Hamburg – "Weder von Oscar Sevilla noch von Jan Ullrich ist eine Erklärung gekommen, die ihre Unschuld bewiesen hätte. Ich habe lediglich Jans Stellungnahme erhalten, deren Inhalt belanglos ist", sagte Ludwig heute. Gestern war bekannt geworden, dass T-Mobile Ullrich fristlos gekündigt hatte. "Die Kündigung ist erfolgt, weil wir glauben, dass Ullrich und Sevilla in den spanischen Dopingskandal verwickelt sind", erklärte T-Mobile-Sprecher Christian Frommert.

Verdächtiger Ullrich: "Seine Unschuldsbekenntnisse sind keine"
Ullrich kritisiert das Verhalten seines bisherigen Arbeitgebers. "Es liegt mir am Herzen, nochmals klarzustellen, dass ich über die Kündigung sehr überrascht war", schrieb er heute auf seiner Homepage. Der 32-Jährige, der wie Sevilla unmittelbar vor dem Start der 93. Tour de France suspendiert worden war, beklagt, dass sich T-Mobile nicht an Absprachen halten würde. Das Team habe Fakten geschaffen, obwohl "für eine mögliche Kündigung eine Fristverlängerung bis Ende nächster Woche" verabredet worden sei.
"Die Kündigung ist unbegründet. Sofern das für die nächste Woche geplante Gespräch keine Einigung bringt, wird Jan Ullrich die Kündigung gerichtlich anfechten", sagte dessen Manager Wolfgang Strohband. Betreuer Rudy Pevenage war schon vor einigen Tagen gekündigt worden. Ullrich wird vorgeworfen, in den spanischen Blutdoping-Skandal um den Madrider Arzt Eufemiano Fuentes verwickelt zu sein. Er hatte bei seiner Abreise vom Tour-Startort Straßburg am 30. Juni die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestritten und erklärt, seine Unschuld beweisen zu wollen.
Auch wenn Ullrich und die 57 anderen verdächtigen Fahrer überführt würden, müssten sie sich in Spanien nicht strafrechtlich verantworten. Anklagen wegen Verstoßes gegen die "öffentliche Gesundheit" hätten nur Fuentes und dessen Kollege José Merino Bartres sowie drei weitere Angeklagte zu erwarten, teilte heute eine Sprecherin des mit dem Fall befassten Gerichts in Madrid mit. "Wenn nötig, werden die Radprofis als Zeugen gehört", hieß es. Ullrichs Karriere dürfte dennoch beendet sein: Dem in Scherzingen lebenden Athleten droht eine mehrjährige Sperre durch den Schweizer Radsportverband.
ach/sid/dpa
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