Missbrauchsskandal Gesamter Vorstand des US-Turnverbands tritt zurück

US-Teamarzt Larry Nassar hat Dutzende Sportlerinnen missbraucht: Nun kommt der Vorstand des US-Turnverbands der Forderung des nationalen Olympischen Komitees nach und tritt geschlossen zurück.

Larry Nassar
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Larry Nassar


Drei Vorstandsmitglieder des Turnverbands USA Gymnastics waren bereits zurückgetreten - zu groß war der Skandal um Larry Nassar. Der US-Teamarzt soll mehr als 150 Mädchen und Frauen sexuell missbraucht haben und wurde in dieser Woche zu einer Haftstrafe von 175 Jahren verurteilt. Nun ziehen die restlichen 18 Vorstandsmitglieder nach und treten geschlossen zurück. So hatte es das nationale Olympische Komitee (USOC) gefordert.

Der Vorstand war massiv dafür kritisiert worden, wie er mit dem Missbrauchsskandal umgegangen war. Zu den Forderungen des nationalen Olympischen Komitees an den Turnverband zählte außerdem die vollständige Kooperation bei einer unabhängigen Untersuchung des Nassar-Skandals sowie die Teilnahme von Verbandsführung und -Mitarbeitern an Schulungen zu Ethik und Sicherheit im Sport.

USOC-Chef Scott Blackmun hatte am Donnerstag betont, die Forderungen seien keine Schuldzuweisung gegenüber einzelnen Mitgliedern des Vorstands. Jedoch brauche der Verband einen "grundsätzlichen Umbau". Geplant ist nun die Installation einer Übergangsführung sowie Neuwahlen binnen eines Jahres. Einige der Opfer hatten allerdings auch den Dachverband des US-Sports der Untätigkeit angeklagt.

Nassar war vor seiner Verurteilung in dieser Woche bereits zu 60 Jahren Gefängnis wegen Besitzes kinderpornografischen Materials verurteilt worden. Zu Nassars Opfern gehören die Olympiasiegerinnen Simone Biles, Aly Raisman, Gabby Douglas, Jordyn Wieber und McKayla Maroney.

kha/AFP/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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Björn L 27.01.2018
1. Wie aus Larry eine Larissa wird.
Mit dem Wissen werden die Mitgefangenen ihm lebenslang das wieder fahren lassen, was er Schutzbefohlenen angetan hat. Das nenne ich gelebte Gerechtigkeit.
purple 27.01.2018
2. Rachejustiz
Der Mann ist natürlich ein Triebtäter mit angeborenen Neigungen, die man nicht ausleben darf. Und er hatte eine Position in der er sie ausleben konnte. Hysteriemassage war übrigens bis Anfang des 20 Jahrhunderts in den USA durchaus verbreitet: "Dieser Vorstellung entsprechend galten als anfängliche Behandlungsmethoden noch im frühen 20. Jahrhundert unter anderem der Rat, unverheiratete Hysterikerinnen zu verheiraten oder die Patientin zum hysterischen Paroxysmus, sprich dem Orgasmus, zu bringen und sie dadurch zu „beruhigen“. Anfangs wurde den Patientinnen von den behandelnden Ärzten mit manuellen Massagen des Genitalbereichs zur Beruhigung verholfen, später wurden verschiedene mechanische Möglichkeiten wie der Vibrator entwickelt." https://de.wikipedia.org/wiki/Hysterie Trotzdem eine Gefängnisstrafe von 200 Jahren, d.h. in USA, der Mann stirbt im Gefängnis ist barbarisch und unangemessen. Er hat niemanden getötet und niemanden körperlich verletzt. Angemessen wäre für mich ein angemessenes Schmerzensgeld an die Opfer und irgendwas um die 5 Jahre.
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