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Halbschwergewichtsboxen: Brähmer bleibt Weltmeister

Jürgen Brähmer (r.) im Kampf gegen Eduard Gutknecht Zur Großansicht
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Jürgen Brähmer (r.) im Kampf gegen Eduard Gutknecht

Der Ersatzgegner war nur ein Sparringspartner: Jürgen Brähmer hat seinen Weltmeistertitel im Halbschwergewicht zum sechsten Mal verteidigt. Der kurzfristig eingesprungene Eduard Gutknecht blieb chancenlos.

Jürgen Brähmer bleibt Boxweltmeister im Halbschwergewicht. Der WBA-Champion gewann vor knapp 5000 Zuschauern in Neubrandenburg gegen Eduard Gutknecht nach zwölf Runden einstimmig nach Punkten (116:111, 116:111, 118:110). "Die Rechte hat super getroffen. Ich wollte allen zeigen, dass ich noch hungrig bin", sagte der 37-Jährige nach seinem 48. Sieg im 50. Profikampf (35 K.o.).

Brähmer dominierte den Kampf vom ersten Gong an. Bereits in der ersten Runde kassierte Gutknecht einige klare Treffer des Titelverteidigers, der seinen Gegner mit seinem starken rechten Jab zermürbte. Der Schützling von Trainer Karsten Röwer war nie in Gefahr, seinen Titel zu verlieren. Gutknecht blieb zu passiv. In der zehnten Runde gab es für den gebürtigen Kasachen einen Punktabzug wegen Runterdrückens. Selbst eine Cutverletzung am linken Auge brachte Brähmer in der Schlussphase nicht aus dem Konzept.

Der Schweriner besitzt den Titel des Verbands WBA seit Dezember 2013 und hat ihn nunmehr sechsmal erfolgreich verteidigt. Sein Gegner musste im 34. Kampf die vierte Niederlage hinnehmen. Beide hatten sich zuvor bereits einmal gegenübergestanden. Vor drei Jahren musste Gutknecht eine knappe Niederlage nach Punkten hinnehmen. Eigentlich sollte Brähmer in Neubrandenburg gegen Thomas Oosthuizen boxen, das Management des Südafrikaners hatte den Kampf aber abgesagt, da ihr Schützling außer Form sei.

rae/dpa/sid

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Box-Glossar
Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.
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