Interview mit America's-Cup-Sponsor "Hightech-Sport Segeln und Internet passen ideal"

Ralph Dommermuth ist Finanzier des ersten deutschen Teams, das bei der legendären Segelregatta America's Cup antritt. Der Hobbysegler und Vorstandschef von United Internet bezahlt das Sponsoring aus dem Firmenbudget und legt ein paar Millionen aus der Privatschatulle dazu, wie er im Interview mit "manager magazin online" verrät.


manager magazin online:

War Ihre Entscheidung für den America's Cup eine Entscheidung aus Marketinggründen oder aus Leidenschaft?

Dommermuth: In Finanzkreisen heißt es, er werde zehn Millionen Euro aus dem Privatvermögen und 15 Millionen aus dem Werbebudget für die Top-Regatta aufbringen

Dommermuth: In Finanzkreisen heißt es, er werde zehn Millionen Euro aus dem Privatvermögen und 15 Millionen aus dem Werbebudget für die Top-Regatta aufbringen

Dommermuth: Vor allem war das eine unternehmerische Entscheidung, also ein ganz normales Geschäft. Was die finanziellen Dimensionen angeht, wird uns der Deal nicht umhauen. Von der Sache her ist er natürlich großartig. Ich habe mich vorher noch nie mit Sportsponsoring beschäftigt. Aber die Chance, als Erster ein deutsches Boot im America's Cup zu finanzieren, wollte ich unbedingt ergreifen.

manager magazin online: Wäre auch ein anderes Sportereignis in Frage gekommen?

Dommermuth: Ich hätte das auch gemacht, wenn es nicht ums Segeln gegangen wäre. Aber der Hightech-Sport Segeln und unser Internet Business passen ideal. Die Entscheidung wurde auch nicht von mir allein getroffen. Wir haben ja noch einen Finanzvorstand und andere Kontrollgremien. Ich kann Ihnen versichern, alle meine Kollegen stehen geschlossen hinter mir.

manager magazin online: Sie haben einmal gesagt, Ihre Hobbys seien Dösen, Träumen und Schaufenster gucken, auf ihrem eigenen Schiffs segeln sie lieber entspannt. Wie verbindet sich das mit der Hektik des Regatta-Sports?

Dommermuth: Das schließt sich ja nicht aus. Auf meinem eigenen Schiff bin ich im Urlaub, und beim America's Cup geht es ums Geschäft. Das trenne ich sehr strikt. Regatta-Segeln ist ein Profisport, den kann und will ich gar nicht betreiben. Ich bin ja im Marketing und im Kaufmännischen zu Hause. Wenn ich auf meinem Schiff bin, dann will ich nur in die Sonne gucken. Es ist egal, ob ich dabei einen Knoten langsamer oder schneller bin.

manager magazin online: Warum haben Sie mit Ihrer Entscheidung so lange gezögert?

Dommermuth: Wir haben verschiedene Gespräche mit anderen Teams geführt, hatten anfangs aber nie das Gefühl, das wird ein deutsches Team. Auch wenn wir ein internationales Unternehmen sind, ist unsere Heimat doch Deutschland. Ich glaube übrigens, dass Segeln eine internationale Verbreitung erfahren wird, die wir heute noch gar nicht erkennen. Das Siegerteam des vergangenen Jahres, Alinghi, wurde im vergangenen Jahr von einer ganzen Nation bejubelt. Dabei hat das Land, aus dem die Sieger kamen, die Schweiz, nicht einmal Zugang zum Meer. Es gibt gegenwärtig kaum eine Sportart, die international so viel Aufsehen erregt. Der America's Cup wird weltweit von mehr als 200 Fernsehstationen übertragen.



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