Olympische Sommerspiele 2012: Selsouli wegen Dopings gesperrt, Duplitzer bereit zum Dialog

Die marokkanische 1500-Meter-Läuferin Mariem Alaoui Selsouli wurde des Dopings überführt und gesperrt. Degenfechterin Imke Duplitzer hat sich bereit erklärt, mit DOSB-Generalsekretär Michael Vesper über ihre Vorwürfe zu sprechen. Und: Olympia-Organisationschef Sebastian Coe will IAAF-Boss werden.

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Läuferin Selsouli: Wegen Dopings für London gesperrt

Hamburg - Die olympische Goldfavoritin über 1500 Meter, Mariem Alaoui Selsouli aus Marokko, ist wegen Dopings von den Sommerspielen in London (27. Juli bis 12. August) ausgeschlossen worden. Das bestätigte der Leichtathletik-Weltverband IAAF. Der 28-jährigen Selsouli droht eine lebenslange Sperre, weil sie bereits 2009 des Epo-Dopings überführt worden war. Bei der Weltranglisten-Ersten war beim Diamond-League-Meeting in Paris am 6. Juli das verbotene Diuretikum Furosemid gefunden worden. Furosemid kann als maskierendes Mittel für Dopingsubstanzen benutzt werden. Selsouli verzichtete auf die Öffnung der B-Probe.

Degenfechterin Imke Duplitzer ist nach ihrer Kritik am deutschen Sportsystem zum Dialog bereit und will das Gesprächsangebot von Michael Vesper, Generalsekretär des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), annehmen. "Ich bin gerne bereit, mich mit einzubringen. Ich habe jetzt auch schon von vielen Athleten gehört, dass sie es gut fänden", sagte die zweimalige Europameisterin vor den Olympischen Sommerspielen bei ihrer Ankunft in London. Am Sonntag hatte Duplitzer in einem Interview unter anderem DOSB-Präsident Thomas Bach und Vesper schwere Vorwürfe gemacht und auch das deutsche Leistungssportsystem kritisiert.

Olympia-Organisationschef Sebastian Coe will sich um das Präsidentenamt beim Internationalen Leichtathletik-Verband IAAF bewerben. "Ich bin bereit. Ich weiß, wie es geht", sagte der 55 Jahre alte Engländer der britischen Zeitung "The Times". Allerdings sei der Senegalese Lamine Diack ein "großartiger Präsident", weshalb Coe mit einer Kandidatur warten werde, bis dieser abtrete. Coe, Olympiasieger von 1980 und 1984 über die 1500 Meter, ist Vorsitzender des Organisationskomitees LOCOG für die bevorstehenden Sommerspiele in London und IAAF-Vizepräsident. Diack war im August 2011 für weitere vier Jahre als IAAF-Präsident wiedergewählt worden.

Tischtennis-Star Timo Boll kann bereits im Halbfinale des Olympia-Turniers auf den WM-Zweiten Wang Hao aus China treffen. Beide Top-Spieler wurden bei der Auslosung am Mittwoch in die untere Hälfte des Rasters eingeteilt. Weltmeister Zhang Jike aus China, gegen den Boll das Halbfinale bei der WM 2011 in Rotterdam verloren hatte, führt die obere Hälfte an. Darin befindet sich auch der zweite deutsche Spitzenspieler Dimitrij Ovtcharov.

Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat das Olympia-Startrecht des südafrikanischen Vielseitigkeitsreiters Alexander Peternell bestätigt. Das nationale olympische Komitee SASCOC hatte Peternell zunächst trotz erfüllter Qualifikationskriterien nicht für die Sommerspiele in London nominiert und dessen Konkurrenten Paul Hart berufen. Diese Entscheidung hatte der Cas am Montag gekippt. Die Südafrikaner zogen zwar Hart zurück, meldeten aber im Gegenzug Peternell nicht für die Wettkämpfe. Stattdessen wollten sie den Startplatz verfallen lassen. Die Ad-hoc-Abteilung des CAS urteilte nun am Dienstagabend, dass das SASCOC Peternell für den Wettbewerb in London nominieren müsse.

IOC-Spitzenfunktionär Dick Pound hat die Nachlässigkeit des Olympischen Komitees beim Umgang mit den eingefrorenen Dopingproben von Athen 2004 heftig kritisiert. "Die eingefrorenen Proben sollten abschreckende Wirkung haben, aber wenn wir sie nicht untersuchen, haben sie keine abschreckende Wirkung", sagte Pound, von 1999 bis 2007 Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada. Erst auf Druck der Medien hatte das IOC kurz vor Ablauf der Frist doch noch Nachuntersuchungen der einbehaltenen Proben von 2004 durchgeführt. Mindestens fünf davon sollen positiv sein. Gegenwärtig werden die B-Proben analysiert.

Der britische Ruder-Olympiasieger von 1984, Richard Budgett, folgt dem Franzosen Patrick Schamasch als Chef der Medizinischen Kommission im Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Das gab IOC-Anti-Dopingchef Arne Ljungqvist aus Schweden in London bekannt. In London ist der 53-jährige Budgett bereits Medizinischer Chef der Spiele. Er wird sein neues Amt im IOC zum 1. Januar 2013 antreten.

psk/sid/dpa

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Leichtathletik: Die erfolgreichsten Nationen bei Olympischen Sommerspielen (vor 2012)
Platz Team Gold Silber Bronze
1 USA 311 238 191
2 Sowjetunion 71 66 77
3 Deutschland 69 89 89
4 Großbritannien 49 77 61
5 Finnland 47 35 29
6 Kenia 22 27 19
7 Polen 22 17 13
8 Schweden 20 21 41
9 Australien 19 23 25
10 Italien 19 15 25
Vielseitigkeits-Olympiasieger seit 1992
Jahr Einzel Mannschaft
2012 M. Jung (GER) Deutschland
2008 H. Romeike (GER) Deutschland
2004 L. Law (GBR) Frankreich
2000 D. O'Connor (USA) Australien
1996 B. Tait (NZL) Australien
1992 M. Ryan (AUS) Australien