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Doping-Ermittlungen: Korruptions-Bekämpfer fordern Erklärung für Armstrong-Spende

Hat Lance Armstrong Schmiergeld für die Vertuschung einer positiven Dopingprobe an den Radsportverband UCI gezahlt? Die Ermittlungen der US-Anti-Doping-Behörde Usada legen diesen Verdacht nahe. Nun fordern die Korruptions-Bekämpfer von Transparency International Aufklärung.

Ex-Radprofi Armstrong: 125.000 Dollar Schmiergeld? Zur Großansicht
AP

Ex-Radprofi Armstrong: 125.000 Dollar Schmiergeld?

Hamburg - Der Radsport-Weltverband UCI gerät wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen von Radprofi Lance Armstrong zunehmend unter Druck. Nun wurde der Verband von Transparency International dazu aufgefordert, Klarheit zu schaffen. "Wann sind die Zahlungen eingegangen, wie wurden sie verbucht? Da muss der Verband Transparenz schaffen. Es gab in den Jahren immer wieder verschiedene Versionen der UCI dazu", sagte die Sportbeauftragte der Anti-Korruptions-Organisation, Sylvia Schenk.

Armstrong soll bei der Tour de Suisse 2001 positiv auf Epo getestet worden sein. Das hatte der von der Usada befragte ehemalige Kollege des US-Amerikaners, Tyler Hamilton, ausgesagt. Nach Recherchen der US-Fernsehsendung "60 Minutes" habe es daraufhin ein Treffen zwischen Armstrong, seinem Teamchef Johann Bruyneel und dem UCI gegeben. Im Anschluss hätte der US-Amerikaner ein als "Spende" getarntes Schweigegeld in Höhe von insgesamt 125.000 Dollar (etwa 96.000 Euro) gezahlt. Der Test sei daraufhin nicht weiterverfolgt worden.

In der Klageschrift der US-Anti-Doping-Behörde Usada, die am vergangenen Donnerstag veröffentlicht wurde, wird das Dopingsystem von Armstrong detailliert aufgelistet. Doch auch die UCI wird kritisiert. Sie soll den Manipulationen des Amerikaners Vorschub geleistet zu haben.

Auch aus Athletenkreisen gibt es scharfe Kritik am Verfahren des Weltverbands. Der dopinggeständige ehemalige Radprofi Jörg Jaksche hatte UCI-Präsident Pat McQuaid im Usada-Bericht schwer belastet. Jaksche habe "Stunden mit der UCI gesprochen" und dem Verband das Ausmaß klarmachen wollen, in dem Doping betrieben worden sei. "Die UCI hat aber null Interesse daran gezeigt. McQuaid sagte mir, er hätte es lieber gesehen, dass ich die Dinge anders geregelt hätte", so Jaksche.

