Leichtathletik Kenia will neues Anti-Doping-Gesetz vorlegen

Ein Dopingskandal hatte Kenias Leichtathletik erschüttert, jetzt greift die nationale Politik durch: Die Regierung des ostafrikanischen Landes will Dopingsünder künftig per Gesetz als Straftäter einstufen lassen.

Anti-Doping-Protest kenianischer Athleten: Die Regierung hat ihren Wünschen entsprochen
AFP

Anti-Doping-Protest kenianischer Athleten: Die Regierung hat ihren Wünschen entsprochen


Die kenianische Regierung will dem Parlament in Nairobi am kommenden Montag den Entwurf für ein neues Anti-Doping-Gesetzes vorlegen. Das kündigte Sportminister Hassan Wario im kenianischen Fernsehen an. Das 28-seitige Gesetz stuft Dopingmissbrauch als Straftatbestand ein. Am kommenden Mittwoch könnte die Verordnung ratifiziert und damit eine Forderung der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada erfüllt werden.

"Wir arbeiten hinter den Kulissen. Die Bedrohung ist ernst, aber Maßnahmen werden ergriffen", sagte Wario: "Es ist ein Prozess, und dieser ist auf dem richtigen Weg." Zuvor hatte die Wada erklärt, dass der Status der kenianischen Anti-Doping-Agentur ADAK trotz der Einleitung einiger Reformen "nach wie vor nicht mit dem Anti-Doping-Code" übereinstimme.

Die zuständige Wada-Kommission wird am 5. April erneut eine Beurteilung vornehmen und dann dem Vorstand eine Empfehlung geben, wie mit der ostafrikanischen Läufer-Nation zu verfahren ist. Schlimmstenfalls droht ihr der Ausschluss von den Olympischen Spielen im August in Rio de Janeiro.

Nachdem immer mehr Informationen über systematisches Doping in Kenias Leichtathletik an die Öffentlichkeit gedrungen waren, wurden Ende 2015 bereits drei kenianische Spitzenfunktionäre ihren Ämtern enthoben.

lst/sid

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