Korruptionsverdacht Rios Olympia-Chef tritt zurück

Carlos Arthur Nuzman ist von seinem Amt als Präsident des Olympischen Komitees Brasiliens zurückgetreten. Zuletzt war er festgenommen und vom IOC suspendiert worden, nun will er seine Verteidigung vorbereiten.

Carlos Arthur Nuzman (M.)
REUTERS

Carlos Arthur Nuzman (M.)


Nach seiner Festnahme will sich der Chef des Organisationskomitees der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro gegen die erhobenen Korruptionsvorwürfe wehren. Carlos Arthur Nuzman bat darum, vorübergehend von seinen Ämtern als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees und des Organisationskomitees freigestellt zu werden, wie aus einem am Samstag veröffentlichten Brief hervorgeht.

"Ich kann nicht zulassen, dass der olympische Sport in Brasilien in irgendeiner Art und Weise von den Ermittlungen betroffen wird, die unrechtmäßig gegen mich geführt werden", heißt es in dem Schreiben. "Um mein Recht auf Verteidigung wahrzunehmen, das bislang verletzt wird, nehme ich Abstand von meinen Ämtern als Präsident des Olympischen Komitees und des Organisationskomitees."

Wegen des Verdachts auf Stimmenkauf war Nuzman am Donnerstag festgenommen worden. Er soll Geldzahlungen an afrikanische Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) eingefädelt haben, um deren Zustimmung zu Olympia in Rio de Janeiro zu sichern. Am Freitag hatte auch das IOC bereits reagiert und Nuzman als Ehrenmitglied suspendiert. Außerdem wurde er aus der Koordinierungskommission für die Sommerspiele 2020 in Tokio abgezogen. Laut IOC werden die Suspendierungen teilweise oder vollständig aufgehoben, sobald die ungeklärten Governance-Fragen zufriedenstellend beantwortet werden.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht vor allem die Zahlung von mindestens zwei Millionen US-Dollar an den senegalesischen Unternehmer Papa Massata Diack wenige Tage vor der Vergabe der 31. Olympischen Sommerspiele im Oktober 2009.

lst/dpa/sid



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