bka/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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1. optional
Whitejack 16.10.2012
Überraschend wäre das nicht. Ein solch weitverbreitetes System kann man kaum gegen den Willen des Verbandes durchziehen.
2.
kugelsicher99, 16.10.2012
Um es mit einem Ausspruch von Alfred Tezlaff aus der Folge "Der Rosenmontagszug" zu sagen: Ein Sumpf!
3.
fussball11 16.10.2012
Zitat von sysopAPHat Lance Armstrong Schmiergeld für die Vertuschung einer positiven Dopingprobe an den Radsportverband UCI gezahlt? Die Ermittlungen der US-Anti-Doping-Behörde Usada legen diesen Verdacht nahe. Nun fordern die Korruptions-Bekämpfer von Transparency International Aufklärung. http://www.spiegel.de/sport/sonst/lance-armstrong-transparency-international-will-klarheit-von-uci-a-861553.html
Der Kreis schließt sich. Alle führenden Kapitäne der der großen Mannschaften waren gedopt, was bedeutet das alle Rangliste richtig waren und stets der beste Fahrer gewonnen hat. Der einzige der wirklich Schaden genommen hat, ist Marco Pantani und der starb nicht an Doping sonder ist am öffentlichen Sensationspresse zerbrochen . Deshalb - noch einmal mein ausdrücklicher Respekt für diesen großen Fahrer. Aber auch noch einmal meine ausdrückliche Verachtung über den Umgang der Medien mit der Problematik. Jahrelanges ignorieren mit unreflektierter Lobhudelei und anschließendes lüsterndes Niederschreiben - schämt euch. So bleibt das einzig Positive - all diese Erfolgsfans sind weg und das ist gut so , wir haben sie nie gebraucht.
4. Armstrongs Sackgasse
rolandjulius 16.10.2012
Ja. der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht. Wenn die Schmiergelder nicht mehr ausreichen,wird eben doch geplaudert. Aus dieser Affäre sollten alle unsere Sportler lernen, dass Drogen nicht zum Sport gehören. Eine angemessene Bestrafung aller Beteiligten, wäre durchaus angebracht, denn was hier passierte klingt wie eine Verschwörung gegen alle guten Sitten.
5.
PublicTender 16.10.2012
Zitat von sysopAPHat Lance Armstrong Schmiergeld für die Vertuschung einer positiven Dopingprobe an den Radsportverband UCI gezahlt? Die Ermittlungen der US-Anti-Doping-Behörde Usada legen diesen Verdacht nahe. Nun fordern die Korruptions-Bekämpfer von Transparency International Aufklärung. http://www.spiegel.de/sport/sonst/lance-armstrong-transparency-international-will-klarheit-von-uci-a-861553.html
Natürlich wurde dort bestochen. Weiss doch seit Jahren jeder. Dummerweise lässt sich das nicht beweisen. Zeitgleich Spende und verschlampter Dopingbefund kann ja auch Zufall sein, oder nicht? So wird Patsy das hinstellen. Und er wird damit (mal wieder) durchkommen. Die UCI ist von allen Sportverbänden die dreisteste und kriminellste.
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Rekordsieger der Tour de France
Sieger Land Titel Zeitraum
Lance Armstrong USA 7* 1999-2005
Miguel Indurain Spanien 5 1991-1995
Bernard Hinault Frankreich 5 1978-1985
Eddy Merckx Belgien 5 1969-1974
Jacques Anquetil Frankreich 5 1957-1964
Greg LeMond USA 3 1986-1990
Louison Bobet Frankreich 3 1953-1955
Philippe Thys Belgien 3 1913-1920
*alle Titel wegen Dopings aberkannt

Kampf gegen Doping
Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada)
Am 10. November 1999 wurde auf Initiative des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die unabhängige Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Lausanne gegründet. Zusammen mit den nationalen NOKs und staatlichen Organisationen will die Wada die internationale Dopingbekämpfung fördern und einheitliche Standards für Kontrollen in allen Ländern schaffen. Das Anti-Doping-Programm der Wada wurde im März 2003 von allen Delegierten der internationalen Sportverbände, der Regierungen und dem IOC auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kopenhagen angenommen. Der Welt-Anti-Doping-Codex löste im darauffolgenden Jahr den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen 2004 auch für die Olympischen Spiele.
Welt-Anti-Doping-Programm
Der Welt-Anti-Doping-Codex löste 2004 den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen im selben Jahr auch für die Olympischen Spiele. Das Programm besteht aus drei Ebenen: 1. Welt-Anti-Doping-Code (WADC), 2. Vier Internationale Standards, 3. Erarbeitungen von Empfehlungen für die bestmögliche praktische Umsetzung durch Anti-Doping-Organisationen und Verbände.
Welt-Anti-Doping-Code (WADC)
Der Welt-Anti-Doping-Code wurde erstmalig im Jahre 2003 verabschiedet und ist das Basisdokument des Welt-Anti-Doping-Programms. 2004 traten das Programm und der Codex in Kraft. Der überarbeitete Welt-Anti-Doping-Code ist seit dem 1. Januar 2009 gültig. Er vereinheitlicht Regeln und Verfahren, die bisher von Land zu Land und von Sportart zu Sportart verschieden waren und regelt die Verantwortlichkeiten der einzelnen Interessengruppen. Der Code stellt keine Definition des Dopings mehr auf, sondern bezeichnet Doping als einen Verstoß gegen nachfolgende Bestimmungen: Nachweis oder Gebrauch einer verbotenen Substanz oder Methode, Verweigerung einer Dopingkontrolle und Verletzung der Informationspflicht über den Aufenthaltsort sowie Verfälschung einer Dopingkontrolle und Besitz oder Handel von Substanzen durch einen Athleten oder sein Umfeld.
Internationale Standards
Sie ergänzen die Anforderungen des Codes durch nähere Beschreibungen und sollen dazu beitragen, national übergreifend einheitliche Formen für die Anti-Doping-Arbeit zu schaffen. Dies betrifft insbesondere die Dopingliste, die Dopingkontrolle Dopinglabors und Ausnahmebewilligungen für Medikamente.
Verbotene Substanzen
Die Dopingliste gilt weltweit und wird durch eine spezielle Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) erstellt. Sie wird jedes Jahr erneuert und tritt jeweils am 1. Januar in Kraft. Auf der Liste werden nur Wirkstoffe und Methoden veröffentlicht, die mindestens zwei von drei Kriterien entsprechen: Gemäß medizinischen oder anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat der Wirkstoff oder die Methode das Potential zur Leistungssteigerung im Sport. Gemäß medizinischen oder anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen besitzt der Wirkstoff oder die Methode ein aktuelles oder potentielles Gesundheitsrisiko. Gemäß Wada verstößt die Anwendung des Wirkstoffs oder der Methode gegen die Ethik im Sport. Zu den verbotenen Substanzklassen, die teilweise ganz oder nur im Wettkampf verboten sind, gehören: 1. Alkohol, 2. Anabolika , 3. Antiöstrogene , 4. Beta-2-Agonisten , 5. Betablocker , 6. Cannabinoide (Cannabis, Haschisch, Marihuana) , 7. Glucocorticoide , 8. Hormone , 9. Maskierende Substanzen und Diuretika , 10. Narkotika , 11. Stimulanzien . Für Alkohol und Betablocker gibt es in einigen Sportarten Ausnahmen, sie werden nicht von allen internationalen Sportverbänden verboten.
Verbotene Methoden
Seit dem 1. Januar 2003 werden die verbotenen Dopingmethoden genauer beschrieben und in drei Kategorien unterteilt: 1. Erhöhung der Transportkapazität für Sauerstoff ( Blutdoping ), 2. chemische und physikalische Manipulation, 3. Gendoping . Die Anwendung verbotener Methoden ist innnerhalb als auch außerhalb des Wettkampfs verboten.
Kontrollregularien

