Ex-Radstar Ullrich zieht sich bei "Rund um Köln" wieder zurück

Das ging schnell: Vier Tage nach seiner Ernennung hat Jan Ullrich als sportlicher Leiter bei "Rund um Köln" einen Rückzieher gemacht. Er reagierte damit auf die massive Kritik an der Entscheidung.

Jan Ullrich
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Die für einen Tag geplante Rückkehr des einzigen deutschen Tour-Siegers Jan Ullrich in den Profiradsport findet doch nicht statt. Der 43-Jährige sollte als "Sportlicher Leiter" beim 101. Rennen "Rund um Köln" am 11. Juni fungieren. Nach heftiger Kritik kam jetzt der Rückzieher.

"Viele Radsportbegeisterte, Medien und auch Sponsoren haben sehr positiv auf diese Ankündigung reagiert. Einige wenige Medien können aber offensichtlich nicht damit umgehen, daher trete ich nach Rücksprache mit dem Veranstalter von dem Posten zurück. Schließlich will ich dem Rennen nicht schaden", teilte Ullrich auf Facebook mit.

"Jan sollte repräsentative Aufgaben übernehmen und ich wollte ihm eine zweite Chance gegeben", sagte Artur Tabat, der das Rennen seit 44 Jahren organisiert. Seine "Berater" hätten ihm ansonsten Redeverbot erteilt, sagte Tabat. Er war wegen der Verharmlosung von Doping in die Kritik geraten.

Ullrich gewann 1997 als erster und bisher einziger deutscher Radprofi die Tour de France. 2007 trat der gebürtige Rostocker zurück. 2012 war er vom Internationalen Sportgerichtshof Cas wegen Dopings zu einer zweijährigen Sperre verurteilt worden.

aha/dpa

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heinrich.busch 19.05.2017
1. Na klar!
Der kommt aus dem Osten, hat schon immer gedopt und tut es bestimmt auch heute noch. Uns Sauberfrauen -und Männern aus dem ältesten versucht er noch immer die Show zu stehlen. Da muß man doch laut protestieren. Schönen Tag
sonntag500 19.05.2017
2. #1
Na klar, als Sportlicher Leiter muss Ullrich geradezu m gedopt sein. Etwas anderes erwartet man doch nicht von einem "Ossi", denen das Dopen in die Wiege gelegt wurde. Da kommt jetzt bestimmt ein " sauberer" Wessi, der diesen Job übernimmt. Es wird immer noch mit zweierlei Maß gemessen. 27 Jahre nach der Deutschen Einigung.
hophop 19.05.2017
3. Schade
Sehr schade. Klar, er hat gedopt, aber er ist auch der beste deutsche Radfahrer den wir je hatten und einer der größten deutschen Sportler überhaupt. Ich finde, daß darf man inzwischen wieder ehren. 10 Jahre untot reicht als Strafe. Gerade wenn man bedenkt wie er im Verhältnis zu anderen Sündern im Radsport aber auch außerhalb des Radsports behandelt wurde. Hoeneß als Straftäter sofort wieder Chef bei Bayern: Das find ich bedenklich. Was mich aber wirklich abstößt an dieser Thematik ist die zur Schau getragene Moral mit der die Medien, die alles wußten oder deren Ahnung an Gewissheit grenzte, ihn dann aber empört niedermachten. Genau wie die Kommentare auf SPON 10 Jahre später. Typen, die sofort bei der Hand sind allen ihre großartige Moral zu zeigen indem sie (wahrscheinlich wie schon so oft) den ersten Stein mit Kraft und Genugtuung werfen. Echt ekelhaft
ansv 19.05.2017
4.
Hätte er mal besser Steuern hinterzogen, das ist in Deutschland dank Hoeneß ja so salonfähig, dass man dafür als Held gefeiert wird.
schehksbier 19.05.2017
5. Gut so!
Wenn man sich an die Dopinggeschichte um Jan Ullrich erinnert, an ständige Lügen und fehlende Einsicht des Mannes usw. wäre es schlicht ein Unding, diesen Typen mit irgendwelchen Funktionen im Radsport zu betrauen - oder handelt es sich bei Doping (Betrug) nur um ein harmloses Kavaliersdelikt?
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