Istaf in Berlin Tränen zum Abschied und ein ausgefallenes Bruderduell

Knapp zwei Wochen nach dem Ende der Olympischen Spiele in Rio traten die besten deutschen Leichtathleten beim Istaf in Berlin an. Für den emotionalen Höhepunkt sorgte eine Speerwerferin.

Christina Obergföll
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Christina Obergföll


Christina Obergföll schnappte sich nach ihrem überraschenden Sieg beim Internationalen Stadionfest Istaf in Berlin die deutsche Fahne und lief unter dem Applaus der Zuschauer eine Ehrenrunde. Dass die 35-jährige ehemalige Speerwurf-Weltmeisterin im letzten Wettkampf ihrer Karriere mit 64,28 Metern noch einmal jubeln konnte, hatte sie zuvor selbst nicht geglaubt. "Ich dachte, dass ich hier vielleicht Dritte werden kann, wenn es gut läuft. Dass ich die Nummer gewinne, macht den Abschied umso schöner", sagte Obergföll.

Der Olympia-Zweiten von London, die bei den Sommerspielen in Rio mit 62,92 Metern als Achte noch beste Deutsche gewesen war, kamen bereits vor ihrem letzten Wurf die Tränen. "Es war super emotional für mich", sagte Obergföll: "Es ist ein Traum, dass meine Karriere hier in Berlin so endet."

Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler kam vor 44.500 Zuschauern hingegen nicht über Platz vier hinaus. 13 Tage nach seinem Goldwurf von Rio de Janeiro musste sich der 24-Jährige aus Jena mit 82,55 Metern gleich drei deutschen Konkurrenten geschlagen geben. Allerdings war es bereits sein dritter Wettkampf in nur drei Tagen. "Man möchte immer weit werfen, aber irgendwann ist die Batterie leer und man muss sie wieder aufladen", sagte Röhler.

Robert Harting
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Robert Harting

Der Olympia-Vierte Johannes Vetter verbesserte zum Saisonabschluss seine persönliche Bestweite deutlich auf 89,57 Meter. Auch Julian Weber warf mit 88,29 Metern so weit wie nie zuvor und verdiente sich Platz zwei vor Andreas Hofmann, der mit 85,42 Meter eine Saisonbestleistung aufstellte. "Mein Körper und mein Geist haben mich überrascht", sagte Vetter: "Das ist schön, hier im Olympiastadion und vor allem zu Hause in Deutschland gleich im ersten Wurf so eine Weite zu schaffen."

Diskuswerfer Robert Harting verpasste seinen sechsten Sieg beim Istaf und wurde mit 63,23 Metern Dritter. Der Olympiasieger von 2012 reihte sich hinter dem Österreicher Lukas Weißhaidinger (66 Meter) und dem Olympiazweiten Piotr Malachowski (Polen/65,39 Meter) ein. Eigentlich sollte es beim bedeutendsten deutschen Leichtathletik-Meeting zum Bruderduell zwischen Robert und Rio-Olympiasieger Christoph Harting kommen. Der 26-Jährige musste sich wegen eines fiebrigen Infekts aber gegen einen Start entscheiden. "Die letzten Tage waren ziemlich schwer, ich hatte Fieber und Schüttelfrost. Ich bin schon in Rio krank geworden, das schleppe ich jetzt seit zwei Wochen herum", sagte Christoph Harting.

goe/sid



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