Für Athletinnen und Athleten bestehen je nach Leistungsniveau unterschiedliche Bestimmungen zu der obligatorischen Meldepflicht. Die Ein-Stunden-Regelung verpflichtet bestimmte Athleten für jeden Tag eine Stunde zu benennen, in der sie für eine mögliche Dopingkontrolle zur Verfügung stehen. Die genaue Stunde muss jeweils am Ende eines Quartals für die nächsten drei Monate im Voraus benannt werden, darf aber innerhalb von 24 Stunden verändert und aktualisiert werden. Wird der Athlet in dieser Stunde vom Kontrolleur nicht am benannten Ort angetroffen, wird ein sogenannter Strike für das Kontrollversäumnis ausgesprochen. Wenn ein Sportler innerhalb von 18 Monaten drei Verwarnungen kassiert hat, muss er mit einer Sperre von bis zu zwei Jahren rechnen. Strikes von verschiedenen Organisationen ( Wada , Nada sowie zuständigem internationalem Verband) werden addiert.

Die Ein-Stunden-Regelung wird durch die Angabe von Aufenthaltsdaten zum Ende eines Quartals für jeden Tag der darauffolgenden drei Monate ergänzt. Wird ein Athlet bei einer Stichprobe nicht am angegebenen Ort angetroffen, kann ebenfalls ein Strike erteilt werden. Mannschaftssportler aus gering gefährdeten Sportarten werden in Mannschafts-Whereabouts getestet. Dafür melden die Vereine der Nada die Trainingspläne der Mannschaft.

Aufgrund des seit Beginn 2009 gültigen neuen Nada-Codes werden Athleten je nach Risikobewertung der Agentur für Doping in drei unterschiedliche Testpools eingeordnet und unterliegen verschiedenen Meldepflichten: Im International Registered Testing Pool (RTP) sind rund 1400 Athleten zusammengefasst, zu denen A-Kader und A-Nationalteams der Sportarten der Gefährdungsstufe I gehören. Sie müssen nicht nur bis zum 25. des Vormonats Angaben über Aufenthaltsort und Erreichbarkeit für ein Quartal machen, sondern auch die Ein-Stunden-Regelung beachten. Im Nationalen Testpool (NTP) für Kader-Athleten der Gefährdungsstufe II und III gilt diese Regel nicht. Alle anderen Athleten werden im Allgemeinen Testpool (ATP) zusammengefasst.


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