Hamburg - Der 17. Januar könnte ein historischer Tag werden. Für Radsport-Profis, Radsport-Fans, den Radsport insgesamt. Denn an diesem Tag werden wahrscheinlich Millionen TV-Zuschauer sehen können, wie der Dopingsünder und frühere Tour-de-France-Gewinner Lance Armstrong ein Geständnis ablegt - darauf deutet jedenfalls vieles hin.
Für seinen Auftritt bei US-Startalkerin Oprah Winfrey am kommenden Donnerstag (Ortszeit) plant Armstrong angeblich die erste Dopingbeichte seines Lebens. Das berichtet die Zeitung "USA Today" vor Aufzeichnung des Interviews mit dem gestürzten US-Radprofi. Das Blatt beruft sich auf Informationen von einer "Person mit Kenntnissen über die Situation".
Auch die "New York Times" hatte vor wenigen Tagen über ein bevorstehendes Doping-Geständnis berichtet. Die Zeitung berief sich dabei auf das enge Umfeld des 41-Jährigen. Demnach habe sich Armstrong bereits mit dem Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada, Travis Tygart, getroffen. Zudem sei ein Gespräch mit dem Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, David Howman, geplant.
Armstrongs langjähriger Anwalt Tim Herman hatte eine geplante Beichte jedoch gegenüber der "NYT" dementiert: "Lance muss da für sich selbst sprechen." Wie die "USA Today" nun erfahren haben will, wird Armstrong zwar ein öffentliches Geständnis ablegen, darüber hinaus jedoch kaum Einzelheiten zu seinen jahrelangen Dopingpraktiken schildern.
Bisher hatte der US-Amerikaner Doping stets vehement bestritten. Die Motivation für eine plötzliche Kehrtwende könnte darin begründet sein, dass ein umfassendes Geständnis seine lebenslange Sperre nach dem Wada-Code reduzieren würde. Dann wäre es Armstrong möglich, in einiger Zeit wieder an Triathlon-Veranstaltungen teilzunehmen.
Armstrong war nach einem umfangreichen Enthüllungsbericht der Usada vom Radsportweltverband Uci im Oktober lebenslang gesperrt worden. US-Fahnder hatten ihm aufgrund von Zeugenaussagen ehemaliger Teamkollegen, E-Mails, Geldzahlungen und Labor-Analysen jahrelanges systematisches Doping nachgewiesen, seine sieben Tour-de-France-Siege wurden Armstrong aberkannt.
bka/sid
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