Gefälschte Dokumente Dopingstrafe gegen Marathon-Olympiasiegerin auf acht Jahre verdoppelt

In Rio de Janeiro gewann Jemima Sumgong den Marathon, später wurde ihr Doping nachgewiesen. Nun ist die Karriere der 34-Jährigen wohl vorbei - weil sie gelogen und Dokumente gefälscht hat.

Jemima Sumgong
REUTERS/Dominic Ebenbichler

Jemima Sumgong


Die Dopingsperre gegen Jemima Sumgong, Marathon-Olympiasiegerin von 2016, ist von vier auf acht Jahre verdoppelt worden. Bis 2025 darf die 34-Jährige an keinen Wettkämpfen teilnehmen, wie der Leichtathletik-Weltverband IAAF bekanntgab. Die unabhängige Integritätskommision AIU sieht es als erwiesen an, dass Sumgong durch Lügen und die Fälschung von Dokumenten versucht hatte, ihrer Strafe zu entgehen.

Für die Läuferin bedeutet die Sperre angesichts ihres Alters wohl das Karriereende. Es besteht die Möglichkeit, das Urteil beim Internationalen Sportgerichtshof CAS anzufechten.

Laut Urteilsbegründung hat Sumgong gefälschte Dokumente über einen Klinikaufenthalt präsentiert und falsche Angaben zum Dopingfall gemacht. Bei ihrer Anhörung sagte Sumgong, sie sei wegen einer komplizierten Schwangerschaft in einem Krankenhaus gewesen. Dort seien eine Bluttransfusion und eine "weitere nicht identifizierte Behandlung" erfolgt, wozu sie einen Behandlungsnachweis vorlegte.

Die AIU bewertete die Dokumente als Fälschung und ihre Aussagen als unwahr, was einen weiteren Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln darstellt. Das betreffende Krankenhaus hatte eine Behandlung Sumgongs zum fraglichen Zeitpunkt bereits bestritten. Die entsprechenden Dokumente seien nicht authentisch.

Im Februar 2017 war Sumgong positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet worden - damals erhielt sie eine vierjährige Sperre. Ein Jahr zuvor hatte sie in Rio de Janeiro als erste Kenianerin den Marathon bei Olympischen Spielen gewonnen. Trotz positiven Dopingtests durfte sie ihre Medaille behalten.

mrk/dpa/sid



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