Anerkennung als Sportart eSports vor Aufnahme in Koalitionsvertrag

eSports haben es in den vorläufigen Entwurf des Koalitionsvertrags geschafft. Damit rückt die Anerkennung als Sportart auch in Deutschland immer näher. In Pyeongchang mischen die eSportler bereits mit.

Sasha "Scarlett" Hostyn
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Sasha "Scarlett" Hostyn


Bei seiner Gründung Ende 2017 hatte der eSport-Bund Deutschland (ESBD) die Absicht erklärt, eSports die Anerkennung als Sportart zu verschaffen. Diesem Ziel ist der Dachverband gestern ein großes Stück näher gekommen. Im vorläufigen Entwurf des Koalitionsvertrags zwischen CDU, CSU und SPD heißt es, man wolle "eSports künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen".

Zur Begründung heißt es, dass eSports "wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert". ESBD-Präsident Hans Jagnow sagte zu dieser Entwicklung: "Das ist ein massiver Schritt nach vorne für eSports in Deutschland." Die Anerkennung als Sportart ermögliche "die Integration in die Sportförderung der Länder, die Reisefreiheit für Berufs-eSportler und Coaches und den Aufbau einer breiten Amateurstruktur".

Parallel zu weiteren Gesprächen mit der Politik wolle man mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zusammenarbeiten, sagte Jargow. Dieser hatte bereits bei der Gründung des eSports-Dachverbands Ende 2017 die Schaffung einer Arbeitsgruppe angekündigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte erste positive Signale in Richtung der eSportler gesendet, als sie im August 2017 die Videospielmesse Gamescom in Köln besucht hatte.

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Gamescom: So lief Merkels Besuch auf der Spielemesse

In Pyeongchang war mit dem Intel Extreme Masters bereits ein großes eSports-Turnier im Vorfeld der Olympischen Spiele ausgetragen worden. Die Organisatoren der Asienspiele haben eSports als offizielle Sportart für die Austragung 2022 in der chinesischen Stadt Hangzhou ins Programm genommen.

tip/sid



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sirgorath 08.02.2018
1.
Wurde auch Zeit, dass dies endlich vorangetrieben wird. Auch wenn Scarlett durchaus verdient hat genannt zu werden, hätte man mit Tobias "ShoWTimE" Sieber auch ruhig einen Deutschen Starcraft 2 Profi abbilden können, welcher schon einige Zeit sehr gut in internationalen Turnieren unterwegs ist.
skeptiker53 08.02.2018
2. Ernst ?
Man kann doch nicht ernsthaft eine Bildschirmaktivität als Sport bezeichnen ?! Früher hat man noch gelacht, wenn Leute sich selber als "Fernsehsportler" bezeichneten: da wissen alle, dass diese sich eher die eigene Gesundheit beschädigen. Von mir aus nennt man sowas Spiel, Zeitvertreib, Entspannung u.s.w., aber doch nicht Sport !
mha1982 08.02.2018
3. Endlich ist es so weit...
Super-Entwicklung... Alles was jetzt noch fehlt, ist, dass eSports in die Lehrpläne aufgenommen wird und dass die Kinder durch steuerfinanzierte Burger, Pommes und Cola beim Zocken auch gut genährt bleiben. McDonald's und Coca Cola wären da sicher sofort zu einer Partnerschaft bereit... Das könnte dann auch wunderbar als Ganztagsschulkonzept anwenden. Dann müssten die Eltern sich auch nicht mehr mit den kleinen Scheißerchen abrackern. Utopie im hier und jetzt. Ist es nicht herrlich?
sirgorath 08.02.2018
4.
Zitat von skeptiker53Man kann doch nicht ernsthaft eine Bildschirmaktivität als Sport bezeichnen ?! Früher hat man noch gelacht, wenn Leute sich selber als "Fernsehsportler" bezeichneten: da wissen alle, dass diese sich eher die eigene Gesundheit beschädigen. Von mir aus nennt man sowas Spiel, Zeitvertreib, Entspannung u.s.w., aber doch nicht Sport !
Nicht jeder Sport ist körperlicher Natur. Viele eSportler trainieren 8 Stunden am Tag, halten sich gesund und fit und treten dann in teilweise hoch dotierten Turnieren gegen andere an. Sehe nicht, wieso das anderen Sportarten unterlegen sein sollte. Fußball ist für die meisten ja auch nur Spaß und Zeitvertreib und zählt dennoch als Sport.
sirgorath 08.02.2018
5.
Zitat von mha1982Super-Entwicklung... Alles was jetzt noch fehlt, ist, dass eSports in die Lehrpläne aufgenommen wird und dass die Kinder durch steuerfinanzierte Burger, Pommes und Cola beim Zocken auch gut genährt bleiben. McDonald's und Coca Cola wären da sicher sofort zu einer Partnerschaft bereit... Das könnte dann auch wunderbar als Ganztagsschulkonzept anwenden. Dann müssten die Eltern sich auch nicht mehr mit den kleinen Scheißerchen abrackern. Utopie im hier und jetzt. Ist es nicht herrlich?
Dieses herabblicken auf die "dicken zocker" ist doch ziemlich oberflächlich. Schade, dass so viele Menschen es nötig haben, ihr Selbstwertgefühl auf so billige art zu steigern. Ein Blick auf die Teams der aktuellen Overwatch League zeigt athletische und fitte Menschen, welche wohl trainierter sind, als der Großteil der "nörgelnden couchpotatoes".
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