Klitschko-Kampf Ohrfeige vor dem Fight

Schon vor dem Kampf gegen Vitali Klitschko teilt Herausforderer Derek Chisora aus - und zwar nicht nur verbal. Beim sogenannten Staredown ohrfeigte er seinen Gegner. Der 28-jährige Brite ist für seine Mätzchen bekannt, vor zwei Jahren küsste er seinen Kontrahenten bei einer Pressekonferenz.


Hamburg - Zack, das hat gesessen. Herausforderer Dereck Chisora hat Vitali Klitschko vor dem Duell am Samstag (23 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht eine Ohrfeige verpasst und damit eine heftige Rangelei unter den Betreuern und Sicherheitskräften ausgelöst.

Chisora hatte schon am Donnerstag erklärt, er sei "wahnsinnig". Am Freitag lieferte der Brite den Beweis. Die beiden Kontrahenten stießen beim traditionellen Staredown mit den Köpfen zusammen, woraufhin Chisora Klitschko die flache rechte Hand ins Gesicht klatschte. Der Titelverteidiger behielt im Chaos einen kühlen Kopf und ließ sich nicht provozieren.

"Die Abrechnung erhält er im Ring", sagte Klitschko, der nicht zurückschlug. Kurze Zeit später fügte er an: "Der hat nicht alle Tassen im Schrank. Er hat mich nicht wie ein Boxer, sondern wie eine Frau geschlagen - mit der flachen Hand. Wenn er richtig kämpfen will, muss er dass schon mit den Fäusten tun."

Fotostrecke

7  Bilder
Box-Eklat: Watschen für Vitali
Nach einem hitzigen Wortgefecht verließ Chisora dann ganz schnell die Szenerie. Sein Promoter Francis Warren meinte: "Vielleicht hatte er zu viel Adrenalin im Blut. Der Schlag kam 24 Stunden zu früh." Es war nicht das erste Mal, dass Chisora bereits vor einem Kampf intensiven körperlichen Kontakt gesucht hat. 2010 hatte der für seine Provokationen bekannte 28-Jährige seinen Gegner Carl Baker bei einer Pressekonferenz auf den Mund geküsst - woraufhin es beinahe zur Schlägerei zwischen den beiden gekommen wäre.

"Er wird mich nicht überraschen"

Titelverteidiger Klitschko will sich von diesen Provokationen seines Gegners nicht aus dem Konzept bringen lassen und seinen WBC-Titel unbedingt verteidigen. "Er wird mich nicht überraschen", sagte Klitschko. Sportlich nimmt er seinen Gegner sehr ernst: "Mich interessieren nur Boxer, die mich wirklich fordern können. Chisora ist jung, wild und hungrig. Er wurde noch nie ausgeknockt."

Chisora selbst kündigte an "mit 100 Meilen pro Stunde" von der ersten Runde bis zum Ende zu kämpfen und den Weltmeister in der achten Runde niederzuschlagen. Doch obwohl der letzte britische Schwergewichts-Champ Lennox Lewis eine Überraschung für möglich hält und seinem Landsmann die nötige Schlaghärte attestiert, um Klitschko auf den Boden zu schicken: Chisoras Kampfbilanz ist nicht überragend. Er gewann zwar 15 seiner 17 Kämpfe, siegte neunmal durch Knockout. Doch zwei der letzten drei Auftritte endeten mit einer Niederlage, zunächst deutlich gegen Landsmann Tyson Fury und dann höchst umstritten gegen den Finnen Robert Helenius.

leh/sid



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 42 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Europa! 17.02.2012
1. Klitschko sollte sich um die Ukraine kümmern
Zitat von sysopDPAEine Watschen beim Wiegen: Derek Chisora sorgt schon vor dem Kampf gegen Vitali Klitschko für ordentlich Trouble, er ohrfeigte seinen Gegner beim Staredown. Der 28-Jährige ist für seine Mätzchen bekannt, vor zwei Jahren küsste er seinen Gegner bei einer Pressekonferenz. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,816022,00.html
Klitschko ist ein besonnener Mann. Es wäre besser, wenn sich dieser sympathische Sportler um die Zustände in der Ukraine kümmern würde, statt sich mit solchen Flegeln herumzuschlagen.
frendo54 17.02.2012
2. Boxen
ist zum Kasperkram verkommen. Auch zu Alis Zeiten gab es vor den Kämpfen das sog. "Ballyhoo"; allerdings konnte man sich darauf verlassen, anschließend im Ring auch hochklassige Leistung zu sehen. Wäre Herr Chisora ein wirklich gefährlicher Mann, hätte der Klitschko-Clan ihn wohl nicht als Gegner akzeptiert.
AKI CHIBA 17.02.2012
3. Der "Clan" hat ....
Zitat von frendo54ist zum Kasperkram verkommen. Auch zu Alis Zeiten gab es vor den Kämpfen das sog. "Ballyhoo"; allerdings konnte man sich darauf verlassen, anschließend im Ring auch hochklassige Leistung zu sehen. Wäre Herr Chisora ein wirklich gefährlicher Mann, hätte der Klitschko-Clan ihn wohl nicht als Gegner akzeptiert.
....hat Haye eine Riesenbörse geboten. Mehr gints nirgends für den besten Boxer nach den Klitschkos. Er hat abgelehnt. Es gibt zur Zeit NIEMAND. Auch der Halbschwergewichtler Ali wäre wohl chancenlos. Nur einer könnte mal aufschließen: Helenius! Empfehlung: Noch 2 Jahre warten.
theodorheuss 17.02.2012
4. Das
Zitat von sysopDPAEine Watschen beim Wiegen: Derek Chisora sorgt schon vor dem Kampf gegen Vitali Klitschko für ordentlich Trouble, er ohrfeigte seinen Gegner beim Staredown. Der 28-Jährige ist für seine Mätzchen bekannt, vor zwei Jahren küsste er seinen Gegner bei einer Pressekonferenz. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,816022,00.html
wird wohl auch die einzige Watschen gewesen sein die Klitschko von diesem Proll kassieren muß.
theodorheuss 17.02.2012
5. Solche
Zitat von sysopDPAEine Watschen beim Wiegen: Derek Chisora sorgt schon vor dem Kampf gegen Vitali Klitschko für ordentlich Trouble, er ohrfeigte seinen Gegner beim Staredown. Der 28-Jährige ist für seine Mätzchen bekannt, vor zwei Jahren küsste er seinen Gegner bei einer Pressekonferenz. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,816022,00.html
Spierenzien dienen nur dazu die Einschaltquoten ( Werbegelder ) in die Höhe zu treiben nach dem Motto: "Schatz, hast du DAS gesehen, na DEN Kampf gucken wir uns aber an, da kriegt der Chisora von Klitschko so richtig aufs Maul". So ist es doch! Alles dreht sich nur noch ums Geld, ausschließlich.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.