IOC verwarnt Box-Trio Kampf gewonnen, Wette verloren

Er setzte auf einen Sieg seines Gegners, gewann dann aber seinen Kampf: Der Ire Steven Donnelly platzierte in Rio skurrile Wetten. Das IOC verwarnte ihn deshalb, sah aber von einer Sperre ab.

Steven Donnelly
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Steven Donnelly


Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat drei Boxer verwarnt, die beim olympischen Turnier in Rio de Janeiro auf andere Kämpfer gewettet hatten. Dabei handelt es sich um die Iren Steven Donnelly und Michael Conlan sowie den Briten Antony Fowler. Alle drei erhielten eine schwere Rüge. Ebenfalls ermahnt wurden die Nationalen Olympischen Komitees Irlands und Großbritanniens. Nach den Regeln des IOC sind Athleten und Offiziellen Wetten auf olympische Wettbewerbe untersagt.

Das IOC berichtete, Donnelly habe insgesamt acht Kombi-Wetten platziert. Besonders kurios: Zwei davon beinhalteten Siege seines mongolischen Achtelfinalgegners Tuvshinbat Byamba. Donnelly hatte den Kampf im Anschluss jedoch gewonnen - und so seine Wette verloren. Die Athleten gaben an, die Wetten aus Langeweile abgeschlossen zu haben. Da die Einsätze verhältnismäßig gering gewesen seien, beließ es das IOC bei einer Verwarnung.

Das Trio hatte in Rio keine Medaillen gewonnen. Conlan ist Olympiadritter von 2012 und Weltmeister 2015. Fowler gewann 2013 WM-Bronze. Laut IOC beabsichtigten die drei Boxer nicht, Einfluss auf den Ausgang von Kämpfen zu nehmen. Alle drei müssen sich nun einem Aufklärungsprogramm unterziehen, anderenfalls werden sie für die Sommerspiele 2020 in Tokyo keine Starterlaubnis erhalten.

chh/dpa/reuters



insgesamt 3 Beiträge
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bauausdo 28.09.2016
1. Versicherung
Eine Wette auf einen eigenen Misserfolg nennt man Versicherung. Mit meiner Gebäudeversicherung wette ich darauf, dass mein Haus abbrennt. Passiert das nicht, hat die Versicherung den Wetteinsatz gewonnen (und ich habe mich mein Haus). Firmen, die auf einen niedrigen Dollarkurs angewiesen sind, wetten an der Börse auf einen hohen, um das Risiko zu senken. Wettet man also einen kleinen Betrag auf seine eigene Niederlage, ist das so lange fair, wie man versucht zu gewinnen.
der_gärtner13 28.09.2016
2. Dreist....ausgerechnet Conlan!
Conlan war doch der, der mit Stinkefinger und Korruptionsvorwürfen den Ring verlassen hat, nachdem die Ringrichter für den Russen gewertet haben! Aber dann selber bei eigenen Kämpfen wetten, was soll man dazu sagen!
kovalev 24.10.2016
3.
Zitat von der_gärtner13Conlan war doch der, der mit Stinkefinger und Korruptionsvorwürfen den Ring verlassen hat, nachdem die Ringrichter für den Russen gewertet haben! Aber dann selber bei eigenen Kämpfen wetten, was soll man dazu sagen!
Ich sehe es auch als legitim wenn man seine Niederlage finanziell absichert. Wenn der Boxer gewinnt macht er Kasse, falls nicht kann er mit seiner "Versicherung" zumindest einen kleinen finanziellen Ausgleich. Im Wettgeschäft ist das übrigens normal, unprofessionell wer es nicht macht. Mehr Enblick in Box-Wett-Geschäft bekommt man übrigens unter www.boxen-international.de
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