Kieler Handball-Prozess: Oberstaatsanwalt legt Revision ein

Im Handball-Prozess gegen Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarusic wird die Kieler Staatsanwaltschaft am Freitag Revision einlegen. Das berichten mehrere Medien. Die beiden Funktionäre waren Ende Januar freigesprochen worden.

Ex-Kiel-Manager Schwenker: Fortsetzung im Handball-Prozess droht Zur Großansicht
dapd

Ex-Kiel-Manager Schwenker: Fortsetzung im Handball-Prozess droht

Hamburg - Der Kieler Handball-Prozess gegen Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarusic findet nach Medieninformationen eine Fortsetzung. Nach Informationen des Nachrichtensenders "NDR Info" und der "Kieler Nachrichten" hat die Kieler Staatsanwaltschaft Zweifel an der Urteilsbegründung des Landgerichts. Deshalb soll am Freitag Revision eingelegt wird.

Knackpunkt bei der Prüfung des Urteils durch den Oberstaatsanwalt Axel Goos soll die Beweiswürdigung des Landgerichts sein. Auf Anfrage der "Kieler Nachrichten" lehnte Schwenkers Anwalt Michael Gubitz eine Stellungnahme ab.

Das Kieler Gericht hatte die beiden Angeklagten Ende Januar freigesprochen, wenn auch mit Zweifeln an ihrer Unschuld. Der ehemalige Manager Schwenker und der frühere Trainer Serdarusic mussten sich wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr und wegen Betrugs verantworten. Ihnen wurde vorgeworfen, beim Champions- League-Erfolg 2007 die Schiedsrichter manipuliert zu haben.

"Das kommt für mich einem sportlichen Berufsverbot gleich"

Die Prozess-Unterlagen werden jetzt an den Bundesgerichtshof (BGH) weitergeleitet. Dort überprüft ein Strafsenat den Richterspruch ausschließlich auf mögliche Rechtsfehler. Eine solche Prüfung dauert üblicherweise drei bis sechs Monate. Zu einer Wiederholung des Prozesses kommt es allerdings nur, sollte der BGH Fehler entdecken. Ansonsten würde der Bundesgerichtshof die Freisprüche für Schwenker und Serdarusic bestätigen, und das Urteil wäre rechtskräftig.

"Das kommt für mich einem sportlichen Berufsverbot gleich", sagte Schwenker den "Kieler Nachrichten". Für den Manager wäre eine mögliche Neuauflage des Prozesses ein schwerer Schlag. "Ich stand in Kontakt mit drei Bundesligisten. Mit zwei Vereinen waren die Gespräche schon sehr konkret, aber immer nur für den Fall, dass die Geschichte für mich positiv zu Ende geht", sagte der 53-Jährige.

Nun muss der Bundesgerichtshof in Leipzig entscheiden, ob der Fall neu aufgerollt oder die Revision verworfen wird.

leh/dpa

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1. Zweifeln an ihrer Unschuld? Leute wie oft noch!
n.holgerson 19.04.2012
Ein Staatsanwalt muss die Schuld nachweisen. Ein Gericht muss von der Schuld überzeugt sein. Wenn das Gericht von der Schuld überzeugt ist, kann es den Angeklagten u.a. verurteilen. Nur was soll "Zweifle an der Unschuld" sein? Niemand in einem Rechtsstaat ist verpflichtet, seine Unschuld zu beweisen. Ob jetzt ein Richter an der Unschuld zweifel hat oder nicht ist vollkommen irrelevant! Auch andersherum wäre dies so. Weil das Gericht von der Schuld "überzeugt" sein muss. Wenn es Zweifel gibt, dann wird man i.d.R. eben nicht verurteilt. Also, die Aussage "Zweifel an der Unschuld" bzw. man ist "halb von der Schuld überzeugt" sind vollkommen irrelevant. Man stelle sich das auch mal vor Gericht vor. Ein Angeklagter macht von seinem Recht die Aussage zu verweigern Gebrauch. Der Staatsanwalt trägt vor Gericht seine Beweise, Indizien,... vor. Der Anwalt kann diese widerlegen o.ä. Das Gericht schaut sich die Ausführungen der Staatsanwaltschaft und des Verteidigers an und kommt zu dem Ergebnis, also "von der Schuld" sei man nicht überzeugt. Ergo, der Angeklagte gilt als unschuldig. Dann macht ein Gericht noch die vollkommen sinnfreie Aussage "Man habe auch Zweifel an der Unschuld". Da wird der Angeklagter aber denken, wow. Musste ich dies überhaupt nachweisen? Und was spielt so eine Aussage dann auch für eine Rolle?
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