Wüstenstaat Katar will auch Olympische Sommerspiele ausrichten

Das wird heiß: Katar will sich trotz der Absage für die Wettkämpfe 2020 auch in Zukunft für die Olympischen Sommerspiele bewerben. Dabei war schon die Vergabe der WM an den Wüstenstaat scharf kritisiert worden.

Fans im Khalifa-Stadion in Doha: Nach der WM bald Olympische Spiele?
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Fans im Khalifa-Stadion in Doha: Nach der WM bald Olympische Spiele?


Katar hat seinen Willen zur Austragung Olympischer Spiele bekräftigt und will sich womöglich schon für das Sportereignis 2028 bewerben. "Die Vision und das Ziel heißen, irgendwann Olympische Sommerspiele auszutragen", sagte Thani Al-Kuwari, Generalsekretär des Olympischen Komitees von Katar, in der Hauptstadt Doha. Wie Kuwari ausführte, baue sein Land derzeit viele Wettkampfstätten, die für Olympia genutzt werden könnten.

Das Emirat hatte bereits Zuschläge für viele große Sportereignisse bekommen, etwa die Leichtathletik-WM 2019, die Fußball-WM 2022 und die Schwimm-WM 2023. Man verfüge über zahlreiche Erfahrungen, zum Beispiel durch die Austragung der Handball-WM sowie der Leichtathletik-WM der paralympischen Sportler, sagte Kurawi: "All diese Wettkampfstätten stehen zur Verfügung, speziell nach 2022 sind 99 Prozent der benötigten Arenen fertig."

Schon für 2020 hatte sich Katar beworben

Die Bestrebungen Katars dürften nicht allen gefallen: Bereits die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft an den Wüstenstaat hatte für viel Aufsehen und Unverständnis gesorgt. Aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer wurde die WM nach langen Beratungen und Protesten in den Winter verlegt, das Endspiel soll wenige Tage vor Weihnachten stattfinden.

Katar steht zudem wegen Korruption und unmenschlicher Arbeitsbedingungen in der Kritik von Menschenrechtsorganisationen. Zuletzt war das Trainingslager in Doha kontrovers diskutiert worden.

Schon für 2020 hatte sich Katar um die Olympischen Spiele beworben, schaffte es aber nicht in die Endauswahl. Japan bekam mit Tokio den Zuschlag. Für 2024 kam keine Bewerbung zustande. Derzeit kämpfen Los Angeles (USA), Budapest (Ungarn), Rom (Italien) und Paris (Frankreich) um die Ausrichtung der Sommerspiele in acht Jahren.

bka/sid



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insgesamt 13 Beiträge
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Mimimat 08.02.2016
1. Sommerspiele? Pah!
Warum tragen sie nicht die Winterspiele aus? Das wäre mal ne Herausforderung.
jensblond007 08.02.2016
2. Eine Frage bleibt noch:
Sollte sich Katar nicht endlich einmal auch für die olympischen Winterspiele bewerben? Ach komm, eigentlich sollten alle internationalen Großereignisse in Katar stattfinden, diesem großartigen und weltoffenen Land.
oldhenry49 08.02.2016
3. Mit
viel Geld und Entscheidungsträgern die es gerne nehmen, wird es kein Problem sein, auch die Olympischen Spiele ins Land zu holen. Dann wird man wieder Tausende Arbeitssklaven importieren, die unter extremsten Bedingungen arbeiten "dürfen", während die Welt wegschaut. Schließlich will man sich wegen solcher Lapalien ja nicht die Geschäfte verderben. Business as usual.
hitcher 08.02.2016
4. wer sonst?
na wenn schon Deutschlands Städte NOlympia sagen und Rom lieber die Bevölkerung nicht abstimmen lässt wird über kurz oder lang nur noch Katar, Bahrain oder Dubai übrig bleiben.
bergerangel 08.02.2016
5. Dann aber nur...
in vollklimatisierten Sportstätten deren Versorgung ein Vermögen kosten wird...
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