Skandal um Radstar Wollte Armstrong für Anti-Doping-Agentur spenden?

Neue Enthüllung im Fall Armstrong: Laut Usada-Chef Travis Tygart soll der ehemalige Radstar der Anti-Doping-Agentur eine Spende in Höhe von 250.000 Dollar angeboten haben. Die Behörde, die den Dopingsünder zu Fall brachte, lehnte ab. Armstrong dementiert den Bericht.

Ex-Radprofi Armstrong (Archiv): "Nicht gezögert, das Angebot abzulehnen"
REUTERS

Ex-Radprofi Armstrong (Archiv): "Nicht gezögert, das Angebot abzulehnen"


Hamburg - Die Schlagzeilen um Lance Armstrong reißen nicht ab. Der 41-jährige ehemalige Radstar soll versucht haben, rund 250.000 Dollar an die amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada zu spenden. Das geht aus einem Bericht der TV-Sendung "60 Minutes Sport" des US-amerikanischen Senders CBS hervor.

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Heft 2/2013
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Darin betont Usada-Chef Travis Tygart, dass ein Vertreter Armstrongs seiner Agentur im Jahr 2004 die Summe angeboten habe. "Ich war perplex. Für die Usada war das ein klarer Interessenkonflikt. Wir haben nicht gezögert, das Angebot abzulehnen", sagte Tygart.

Armstrongs Anwalt Tim Herman bestreitet das Spendenangebot. "Die Geschichte ist nicht wahr. Lance hat heute das erste Mal davon gehört. Er hat niemals solch einen Vorschlag gemacht", sagte er der "USA Today".

Die Usada hatte Armstrong jahrelangen Dopingmissbrauch sowie den Vertrieb illegaler Substanzen nachweisen können und den Texaner durch ihre Ermittlungen zu Fall gebracht. Armstrong verlor daraufhin seine sieben Tour-de-France-Titel und wurde auf Lebenszeit gesperrt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Armstrong mit einer ominösen Zahlung in Verbindung gebracht wird. Seine früheren Teamkollegen Tyler Hamilton und Floyd Landis, zwei Kronzeugen in den Usada-Ermittlungen gegen Armstrong, hatten ausgesagt, Armstrong habe eine positive Dopingprobe bei der Tour de Suisse 2001 durch eine Zahlung an den Weltverband UCI zu vertuschen versucht. Deren Präsident Pat McQuaid hatte eine Armstrong-Überweisung aus dem Jahr 2002 in Höhe von 100.000 Dollar eingeräumt, allerdings sei dies eine Spende und kein Schweigegeld gewesen.

Am Donnerstag wiederholte Usada-Chef Tygart erneut, dass Armstrong ehemalige Teamkollegen eingeschüchtert habe, nachdem diese vor Gericht gegen ihn ausgesagt hatten. Er selbst habe während der Untersuchungen anonyme Morddrohungen erhalten.

Armstrong hatte am vergangenen Samstag bereits für Aufregung gesorgt, als die "New York Times" von einem möglichen Doping-Geständnis des US-Amerikaners berichtete. Am 17. Januar wird Armstrong nun bei der US-Talkerin Oprah Winfrey zu Gast sein. In der Ankündigung von Winfreys Kabelkanal OWN hieß es am Dienstag (Ortszeit), der Ex-Radstar werde sich in seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seiner lebenslangen Sperre wegen Dopings zu dem Thema äußern.

chp/dpa/sid



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insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
hubertrudnick1 09.01.2013
1. Doping und kein Ende
Zitat von sysopREUTERSNeue Enthüllung im Fall Armstrong: Laut Usada-Chef Travis Tygart soll der ehemalige Radstar der Anti-Dopingagentur eine Spende in Höhe von 250.000 Dollar angeboten haben. Die Behörde, die den Doping-Sünder zu Fall brachte, lehnte ab. Armstrong dementiert den Bericht. http://www.spiegel.de/sport/sonst/lance-armstrong-bot-anti-dopingagentur-angeblich-250-000-dollar-an-a-876480.html
Doping und kein Ende, für mich haben all diese Sportveranstaltungen an wert verloren, Doping ist doch fast überall schon zur tragenden Einheit geworden, der Betrug ist durchorganisiert. Sport ja, aber keine Schowveranstaltungen wo es um Sieger und viel Geld geht. Ob es beim Radsport um Amstron oder andere geht, ich interssiere mich für dies Betrugsveranstaltungen nicht mehr. HR
Stelzi 09.01.2013
2. Hmm
Soll man einem überführten Lügner glauben das er nicht versucht hat Organisationen zu bestechen, die ihm gefährlich werden könnten? Schwierig, schwierig...
deeco85 09.01.2013
3.
Klar ist Doping die falsche Art zu gewinnen aber ich vermute mal, dass mindestens 90% der Radsportler gedopt sind,wahrscheinlich sogar mehr, nur kann man es längst nicht bei allen nachweisen. jetzt immer wieder auf Armstrong einzuhacken, ist ziemlich heuchlerisch!
Fritze_1955 09.01.2013
4. Schwer....
Der hat soviel Dreck am Stecken, dass er eigentlich schon nicht mehr gehen könnte...
beusch_eat_world 09.01.2013
5. ...
Zitat von hubertrudnick1Doping und kein Ende, für mich haben all diese Sportveranstaltungen an wert verloren, Doping ist doch fast überall schon zur tragenden Einheit geworden, der Betrug ist durchorganisiert. Sport ja, aber keine Schowveranstaltungen wo es um Sieger und viel Geld geht. Ob es beim Radsport um Amstron oder andere geht, ich interssiere mich für dies Betrugsveranstaltungen nicht mehr. HR
Und es ist Ihr gutes Recht, das so zu sehen! Ich denke auch, dass viele Leute das genau so sehen und sich abwenden. Ich hingegen bin froh, dass ich über den Radsport der 90er Jahre (auch wenn er mit Doping verseucht war) einen Sport und ein Hobby gefunden habe, das ich für mein Leben gern ausübe. Mein erstes Rennrad habe ich mir 1996 schenken lassen und die Fußballschuhe im Gegenzug an den Nagel gehangen. Ich fühle mich von den Sportlern nicht betrogen! Ich stand 1997 mit meinem Vater in Alpe d'Huez an der Strecke und wären die Fahrer mit einem niedrigeren Schnitt an uns vorbeigefahren, die Stimmung, die Leidenschaft, die Eindrücke und die Emotionen wären nicht weniger gewesen. Auch im nachhinein bereue ich keine Sekunde der vielen Stunden, die ich während der darauffolgenden Touren und Klassikern am Fernseher mitgefierbert habe. Packend waren die Duelle immer - auch mit Doping. Wenn ich huetzutage im Mai oder Juli etwas Zeit habe, schaue ich nach wie vor gern Radrennen im Fernsehen und fahre im Sommerurlaub in die Alpen zum Fahren und Zuschauen. Der Radsport ist ein besonderer Sport und wird es für mich immer bleiben. Doping hin oder her. Ich fühle mich nicht betrogen!
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