Missbrauchsskandal Führung des US-Turnverbands zurückgetreten

Der Gerichtsprozess gegen Teamarzt Larry Nassar läuft noch, doch die Spitze des US-Turnverbandes hat bereits den Rücktritt eingereicht. Etwa 100 Turnerinnen hatten zuvor harsche Vorwürfe geäußert.

Larry Nassar
AFP

Larry Nassar


Im Missbrauchsprozess gegen den früheren US-Turnteamarzt Larry Nassar laufen noch die Zeugen-Anhörungen - da gibt es beim Verband bereits personelle Veränderungen. Am Montag haben sowohl der Vorsitzende der Geschäftsführung, Paul Parilla, wie auch dessen Stellvertreter Jay Binder und Schatzmeisterin Bitsy Kelley mit sofortiger Wirkung ihre Rücktritte erklärt.

"Wir unterstützen ihre Entschlussfassung zu diesem Zeitpunkt. Wir glauben, dass dieser Schritt es uns ermöglichen wird, den Wandel innerhalb unserer Organisation effektiver voranzutreiben", heißt es in einer Stellungnahme der Verbands-Präsidentin Kerry Perry zu den Rücktritten der Führungsriege.

In den Anhörungen schilderten ETWA 100 ehemalige und noch aktive Turnerinnen, wie sie vom ehemaligen Teamarzt Nassar sexuell missbraucht worden seien. Zugleich erhoben sie zahlreiche Vorwürfe gegen den US-Verband, die Machenschaften des kriminellen Arztes lange Zeit gezielt gedeckt zu haben. Zuletzt hatte Olympiasiegerin Aly Raisman im Rahmen ihrer Aussagen eine unabhängige Untersuchung gefordert. Der 54-jährige Nassar bekannte sich bislang in zehn Fällen schuldig.

Nahezu drei Jahrzehnte war Nassar für den US-Verband tätig, viermal gehörte er zum Olympiateam der USA. Zahlreiche internationale Medaillengewinnerinnen haben Nassar mittlerweile des sexuellen Missbrauchs bezichtigt. Die prominenteste unter ihnen ist die viermalige Rio-Olympiasiegerin Simone Biles.

tip/dpa/sid

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