Marathon in Kenia Betrüger nach Zieleinlauf festgenommen

Julius Njogu zeigte der Rennleitung Blasen unter seinen Füßen, die er sich angeblich beim Nairobi-Marathon zugezogen hatte. Dabei wollte der Läufer nur das Preisgeld für Platz zwei ergaunern. Nun droht ihm eine Anklage.

Marathon in Kenia: Wer im Ziel überhaupt nicht schwitzt, ist verdächtig
picture alliance / dpa

Marathon in Kenia: Wer im Ziel überhaupt nicht schwitzt, ist verdächtig


Fast ohne Ermüdungserscheinungen einen Marathon in etwas über zwei Stunden als Zweiter zu beenden, das ist selbst für die Langstreckenspezialisten aus Kenia ungewöhnlich. Deshalb kam die Rennleitung des Nairobi-Marathons auch Julius Njogu auf die Schliche und entlarvte ihn am Sonntag als dreisten Betrüger. Dem Mann droht nun ein juristisches Nachspiel.

Nach Angaben der Organisatoren hatte der 28-Jährige knapp einen Kilometer vor der Ziellinie in einer Zuschauergruppe auf die Top-Läufer gewartet und war dann einfach ins Rennen eingestiegen. Ohne die vorherigen 41 Kilometer in den Beinen übersprintete Njogu den verdutzten Shadrack Kiptoo im Schlussspurt im Nationalstadion mit Leichtigkeit und beendete den Marathon hinter Joshua Kikorir (2:13.25 Stunden) als Zweiter. 7000 Euro Preisgeld wollte er sich so ergaunern.

Doch der Betrug flog binnen weniger Augenblicke auf. Zwar versuchte Njogu noch, die Organisatoren mit Blasen unter seinen Füßen, die er sich angeblich im Rennen zugezogen hatte, zu überzeugen, doch die Offiziellen ließen sich nicht täuschen. "Ich bin der Spitzengruppe vom Start weg gefolgt und habe ihn bis zum Schluss nicht gesehen", sagte Renndirektor Ibrahim Hussein. "Seine Platzierung wird natürlich nicht anerkannt."

Neben der sportlichen Disqualifikation droht Njogu weiteres Ungemach: Noch im Stadion wurde der 28-Jährige verhaftet. Nun droht ihm eine Anklage wegen Betrugs.

ckr/AP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dirkozoid 26.10.2015
1. Startnummern?
Zuerst dachte ich, er hätte noch einen Komplizen gehabt und dann von diesem heimlich die Startnummer bzw. gleich das ganze Shirt übernommen. Aber so? Ist doch klar, dass das auffliegt. Aber ist eh wieder nur eine Agenturmeldung, die einfach übernommen wurde und sowieso totaler Schwachsinn.
lattenkracher11 26.10.2015
2. Habe ich auch erlebt
Als Kind bei den bundesjugendspielen. Beim 800 m Lauf sind auf den letzten Metern 2 dem ersten hinterher gerannt und haben ihm sogar zugejubelt. Die Lehrer standen im Ziel und haben sich die ersten fünf "geschnappt", da diese für einen anderen Wettkampf qualifiziert waren. Das der zweite und der dritte nur die letzten 50 m gelaufen waren, merkten die überhaupt nicht. Mich kostete das Platz 4, als 6. war ich raus. Alles protestieren, vorallem vom rechtmäßigen zweiten, der immerhin trotzdem zum nächsten Lauf durfte, half nichts.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.