bewegt). Oh Mann, wieder geht es den Fu..tionären nur um das Monetäre. Immer nur Geld, Geld, Geld haben wollen. Erbärmlich.
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