Iran Frauen vom Marathon in Teheran ausgeschlossen

Zuletzt durften sich Frauen in Iran erstmals Hoffnungen machen, an einem Marathon teilzunehmen. Nun ruderte der Gottesstaat zurück. Stattdessen sollen sie über eine kürzere Distanz laufen.

Marathon in Iran
AFP

Marathon in Iran


Frauen dürfen nun doch nicht am ersten internationalen Marathon in Teheran teilnehmen. "Die Frauen laufen getrennt", sagte Madschid Kejhani, Präsident des iranischen Leichtathletikverbands, laut Nachrichtenagentur IRNA. Sie sollen zudem nicht die Marathon-Distanz von 42,195 Kilometern laufen, sondern nur 10.000 Meter im Asadi-Stadion.

Der Verband wollte zunächst auch Frauen zum Marathon am Freitag zulassen, wenn sie gemäß der islamischen Kleiderordnung Kopftuch, langes Trikot und Trainingshose tragen. Aber angeblich konnte er sich nicht gegen den erzkonservativen Klerus durchsetzen.

"Wir werden andere Wegen finden, Frauen mehr Möglichkeiten zu bieten", sagte Kejhani.

Iran möchte seit Jahren als Gastgeber von Sportwettbewerben auch politisch punkten: Der Gottesstaat wolle als Brücke zur Verständigung der Völker beitragen. Das scheitert jedoch meistens schon in der Anfangsphase an den islamischen Vorschriften für Frauen.

Seit der iranischen Revolution 1979 wurde den Frauen minutiös vorgeschrieben, wie sie sich in der Öffentlichkeit zu kleiden haben. Unter anderem besagt die islamische Bekleidungspflicht, dass nur das Gesicht, die Hände und die Füße zu sehen sein dürfen. Den Frauen ist es untersagt, an sportlichen Wettbewerben teilzunehmen, die draußen stattfinden.

Zudem dürfen Frauen in Iran zu international wichtigen Sportwettbewerben nicht in die Stadien oder Sporthallen. Das betrifft auch Qualifikationsspiele der Fußballnationalmannschaft und Weltcups der Volleyballer. Zudem können wegen der islamischen Kleiderordnung de facto keine seriösen Wettbewerbe mit weiblicher Beteiligung stattfinden - außer in Disziplinen wie Schach oder Schießen.

bam/dpa

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