IOC-Präsidentenwahl: Konkurrent Oswald kritisiert Bach scharf
Attacke kurz vor der Wahl: Denis Oswald hat Thomas Bach für dessen enge Kontakte in die arabische Welt kritisiert. Der IOC-Präsidentschaftskandidat aus der Schweiz glaubt, dass sein deutscher Kontrahent nicht unabhängig sei. Bach wollte sich dazu nicht äußern - dafür sprach sein Generaldirektor.
Hamburg - Einen Tag vor der Präsidentenwahl im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hat der Schweizer Kandidat Denis Oswald seinen deutschen Kontrahenten Thomas Bach scharf angegriffen. "Ich möchte einen unabhängigen Kandidaten, der nicht auf bestimmte Allianzen angewiesen ist und der seine Position für nichts anderes nutzt als zum Wohle des Sports", sagte der 66-Jährige dem öffentlich-rechtlichen Schweizer Radiosender RTF.
Oswald gilt seit langem als interner Kritiker Bachs. Beide saßen über Jahre gemeinsam in der IOC-Exekutive. Der Schweizer kritisiert den Favoriten auf das Präsidentenamt für dessen Kontakte zum kuwaitischen IOC-Mitglied Scheich Ahmad al-Sabah. "Einige mögen die Verknüpfungen zwischen Bach und Kuwait nicht", sagte Oswald und nahm Bezug auf die offensichtliche Unterstützung für Bach durch Sabah.
Bachs Kontakte in die arabische Welt sind exzellent. Der 59-Jährige ist Aufsichtsratschef eines von arabischen Investoren kontrollierten Betriebs für Holzverarbeitungsmaschinen und Präsident der Ghorfa, eines deutsch-arabischen Handelsdienstleisters.
Bach wollte am Montag in einer Sitzungspause nicht auf Oswalds Vorwürfe eingehen. "Ich habe sie nicht gehört, bin gerade erst darauf angesprochen worden. Es gibt so viele Gerüchte in diesen Tagen, dass ich mir angewöhnt habe, ihnen nicht zu folgen, sondern mich auf die Gespräche mit meinen Kollegen zu konzentrieren - und die laufen ganz gut", sagte Bach.
Vesper verteidigt seinen Chef Bach
Dagegen wies Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) unter Präsident Bach, die Kritik zurück. Dem Sportradio Sport1.fm sagte er, Bach sei komplett unabhängig in jeder Hinsicht: "Er ist nicht abhängig von irgendwelchen Verbindungen. Ich glaube, er hat große Unterstützung bei den IOC-Mitgliedern. Sie kennen seine Qualitäten, wissen, dass er führen kann, dass er Konzepte hat."
Vor einer Woche hatte bereits Ng Ser Miang, Bachs Wahlkonkurrent aus Singapur, den Deutschen - deutlich vorsichtiger - kritisiert. Der Milliardär hatte sich ebenfalls im Zusammenhang mit Bachs Kontakten zu Sabah geäußert: "Wir brauchen einen Präsidenten von höchster Integrität, der unabhängig ist, frei von jeglichem Einfluss von außen und frei von Vorwürfen."
ham/sid/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
- alles aus der Rubrik Sport
- Twitter | RSS
- alles zum Thema Thomas Bach
- RSS
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
| Die IOC-Präsidenten im Überblick | |
| Amtszeit | Präsident |
| ab 2013 | Thomas Bach (Deutschland) |
| 2001 - 2013 | Jacques Rogge (Belgien) |
| 1980 - 2001 | Juan Antonio Samaranch (Spanien) |
| 1972 - 1980 | Michael Killanin (Irland) |
| 1952 - 1972 | Avery Brundage (USA) |
| 1942 - 1952 | Sigfrid Edström (Schweden) |
| 1925 - 1942 | Henri de Baillet-Latour (Belgien) |
| 1896 - 1925 | Pierre de Coubertin (Frankreich) |
| 1894 - 1896 | Demetrius Bikilas (Griechenland) |
MEHR AUS DEM RESSORT SPORT
-
App
Fußball-App: Die SPIEGEL-ONLINE-App für iPhones bietet aktuelle News, Echtzeit-Statistiken, Liveticker und Toralarm -
9 mal klug
Fußball-Fachwissen: Sie wollen mitreden? 9 mal klug macht Sie schlau! Hier gibt es vergessene Fußball-Anekdoten und unbekannte Fakten -
Tippspiel
Tippspiel: Bundesligen, Champions League, Europapokal - machen Sie mit und gewinnen Sie tolle Preise. -
Live-Kalender
Ergebnis-Tool: Wann steigt was? Alle Events und Resultate im Überblick, vom Tennis über Basketball bis zum Wintersport -
Warm-up
Formel 1: Motor an, Ampel aus, los geht's: Alles Wissenswerte über die Rennen. Anekdoten, Fakten, Statistiken, mal lustig, mal kurios, immer informativ.
