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Klitschko-Sieg über Adamek Prügel vom Dominator

Klitschko vs. Adamek: Herausforderer ohne Chance
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REUTERS

Für Tomasz Adamek sollte es der Kampf seines Lebens werden, es wurde ein Debakel. Vitali Klitschko dominierte das Duell um den WBC-Titel nach Belieben und bleibt Weltmeister. Nun stellt sich die Frage: Gibt es überhaupt noch Gegner für ihn und seinen Bruder Wladimir?

Vor dem Auftritt gegen Tomasz Adamek hatte Fritz Sdunek in der Boxwelt für Aufregung gesorgt. "Zwei, drei, Kämpfe" werde sein Schützling noch bestreiten, "mehr nicht", sagte der Trainer von Vitali Klitschko der "Welt". Da keimte Hoffnung auf. Wird die Dominanz der Klitschko-Brüder, die alle Weltmeistergürtel im Schwergewichtsboxen halten, bald vorbei sein? Die Ukrainer haben inzwischen keine Gegner mehr, da muss schon einer der beiden seine Karriere beenden, damit wieder etwas Spannung aufkommt.

Doch vermutlich war Sduneks Aussage nur Teil der PR-Kampagne, um den Kampf in Breslau interessanter zu machen. Denn nach dem klaren Sieg gegen den bemitleidenswerten Polen wollte der Trainerfuchs von einem Karriereende des 40-jährigen Vitali Klitschko nun doch nichts mehr wissen. "Lange wird er nicht mehr kämpfen", fabulierte Sdunek am späten Samstagabend zwar, "aber ich weiß nicht, ob es tatsächlich nur drei oder vielleicht doch mehr Kämpfe werden." Sein Rat: "Vitali sollte nicht aufhören, solange er nicht getroffen wird."

Tatsächlich verriet Klitschkos Gesicht, dass er keine echten Treffer kassiert hatte. Abgesehen von einer Rechten Adameks in der fünften Runde war es ausschließlich der WBC-Champion, der den Schlagrhythmus bestimmte. Nach zehn Runden war es dann dem Ringrichter zu viel, er brach den Kampfab, nachdem sich Adamek einem Schlaghagel Klitschkos ausgesetzt gesehen hatte.

Klitschko führt Adamek vor

"Ich war überrascht über sein starkes Kinn", sagte Klitschko. Adamek, dessen Gesicht nach überstandenem Einsatz aussah, als habe er mit einem Schwarm Wespen gekuschelt, gestand: "Ich wollte bis zum Ende kämpfen. Ich bin ein Krieger und muss meinen Stolz herunterschlucken."

Rund 44.000 Zuschauer waren ins Breslauer Fußballstadion gekommen, das eigens für die Europameisterschaft 2012 gebaut wurde. Sie hatten auf eine Überraschung durch ihren Landsmann gehofft, doch es wurde wieder einmal eine Klitschko-Show. Der 110-Kilogramm-Mann dominierte seinen zwölf Kilogramm leichteren Kontrahenten nach Belieben. Klitschko führte Adamek phasenweise vor, boxte auf seine ganz eigene Art, ohne wirkliche Deckung.

Nach diesem ungleichen Duell stellt sich erneut die Frage: Gegen wen sollen die Klitschkos noch antreten? Adamek, der ehemalige Weltmeister im Halb- und Cruisergewicht, ist bereits die aktuelle Nummer drei der Weltrangliste. Damit ist der Pole der beste Boxer außerhalb der Klitschko-Familie. Fraglich ist, ob Adamek diese Einstufung tatsächlich verdient hat. Bislang bestritt er lediglich sechs Kämpfe im Schwergewicht, erreicht hat er in der Königsklasse des Boxens noch nichts.

"Es war ein Fehler, ins Schwergewicht zu wechseln"

"Man kann nicht durch Essen Schwergewichtler werden. Man muss zum Schwergewichtler geboren sein", dozierte Vitali Klitschko, "Tomasz ist der beste Boxer der Welt, nur nicht im Schwergewicht. Es war ein Fehler von ihm, ins Schwergewicht zu wechseln." Vor dem Duell, das in der Spitze gut zehn Millionen Zuschauer im deutschen Fernsehen verfolgten, hatte Klitschko noch Adameks Härte und Einstellung hervorgehoben. Das war dann wohl auch nur Businesstalk.

In Polen selbst war vorab vom "Kampf des 21. Jahrhunderts" die Rede gewesen. Im Ring regierte der 2,03 Meter große Klitschko. Bereits nach zwei Runden hatte der sechs Jahre jüngere und 16 Zentimeter kleinere Adamek so viele schwere Treffer kassiert, dass es eher wie die "Verprügelung des 21. Jahrhunderts" aussah.

Wenn es also der aktuellen Nummer drei der Welt schon so ergeht, wer soll den Klitschkos dann überhaupt noch gefährlich werden? Am Samstagabend wurde bekannt, dass der Engländer David Haye, den Wladimir Klitschko im Juli geschlagen hatte, seine Karriere doch nicht beenden möchte und stattdessen auf einen Kampf gegen Vitali hofft.

Ein solcher Kampf wäre vom Klitschko-Management leicht zu vermarkten, denn Haye gilt als Großmaul, der durch seine Show und Sprüche für Aufmerksamkeit sorgt. Aber boxerisch hatte der 31-jährige Haye genauso wie Adamek gezeigt, dass er mit der größeren Reichweite der Klitschkos nicht klar kommt.

Haye und Adamek müssen sich für diese Unzulänglichkeiten aber keineswegs schämen. Sie befinden sich in bester Gesellschaft. Weltweit gibt es niemanden, der den Klitschkos annähernd Paroli bieten könnte. Wegen der Aussicht auf eine ordentliche Kampfbörse wird sich aber mit Sicherheit ein bis dahin wenig bekannter Herausforderer finden, der sich auf einen der Klitschkos einlässt.

Wie sagte doch Adamek, der eine Millionengage kassiert haben soll, nach seiner Tracht Prügel: "Ich werde leben und gesund sein." Mehr kann man von einem Kampf gegen einen der Klitschkos auch nicht erwarten.

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Box-Glossar
Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannte Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag mit der Führhand, bei dem zwischen Seitwärtshaken und Aufwärtshaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.

Kampf gegen Doping
Am 10. November 1999 wurde auf Initiative des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) die unabhängige Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Lausanne gegründet. Zusammen mit den nationalen NOKs und staatlichen Organisationen will die Wada die internationale Dopingbekämpfung fördern und einheitliche Standards für Kontrollen in allen Ländern schaffen. Das Anti-Doping-Programm der Wada wurde im März 2003 von allen Delegierten der internationalen Sportverbände, der Regierungen und dem IOK auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kopenhagen angenommen. Der Welt-Anti-Doping-Codex löste im darauffolgenden Jahr den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen 2004 auch für die Olympischen Spiele.





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